ReactOS heuert weiteren Entwickler an

ReactOS
ReactOS Logo | Lizenz: GPL

ReactOS arbeitet bereits seit 1998 als Open-Source-Projekt an einer binärkompatiblen Version von Windows als Open-Source-Betriebssystem. Es ging aus dem 1998 begonnenen Vorläufer FreeWin95 hervor. Ein Ziel ist, dass sich sowohl Treiber als auch Anwendungen direkt verwenden lassen. Dazu gibt es unter anderem eine Kooperation mit Wine, dessen Bibliotheken übernommen werden können.

Verbesserung des Storage-Stack

Im Sommer konnte ReactOS Deutschland e. V. aus Spendenmitteln den Entwickler Victor Perevertkin für drei Monate in Vollzeit beschäftigen. Er arbeitet an der Verbesserung des Storage-Stack von ReactOS. Damals eröffnete das Projekt weiteren Entwicklern, die bereits Beiträge zu ReactOS geleistet hatten, die Möglichkeit, sich zu bewerben, um ebenfalls für eine begrenzte Zeit hauptberuflich am Projekt zu arbeiten.

Überarbeitung des Memory-Managers

Jetzt wurde mit Jérôme Gardou ein weiterer Entwickler in Vollzeit für drei Monate angeheuert. Gardou trägt bereits seit 2009 zu ReactOS bei und widmet sich im nächsten viertel Jahr der Überarbeitung des Memory-Managers (Mm) sowie des Cache-Controllers (Cc). Beides sind Kernbestandteile des Betriebssystems, die an jeder Speicheranforderung und Dateioperation beteiligt sind. Es wird erwartet, dass ihre Verbesserung einen wesentlichen Einfluss auf die allgemeine Stabilität und Leistung von ReactOS haben wird.

Umbau am ReactOS-Kernel

Dazu soll zunächst Cc zu einem Client von Mm werden. Anstatt für jeden Dateiabschnitt einen Cache-Eintrag zu erstellen, wie es ReactOS im Moment tut, soll es künftig umgekehrt laufen: Es wird eine Mm-Sektion für jede gecachte Datei erstellt, die erst dann eingebunden wird, wenn der Dateisystemtreiber sie anfordert. Das soll gleich mehrere Vorteile bieten:

  • Es wird weniger Adressraum im Cache-Controller belegt, da nicht für jeden Dateiabschnitt ein Cache-Eintrag erstellt wird.
  • Die Architektur des ReactOS-Kernels nähert sich dem Windows-Original an und verbessert dadurch die Kompatibilität und Wartbarkeit.
  • Vereinfachte künftige Entwicklung sowohl in Mm als auch in Cc, da dieser Schritt den Kernel modularer macht.

Dank an die Spender

Derweil ist Victor Perevertkin weiterhin angestellt und ist gerade dabei, die Portierung des Kernel-Mode-Treiber-Frameworks (KMDF) auf ReactOS abzuschließen, was das Projekt in die Lage versetzen wird, viele für Windows geschriebene Open-Source-Speichertreiber zu nutzen. Das Projekt bedankt sich bei allen Spendern, die dies ermöglicht haben und das hoffentlich auch weiterhin tun.

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12 Kommentare

    1. Windows bekommt ja sowieso bald Linux als Kernel!

      Der Kernel käme dann aber von Canonical [0], [1], willst du das wirklich?

      [0] https://ubuntu.com/blog/tag/microsoft

      [1] https://partner.microsoft.com/de-ch/go-to-market/success-stories/canonical

      Abgesehen von diesem Detail, finde ich das ReactOS Projekt spannend, was mir allerdings fehlt, ist die Installation vom USB-Stick, endlich eine 64 Bit Portierung und mit jedem Release aktuelle OSS Anwendungssoftware.

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      1. ich meine die fest eingestellten. Da wird jemand für 3 Monate eingestellt und soll für solch ein Projekt etwas substanzielles leisten? Ich kann mir das schwer vorstellen.

        25 Projektmitglieder bei GitHub?
        Da wird jeder benannt, der auch nur ein Fitzelchen Code beigetragen hat.
        Es gibt unzählige OS-Projekte, deren Liste von Projektmitarbeiter ein Telefonbuch füllten könnte – und trotzdem sind die Projekte tot.
        Das möchte ich von Reactos allerdings nicht behauptet haben.

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