KDE Plasma

siduction 2021.2.0 mit neuem Handbuch und Plasma 5.22.4

siduction, eine Rolling-Release-Distribution auf der Basis von Debian Sid wird in diesen Tagen 10 Jahre alt. Aus diesem Anlass veröffentlichen die Entwickler das dritte Release in diesem Jahr.

Farewell als Abschied für einen Freund

Die Desktops, die siduction 2021.2.0 »Farewell« ausliefert sind KDE Plasma 5.20.5 und Plasma Future 5.22.4, LXQt 0.16.0-1, Cinnamon 4.8.6.2, Xfce 4.16, Lxde 11, sowie die Abbilder Xorg und noX, wobei Xorg mit Fluxbox startet während noX gar kein X hat. GNOME und MATE haben es wieder nicht geschafft, da es keinen Betreuer innerhalb von siduction dafür gibt. Bei Interesse könnt ihr euch gerne melden. Natürlich sind beide Desktops weiterhin aus dem Repository installierbar.

Aktueller Kernel 5.13.6

Die veröffentlichten Images von siduction 2021.2.0 sind ein Schnappschuss von Debian Unstable, auch als Sid bekannt, vom 28.07.2021. Sie sind mit einigen nützlichen Paketen und Skripten, einem auf Calamares basierenden Installer und einer angepassten Version des Linux-Kernels 5.13.6 angereichert. Systemd steht bei v247.3-6.

iNet Wireless Daemon im Einsatz

Die Änderungen seit dem letzten Release bei Paketen und Desktops sind überschaubar, da sich Debian während der gesamten Entwicklungszeit im Freeze für Debian 11 befand. Für Fans aktueller Plasma-Editionen ist als kleines Geburtstagsgeschenk Plasma Future 5.22.4. Das Abbild basiert auf den Paketen von Norbert Preining und dem Debian-KDE-Qt-Team. die auch für Plasma 5.20.5 im kommenden Debian 11 verantwortlich sind. Dieses Image verwendet für den WLAN-Zugang Intels iNet Wireless Daemon (iwd) und hat doas als Alternative zu sudo vorinstalliert. Iwd ist auch in den Abbildern für Xorg und noX vorkonfiguriert. Weitere Tests stehen für die übrigen Desktops an, um WPA-Supplicant mit einer der nächsten Veröffentlichungen in Rente schicken zu können.

Handbuch neu aufgelegt

Der eigentliche Höhepunkt ist laut den Release Notes aber das siduction-Handbuch, das 2006 bei sidux, einem Vorgänger von siduction begonnen und über die Jahre vernachlässigt wurde. Jetzt ist das über 300 Seiten starke Handbuch technisch und inhaltlich auf dem neuesten Stand und in das Abbild eingebunden. Es kann zudem als PDF oder in HTML heruntergeladen oder auf der Webseite gelesen werden. Für das nächste Release ist die Veröffentlichung des Handbuchs in Englisch geplant.

Die Abbilder von siduction 2021.2.0 »Farewell« sind im Downloadbereich des Projekts in 64-Bit verfügbar. Der Codename »Farewell« bezieht sich übrigens nicht auf eine Einstellung der Distribution, sondern ist ein Gedenken an ein verstorbenes Mitglied des Core-Teams.

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24 Kommentare

  1. Kommt Plasma Future 5.22.4 aus den Paketquellen von Paketen von Norbert Preining?
    Sprich es werden die Paketquellen von Norbert Preining mit eingebunden?
    Bis jetzt habe es so verstanden das Debian Sid mit KDE 5.20 kommt? Oder werfe ich hier was durcheinander?

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    1. In Debian werden aktuelle Paket-Versionen zuerst immer in sid aufgenommen.
      Nach kurzer Zeit werden sie auch in testig aufgenommen und ersetzen auch dort jeweils die Vorversionen. Wenn alle zwei Jahre Debian ein freeze von testing macht (keine neuen Paketversionen in testing aufnimmt) um einige Arbeiten vornehmen zu können, bevor testing dann in das neue stable umbenannt wird, dann gibt es zeitweise einen kleinen Stau. In sid ist also jetzt schon eine neuere Version von KDE plasma verfügbar als es im zukünftigen Debian stable sein wird.
      Norbert Preining erstellt z.Zt ohnehin alle KDE-Pakete für Debian, das macht diesbezüglich keinen Unterschied.
      Und da siduction die Pakete von Debian sid nimmt, heißt das: “Wer stets aktuelle Softwareversionen wünscht, z.B. plasma, kann sich das rollende Siduction auf seinen Rechner installieren.” Debian stable wird hingegen zwei Jahre auf der plasma Version 5.20 verbleiben.

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    2. Bei Plasma Future 5.22.4 werden die Paketquellen von Norbert Preining eingebunden. Dieses Image wird aber kurz nach der Veröffentlichung von Debian 11 obsolet werden, da Sid dann eh 5.22 und fortlaufend neue Versionen erhalten wird. Das heißt auch, für Plasma Future wird es beim nächsten siduction Release gar keinen Grund geben.

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      1. Grade wollte ich mir “Plasma Future” runterladen … jetzt warte ich noch bis zur Veröffentlichung der 11er.

        Für’s Verständis: Wenn siduction unstable als Basis benutzt, wieso ist es dann von der Sperre des testing-Archives betroffen?

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        1. Weil Sid davon auch in Mitleidenschaft gezogen wird. Es macht wenig Sinn, Pakete nach Sid hochzuladen, die dann dort Monate rumliegen, bevor sie dann aufsteigen können. Deshalb wird es oft nach der Veröffentlichung einer neuen Stable etwas hektisch in Sid, weil alle ihre neuen Pakete hochladen.

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  2. Danke für den Artikel.
    2 Anmerkungen:
    Xorg ist ein Desktop? Denke eher, Du meinst Abbilder die man herunterladen kann?

    “Firefox hat ein mögliches Sicherheitsrisiko erkannt und wiki.siduction.org nicht geladen.”

    Sicherheitswarnung bei https.. irgendein Zertifikat abgelaufen? 🙂
    Lade mir grade die Xorg Version und wollte währenddessen mal im Wiki vorbeischauen …

    Gruß

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      1. Jo, grad gesehen dass es mit Fluxbox ist, welches ich ja auch seit Jahren mit meinem Sid benutze … beim Download steht aber auch Xorg …

        Handbuch *pfff* ich mach lieber was kaputt um es dann wieder zu reparieren, wo bleibt denn sonst der Spaß? 😉

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  3. Ich hätte es gerne einmal wieder installiert, wenn nicht die Festplattenverschlüsselung im Gegensatz zur Debian-Installation so umständlich wäre. Gibt es in dieser Hinsicht vielleicht eine Information?

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        1. Leider kann ich meinen noch nicht freigeschalteten Beitrag nicht mehr editieren:

          Gerade eben nochmal ausprobiert … tatsächlich, es geht! Die Verschlüsselung ist im Live-Installer anwählbar.

          Mea culpa!

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    1. Und warum die Verschlüsselung nicht einfach händisch mit cryptsetup einrichten? Dazu ist lediglich ein Live Medium nötig, mit dem man dann in ein chroot bootet und wenn man einmal die rootshell offen hat, könnte man auch gleich mit debootstrap weitermachen, dann braucht es keinen “installer”.

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