OpenMandriva hat in einer Stellungnahme im eigenen Forum über einen handfesten internen Eklat berichtet, der in Sabotageakten gegen die eigene Infrastruktur gipfelte.
Streit im Matrix-Chat
Auslöser war laut Team-Mitglied AngryPenguin ein Streit im Matrix-Chat des Projekts: Ein Nutzer verhielt sich wiederholt abwertend gegenüber anderen Mitwirkenden, woraufhin er aus dem Cooker-Chat geworfen wurde, ohne einen Bann oder Ausschluss von der weiteren Mitarbeit. Das reichte trotzdem, um eine Kettenreaktion loszutreten: Mehrere Personen verließen daraufhin aus Protest das Projekt, darunter auch Davide Beatrici, der zuvor unter anderem am Voice-Chat-Tool Mumble mitgearbeitet hatte und sich um die Migration der OpenMandriva-Repositories auf eine private OneDev-Instanz gekümmert hatte.
GitHub-Repositories gelöscht
Nachdem das Projekt die Spiegelung zu dieser privaten Infrastruktur kappte, soll Beatrici seine noch vorhandenen Admin-Rechte genutzt haben, um Teile des GitHub-Repositories zu löschen, womit teilweise die Arbeit von über einem Jahrzehnt entfernt wurde. Zusätzlich habe er ein leeres Paket ins Cooker-Repository eingespielt, das sämtliche GNOME- und Cosmic-Pakete als veraltet markierte und damit Systeme von Nutzern dieser Desktops potenziell beschädigen konnte.
Wiederherstellung hat begonnen
Das Team arbeitet inzwischen an der Wiederherstellung der gelöschten Repositories und der betroffenen Pakete. Ein vollständiges Sicherheitsaudit habe keine weiteren Verstöße zutage gebracht. Auf rechtliche Schritte will OpenMandriva trotz möglicher Strafbarkeit verzichten, warnt die Community aber ausdrücklich vor Beatrici, um vergleichbare Vorfälle bei anderen Projekten zu verhindern.

“Nutzer:innen”: hoffe, dies ist nur ein Schreibfehler!
Ups. Es gibt eine Arbeitsumgebung, in der ich sowas nutzen muss. Zu viele Hüte, um das immer sauber zu trennen. Habs beseitigt.
Das ganze war gestern auch Thema im Tux Flash auf YouTube.
Is schon ne krasse Nummer. Ganz geschnallt hab ich das immer noch nicht. Aber genau meine Art news.
Wuensche allen Beteiligten viel Glueck und blessings
Pleasure Squad Nine-tailed Fox 🦊
Sehr ärgerlich das Ganze und es macht auch Arbeit es wieder herzustellen, aber das Gute an git ist, dass jeder Mitwirkende seine eigen lokale Kopie auf dem Rechner hat.
10 Jahre gemeinsame Arbeit sind selbst durch Sabotage nicht so einfach aus der Welt zu schaffen. Ein einzelner hat nicht die Macht alle Kopien zu löschen.
Ich hoffe das Projekt kann die internen Querelen überwinden, klarere Strukturen setzen und gestärkt aus dieser Krise kommen.
Git alleine rettet dich da aber auch nur begrenzt und nur wenn jemand gerade das komplette Repository hatte und nicht nur Teile davon. Issues, pull requests usw. sind dann ohne Backups auch alle weg.
Ja aber bei git selbst kloned man das komplette repo. Große Monorepos wie der Linux kernel sind unzerstörbar
Man muss Repos nicht vollständig klonen, sondern kann das mit Optionen wie –depth auch einschränken.
+
https://lunduke.substack.com/p/openmandrivas-attempted-sabotage
Post auf X zum Thema:
https://x.com/LundukeJournal/status/2075009926187933957
Beatrici hat sich wohl persönlich gegenüber The Lunduke Journal geäußert…
Danke fuer den link. Leider bin ich nicht auf X. Aber wenn Lunduke dran ist. 👌
Der ist genau der richtige dafuer 👍
Nochmals Danke
Blessings 💕