Wer in letzter Zeit versucht hat, einen Raspberry Pi 4 zu erwerben, hat entweder schlechte Karten oder die EC-Karte fängt angesichts des Preises das Qualmen an. Falls überhaupt lieferbar, weist das Online-Preisvergleichsportal Idealo heute das günstigste Angebot für einen Raspberry Pi 4 Model B 4GB LPDDR4 mit 155 EUR aus.
Lieferketten gerissen
Zu verdanken sind die schlechte Verfügbarkeit und die Fantasiepreise der globalen Lieferkettenkrise, die uns das gesamte Jahr über in Atem hielt, wenn wir technische Geräte erwerben wollten. Schlechte Erfahrungen mit der Verfügbarkeit macht auch, wer derzeit etwa in Heimautomation investieren will.
In einem Blogpost hat RasPi-Erfinder und CEO, Eben Upton kürzlich Besserung in Aussicht gestellt, was die Verfügbarkeit der Single Board Computer angeht. In der zweiten Jahreshälfte 2023 sollen Verfügbarkeit und Lagerbestände auf das Niveau von vor der Pandemie zurückkehren und somit die offiziellen Wiederverkäufer zum gewohnten Preisniveau zurückkehren.
Preisanpassungen
Ein unangenehmer Nebeneffekt der Krise in der Lieferkette ist laut Upton ein Anstieg der Kosten für so ziemlich jedes Bauteil, das in einem Raspberry Pi verbaut wird, von Leiterplatten über Anschlüsse bis hin zu Silizium. Die Steigerungen wurden zunächst intern aufgefangen, abgesehen vom Compute Module 4, bei dem der Preis für alle Varianten pauschal um 5 US-Dollar erhöht, sowie die 2-GB-Variante des Raspberry Pi 4, bei der der ursprüngliche Preis von 45 US-Dollar wieder eingeführt wurde. Jetzt erhöht sich auch der Preis der Zero-Modelle. Der Zero kostet künftig 10 anstatt 5 USD, der Preis des Zero W steigt von 10auf 15 USD.
Vorerst keine Abkehr von ARM
Einen RasPi 5 wird es im kommenden Jahr vermutlich nicht geben, so Upton in einem Video-Interview. Mit einem neuen Modell sei nicht vor 2024 zu rechnen, denn 2023 soll ein Jahr der Erholung sein, da die Ereignisse der letzten Jahre nicht nur zu fehlenden Komponenten führten, sondern auch zu Unterbrechungen in der Entwicklung neuer Plattformen. Auf die Frage nach einem RasPi auf der Basis von RISC5 sagte Upton, hier müsse man realistisch sein. Eine freiwillige Abkehr von der ARM-Plattform sei in absehbarer Zeit aus Kostengründen nicht zu erwarten.
ARM bald teurer?
Allerdings könnte es bald Änderungen in ARMs Geschäftsmodell geben, die höhere Lizenzgebühren zur Folge haben. Zudem soll die Kombination von ARM-Prozessoren mit GPUs oder KI-Beschleunigern anderer Hersteller limitiert werden. Das sind Informationen, die am Rande des Rechtsstreits von ARM und Lizenznehmer Qualcomm an die Öffentlichkeit gelangten. Sollte das eintreten, wäre natürlich auch die Raspberry Pi Foundation davon betroffen.

Von altem Niveau zu träumen, halte ich auch für ausgeschlossen (über langen Zeitraum). Ich denke das mehrere Faktoren hier verantwortlichen waren/sind.
Zerschlagung bin ich mir nicht sicher …vielleicht auch?
Zeigt nur wieder einmal mehr auf wie abhängig wir alle sind.
Ich nutze beruflich (fuer Dockerumgebung) einige ODROID-XU4.Die gibts scheinbar noch gut.
Vielleicht erholen sich bis dahin die Lagerbestände bei geringeren Absatzzahlen ein wenig. Eine Rückkehr zum alten Preisniveau erscheint mir aber recht illusorisch.
Insgesamt erscheint mir denn auch rückblickend die Zerschlagung von Lieferketten weniger virusbedingt als von einem gewollten Wirtschaftskrieg verursacht worden zu sein.
Hiervon zeugen dann auch die Pläne von Änderungen bei ARMs Geschäftsmodell herbeizuführen und die recht dynamische Entwicklung der RiscV Plattform zu drosseln indem man versucht chinesische Hersteller in der Verwendung von GPU und KI Einheiten zu limitieren.