Social Network Diaspora verliert 2 Pods

Das soziale Netzwerk Diaspora ist ein verteiltes Netzwerk, das aus unabhängigen, dezentralen Knoten, den sogenannten Pods besteht. Anwender, die Diaspora nutzen wollen, müssen sich dazu auf einem Pod registrieren. Da diese Pods unabhängig betrieben werden, kommt es vor, dass die Betreiber aus unterschiedlichen Gründen einen Pod schließen.

Zwei Pods werden abgeschaltet

Genau das passiert im Moment mit zwei gut besuchten Pods. Am 4. März schloss mit JoinDiaspora der älteste und größte Pod von Diaspora seine Pforten. Ihm wird zum Monatsende mit Pluspora ein zweiter Pod folgen, der ins Spiel kam, nachdem Google + seine Pforten geschlossen hat. Somit werden zum Monatsende viele ehemalige Plusser zum zweiten Mal heimatlos und müssen sich einen neuen Pod suchen.

Neue Heimat

Ich habe in den letzten Jahren dieses Blog auf Pluspora geteilt und musste mir jetzt einen neuen Pod suchen. Ab dem Monatsende teile ich die News von hier auf linuxnews@diasp.de. Ich habe meinen Stream seit 2017 von Pluspora zwar exportieren können, leider gibt es aber noch keine Möglichkeit zum Re-Import oder eine Migration von einem zum anderen Pod. Der Import ist für die Zukunft in Aussicht gestellt.

Das Sterben Sozialer Netzwerke

Mit youme.social verschwand vor rund zwei Wochen ein weiteres soziales Netzwerk spurlos von der Bildfläche, ohne dass ich im Netz einen Grund dafür finden kann. Auch das mit vielen Hoffnungen versehene und mit viel Herzblut entwickelte Netzwerk Okuna, das als Openbook gestartet war, hat die Pandemie nicht überlebt und gruppiert sich gerade neu unter dem Namen Somus. Hier soll ein Relaunch kurz bevorstehen.

All das beweist, dass es sehr schwierig ist, Alternativen zu Facebook zu etablieren, wenn es darum geht, sich Werte wie den Schutz der Daten und der Privatsphäre auf die Fahnen zu schreiben. Investoren sehen darin leider kein tragfähiges Geschäftsmodell.

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14 Kommentare

  1. Keiner der etwas dazu sagen könnte?
    Mittlerweile habe ich mich ein wenig mehr mit Mastodon angefreundet.
    Da bleiben aber noch viele Fragen für mich offen …aber die werde ich auch noch heraus finden.
    Bei Diaspora habe ich mich auch angemeldet, aber damit werde ich noch weniger warm wie bei Mastodon.
    Würde mich über ein paar Infos oder Feedback freuen.

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  2. Ich möchte mal hier quer dazu steigen. Bisher habe ich es erfolgreich geschafft mich von Facebook & Co. fern zu halten. Das Thema Social Network interessiert mich aber trotzdem und deswegen finde ich solche Artikel Klasse. Danke dafür!
    Okuna ist nun leider tot und zu Diaspora konnte ich mich nie hinreißen lassen.
    Mit Mastodon werde ich nicht wirklich warm, liegt aber sicherlich auch an mir, meiner Ungeduld und der verhältnismäßig geringen Bereitschaft über mäßig viel Zeit in die Suche und das aus probieren, zu investieren. Na ja, wahrscheinlich stecke ich bereits mehr Energie wie der übliche Facebook User hinein …
    Über soziale Netzwerke lässt sich viel im Netz finden und lesen und am Ende funktioniert nur aus aus probieren.
    Aber genau dieses Filtern verschlingt viel Zeit und fordert viel Geduld.
    Daher suche ich immer wertvolle Tips von Usern.
    Genau dort möchte ich hier ansetzen. Welche Netzwerke könnt ihr empfehlen und warum? Was kommt Facebook am nächsten?
    Vielleicht ist diese Frage hier auch falsch, aber in einem sozialem Netzwerk kann ich sie leider nicht stellen (grins).

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  3. Die User Stories für die vorhandenen Social Networks sind schon vergeben und sorgen mit dem Netzwerkeffekt für eine stabile Aufteilung des Marktes: Um nachzusehen daß

    • die Ex mittlerweile auch nicht mehr so heiß und sexy ist -> Facebook
    • die alten Kollegen auch noch im Dreck scharren -> Xing

    Beides auch nicht unbedingt positive und produktive Anwendungsfälle, um die wir uns kümmern sollten. Raum für weitere Soziale Netzwerke besteht in speziellen Bereichen – Interessengruppen, Vereine usw. Wenn die mit Fediverse – Technologien zusammenspielen können – d.h. nicht für jedes Thema eine neue Registrierung benötigt wird, um so besser.

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  4. Solange kein tragfähiges Geschäftsmodell hinter dem Netzwerk steht, wird soetwas immer wieder vorkommen. Der Betrieb eines Servers kostet – der läuft halt mit als Soda- Kosten solange sich da nur ein paar Hanseln darauf tummeln. Aber wehe, der Bedarf an Speicherplatz und vor allem Bandbreite steigt …

    Das Modell der Plattform- Ökonomie (freie Dienste für Deine Daten) scheitert an seiner The Winner Takes It All Eigenschaft für alle außer den GAFAM.

    Kryptowährungen und Token Ökonomie können da ein Ausweg sein. Odysee ist ein Beispiel für eine Youtube- Alternative das zu funktionieren scheint.

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  5. Diaspora gibt es noch und das wird noch genutzt?
    Schon vor etlichen Jahren, als ich es mir angeschaut hatte, war es halbtot und arm an Features verglichen mit der Konkurrenz.
    Das Fediverse hingegen hat sich prächtig entwickelt: Misskey, Pleroma, Pixelfed und Co.

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  6. Oft ist es eben doch eine Geldfrage. Hosting kostet, Zeit sich drum zu kümmern ist auch begrenzt. Wie so oft, wenn jeder dritte mal 50¢ monatlich spenden würde, wäre dieses Problem oftmals vom Tisch. Könnte ja eigentlich nicht so schwer sein.

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    1. Mit den gegenwärtigen Zahlungssystemen ist es schon teurer oder zumindestens aufwendiger, die Spende abzuschicken als der Wert dieser selber. Eine Token-Ökonomie könnte helfen – auch um da ggf. Werbung zu schalten, Content zu inzentivieren usw.

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  7. leider gibt es aber noch keine Möglichkeit zum Re-Import oder eine Migration von einem zum anderen Pod. Der Import ist für die Zukunft in Aussicht gestellt.

    Das ist eine der größten Schwächen von Diaspora*. Und das „in Aussicht stellen“ des Reimports hat auch schon mächtig Patina… das wird seit vielen Jahren immer mal „versprochen“. Ich fürchte das wird nix.

    Meine Empfehlung für nun Heimatlose wäre ein Versuch mit Hubzilla. Da funktionieren Ex- und Import und über die nomadische Identität ist es möglich, seine Kanäle auf mehreren Hubs gleichzeitig (synchron) zu halten. Macht dann ein Hub dicht (ob spontan über Nacht oder angekündigt), legt man einen anderen Hub als Haupt-Hub fest und es geht nix verloren… man hat nicht einmal einen „Schluckauf“ in der Benutzung. Und wenn der Hub das Diaspora-Protokoll aktiviert hat, dann kann man sich mit seinen „Freunden“ aus Diaspora* auch verbinden.

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  8. Vielen Dank für den Artikel über Soziale Netzwerke und Diaspora. Meiner Meinung nach ist dies kein Problem freier sozialer Netzwerke (Fediverse), sondern ein hausgemachtes Problem von Diaspora. Die Nutzung von Diaspora sinkt stetig, während die Nutzung anderer Fediverse-Projekte (Mastodon, Pleroma, Pixelfed, Peertube, Misskey, Hubzilla, Friendica, etc.) steigt.

    Ein Grund für das Scheitern von Diaspora ist die Weigerung des Projekts das Fediverse-Protokoll ActivityPub zu unterstützen. Alle Projekte (die in der Klammer oben) unterstützen ActivityPub und können so miteinander kommunizieren. Das Diaspora-Protokoll ist weitestgehend eine Insellösung. Ich persönlich empfinde Diaspora daher nicht wirklich als Teil des Fediverse.

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      1. nicht Teil des Fediverse – Hubzilla zwar auch nicht, aber Hubzillians können sich dennoch (eingeschränkt) mit dem Fediverse verbinden

        Sagt WER? Natürlich ist Hubzilla Teil des Fediverse… und wo jetzt die „eingeschränkte“ Verbindungsfähigkeit vorliegen soll, entzieht sich auch meiner Kenntnis.

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        1. Sagt vermutlich Hubzilla selbst:

          By default Hubzilla account federates only within Hubzilla network. You need to turn on ActivityPub and diaspora plugins in profile settings in order to connect with your friends from other networks

          Und die Integration ist eben nicht perfekt:

          Sharing files is possible only between Hubzilla users, friends from other networks will not have access to shared files

          https://fediverse.party/en/hubzilla/
          Ein weiterer Hinweis ist, dass auf deren Homepage weder „Fediverse“ noch „ActivityPub“ auftauchen.
          Aber verbinden können sie sich ja schon – ich finde das System aufgrund der „Nomadic Identity“ übrigens _eigentlich_ am vielversprechendsten … leider hat es sich noch nicht so weit verbreitet.

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