Red Hat und IBM

Red Hat Enterprise Linux 10 veröffentlicht

Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ist jetzt offiziell in Version 10 verfügbar. Kunden konnten jedoch bereits Tage vor der generellen Verfügbarkeit ein Abbild der neuen Version herunterladen. RHEL 10 bringt zahlreiche Neuerungen und schneidet alte Zöpfe ab.

Wayland only

Das betrifft hauptsächlich den X.Org Server, der nicht mehr als Display-Server zur Verfügung steht. Der Xorg-Server ist in RHEL 10 nicht mehr enthalten. Stattdessen setzt RHEL 10 vollständig auf Wayland. Für Anwendungen, die weiterhin das X11-Protokoll benötigen, steht Xwayland zur Verfügung. Xwayland ermöglicht es, X11-Clients unter Wayland auszuführen und stellt so eine gewisse Abwärtskompatibilität sicher.

KI hält Einzug

Red Hat führt mit RHEL 10 die AI-gestützte Kommandozeile ein. Mit dem auf den Namen RHEL Lightspeed getauften Tool steht ein KI-basierter Assistent zur Verfügung, der Administratoren bei Konfiguration, Fehlersuche und Management direkt in der Shell unterstützt. Lightspeed nutzt generative KI, trainiert auf die RHEL-Dokumentation und die hauseigene Knowledgebase und versteht natürliche Spracheingaben.

Post-Quantum-Kryptografie

Auch bei der Post-Quantum-Kryptografie (PQC) steht Red Hat an vorderster Front. Darunter versteht man kryptografische Verfahren, die so entwickelt wurden, dass sie auch gegen Angriffe durch Quantencomputer sicher sind. RHEL 10 integriert dafür FIPS-konforme Algorithmen sowie neue Compliance-Tools.

Weitere Sicherheits-Features

OpenSSH wurde auf v9.9 angehoben und bietet damit mehrere Vorteile gegenüber v8.7 aus RHEL 9. Die Sequoia PGP-Tools sq und sqv wurden als moderne Alternativen zu GnuPG eingeführt, während SELinux 3.8 Wayland-Unterstützung in der SELinux-Sandbox hinzufügt.

Installer aufgebohrt

Der Installer erhielt neue Funktionen, die zu mehr Benutzerfreundlichkeit beitragen sollen. So ist der Anwender nach dem Start des Installers nun automatisch Root. Wer das nicht mag, kann die Funktion bei der Einrichtung abwählen. Die Zeitzone kann jetzt per Dropdown-Menü anstelle der traditionellen Kartenansicht eingestellt werden. Darüber hinaus verwendet der Installer jetzt das Remote Desktop Protocol (RDP) für den grafischen Fernzugriff und ersetzt damit VNC.

Aktualisierte Kernkomponenten

RHEL 10 wird von Kernel 6.12.0 motorisiert und liefert Python 3.12, GCC 14.2, systemd 256, Node.js 22, PHP 8.3, MariaDB 10.11, MySQL 8.4, PostgreSQL 16, Git 2.45, Apache HTTP Server 2.4.62 und Nginx 1.26 aus.

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3 Kommentare

  1. Ich hätte mal eine Frage zu RHEL, Alma, Rocky´s AMD Grafik Treiber.
    Die freie Version ist ja Standardmäßig im Kernel enthalten, wird die auch aktuell gehalten, oder muss man dann auf den Kommerziellen Treiber von AMD zurückgreifen?

    Habe dazu nichts gefunden, hätte aber Interesse mal Alma 10 auszuprobieren möchte aber nicht auf einen aktuellen Grafikkarten Treiber verzichten.

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    1. Die freien AMD-Grafiktreiber (amdgpu) sind standardmäßig im Linux-Kernel enthalten und werden auch von Enterprise-Distributionen wie RHEL, AlmaLinux und Rocky Linux direkt genutzt. Die Treiber sind allerdings nicht so aktuell wie bei Arch oder Fedora.

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    2. Naja wenn die Grafik funktioniert brauchste nix machen, wenns nicht funktioniert, dann musste nen anderen Treiber nehmen.
      Damit kannste doch wunderbar spielen und es erforschen. Kommt ja immer auf Deine Anforderungen an.
      Also kurz gesagt, die Standarttreiber sollten mit allem funktionieren.

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