OpenMandriva hat in einer Stellungnahme im eigenen Forum über einen handfesten internen Eklat berichtet, der in Sabotageakten gegen die eigene Infrastruktur gipfelte.
Streit im Matrix-Chat
Auslöser war laut Team-Mitglied AngryPenguin ein Streit im Matrix-Chat des Projekts: Ein Nutzer verhielt sich wiederholt abwertend gegenüber anderen Mitwirkenden, woraufhin er aus dem Cooker-Chat geworfen wurde, ohne einen Bann oder Ausschluss von der weiteren Mitarbeit. Das reichte trotzdem, um eine Kettenreaktion loszutreten: Mehrere Personen verließen daraufhin aus Protest das Projekt, darunter auch Davide Beatrici, der zuvor unter anderem am Voice-Chat-Tool Mumble mitgearbeitet hatte und sich um die Migration der OpenMandriva-Repositories auf eine private OneDev-Instanz gekümmert hatte.
GitHub-Repositories gelöscht
Nachdem das Projekt die Spiegelung zu dieser privaten Infrastruktur kappte, soll Beatrici seine noch vorhandenen Admin-Rechte genutzt haben, um Teile des GitHub-Repositories zu löschen, womit teilweise die Arbeit von über einem Jahrzehnt entfernt wurde. Zusätzlich habe er ein leeres Paket ins Cooker-Repository eingespielt, das sämtliche GNOME- und Cosmic-Pakete als veraltet markierte und damit Systeme von Nutzer:innen dieser Desktops potenziell beschädigen konnte.
Wiederherstellung hat begonnen
Das Team arbeitet inzwischen an der Wiederherstellung der gelöschten Repositories und der betroffenen Pakete. Ein vollständiges Sicherheitsaudit habe keine weiteren Verstöße zutage gebracht. Auf rechtliche Schritte will OpenMandriva trotz möglicher Strafbarkeit verzichten, warnt die Community aber ausdrücklich vor Beatrici, um vergleichbare Vorfälle bei anderen Projekten zu verhindern.
