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Scribus 1.6.0 mit überarbeiteter Benutzeroberfläche

Anwendungen für Desktop-Publishing (DTP) sind rar gesät im Umfeld von Open Source. Scribus ist hier der Standard für Seitenlayout und ist auch im professionellen Umfeld beliebt. Nach Jahren in der Entwicklung ist nun Scribus 1.6.0 erschienen. In der Ankündigung schreiben die Entwickler über Scribus 1.6.0, es »enthält Tausende von Verbesserungen und Korrekturen in allen Bereichen des Programms. Es hat mehr Funktionen, ist schneller und stabiler.«

Überarbeitung der Benutzeroberfläche

Scribus 1.6.0, das auf Qt 5.15.x basiert, ersetzt die stabile Version 1.4.8 und die Entwicklungsserie 1.5.x. Zu den Höhepunkten der neuen Version zählt die Überarbeitung der Benutzeroberfläche von 1.4.x, einschließlich neuer Icons und Unterstützung für den Hell/Dunkel-Modus. Eine neue Funktion ist die Möglichkeit, nach einer bestimmten Funktion zu suchen, wie man es in GIMP oder Photoshop kann. Wenn möglich, zeigt der neue Dialog auch den Menüpfad an. Eine neue PDF-basierte Ausgabevorschau ist jetzt ebenfalls verfügbar. Mit der neuen Weld-Funktion können Objekte kombiniert und verschoben werden, ohne dass sie gruppiert werden, d. h. jedes Objekt bleibt voll editierbar.

Text, Typografie und Schriften

Scribus 1.6.0 setzt einige der am häufigsten von Anwendern gewünschten Textfunktionen um. Das umfasst Funktionen wie die vertikale Textausrichtung, die Kontrolle der Witwen und Waisen sowie derzeit noch experimentelle Funktionen wie Fuß- und Endnoten, Textvariablen und Querverweise sowie Schlagschatten. Scribus bietet nun auch Zugang zu fortgeschrittenen OpenType-Funktionen wie Ligaturen und alternativen Glyphen.

In Scribus 1.6.0 wurden zudem mehrere neue Befehle hinzugefügt, um die Erstellung von Dokumenten mithilfe von Skripten einfacher und vielseitiger zu gestalten. Die Python-Skripterstellung wurde von Python Version 2 auf 3 migriert. Das Barcode-Plug-in wurde aktualisiert und bietet neue Funktionen wie GS1 Digital Link URIs für die Barcodierung im Einzelhandel.

Import und Export

Scribus 1.6.0 kann Bitmap-Bilder in seinem eigenen Dateiformat speichern, während es bisher nur möglich war, auf externe Bilder zu verlinken. Die neue Version enthält zudem eine große Anzahl neuer oder umgeschriebener Importfilter, obwohl nicht alle von gleicher Qualität sind und einige noch experimentell sind. Dazu zählen Funktionen zum Importieren von RTF und DOCX und Markdown sowie ein massiv verbesserter Import von PDF, womit jetzt viele PDF-Dateien direkt geöffnet und das ursprüngliche Layout erhalten werden kann. Auch Kritas KRA-Format wird nun unterstützt. Dank der Arbeit des Document Liberation Projekts wurden experimentelle Importfilter für ZonerDraw- Vektorzeichnungen (Versionen 4 und 5) und QuarkXPress-Dokumente (Versionen 3 und 4) hinzugefügt.

Weitere neue Import-Filter:

  • Computer Graphics Metafile (CGM)
  • Photoshop Custom Shapes (CSH)
  • Micrografx Draw (DRW)
  • Enhanced Metafile (EMF)
  • StarView Metafile (SVM)
  • WordPerfect® Graphics (WPG)
  • Xara® Designer (XAR).

An den XDG-Standard angepasst

Scribus folgt jetzt dem XDG-Standard für Konfigurationsdateien. Daher ist das Scribus-Einstellungsverzeichnis auf Linux-Distributionen von ~/.scribus/ in das neue Standardverzeichnis ~/.config/scribus/ umgezogen. Viele weitere neue Funktionen sind in der Ankündigung der neuen Version nachzulesen.

Die neue Version ist bisher lediglich bei Gentoo, KaOS, PCLinuxOS und FreeBSD verfügbar, wird aber in absehbarer Zeit in weiteren Distributionen erscheinen. Die Anwendung kann alternativ bereits aktualisiert als Flatpak oder AppImage installiert werden.

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