TaskManager OG

TMOG: Neuer Taskmanager für Linux

Rund 30 Jahre, nachdem Dave Plummer bei Microsoft den ursprünglichen Windows Task Manager entwickelt hat, legt er mit TMOG (Task Manager OG) eine moderne Neuinterpretation vor. Anders als sein Vorbild läuft der Systemmonitor nicht nur unter Windows, sondern auch unter Linux und macOS. Zur Entstehungsgeschichte merkt Plummer an, er habe einen großen Teil des Codes von Claude Code erzeugen lassen.

Ausführlicher Prompt

Ganz überließ Plummer dem inzwischen verbreiteten Vibe Coding die Entwicklung allerdings nicht. Statt Claude lediglich mit der Aufforderung loszuschicken, einen Taskmanager zu programmieren, erstellte er zuvor eine 107 Seiten umfassende Spezifikation. Laut Plummer entstand daraus innerhalb von rund vier Stunden ein lauffähiger Prototyp. Dann entwickelte er TMOG über mehrere Wochen zusammen mit zwei weiteren Beteiligten und Claude Code weiter.

TMOG soll vor allem dabei helfen, die Ursachen von Leistungseinbrüchen zu finden. Dafür vereint die Anwendung zwölf Ansichten unter einer Oberfläche. Neben einer Zusammenfassung und einer Prozessliste gibt es unter anderem Ansichten für CPU- und Speicherlast, Datenträger, Netzwerkverbindungen, Dienste, Autostart-Programme, Energieverbrauch und Benchmarks. Messwerte und Diagramme können mit deutlich höheren Aktualisierungsraten dargestellt werden als bei klassischen Systemmonitoren.

Native Anwendung statt Electron

Für Linux setzt Plummer nicht auf Electron oder eine andere Web-Technik, sondern verwendet C++ und für die Oberfläche Qt 6. Die Linux-Version greift sowohl unter X11 als auch Wayland direkt auf Systemmetriken zu. Windows und macOS erhalten jeweils eigene native Oberflächen auf Basis von Win32 beziehungsweise Swift und AppKit.

Bereitstellung

Unter Linux steht TMOG für x86-64 und ARM64 bereit. Angeboten werden ein AppImage, ein DEB-Paket für Debian und Ubuntu sowie ein Tar-Archiv. Für Arch Linux lässt sich das Tool im AUR erstellen. Die derzeit aktuelle Linux-Ausgabe trägt die Bezeichnung Version 0.1.4. Beta 3.1. Die Entwickler weisen darauf hin, dass insbesondere die Verfügbarkeit von Hardware-Sensoren vom jeweiligen System abhängt und bisher nicht vollständig ist.

Optisch orientiert sich TMOG weniger an nüchternen Linux-Systemmonitoren wie GNOME System Monitor oder Plasma System Monitor. Neben hellen und dunklen Oberflächen stehen unter anderem grüne, bernsteinfarbene und blaue Phosphor-Themes zur Verfügung. Auf Wunsch kann TMOG zudem seinen eigenen Prozess in die Messungen einbeziehen, sodass sich der Ressourcenbedarf des Systemmonitors selbst beobachten lässt.

Kostenlose und Pro-Version

TMOG ist leider keine freie Software, sondern ein kommerzielles Produkt mit kostenlos nutzbarer Basisversion. Diese umfasst die eigentliche System- und Prozessüberwachung. Die kostenpflichtige Pro-Ausgabe erweitert TMOG unter anderem um den sogenannten Flugschreiber. Dieser zeichnet Telemetriedaten auf und erlaubt es, einen zurückliegenden Leistungseinbruch nachträglich zu untersuchen.

Nach Angaben des Projekts übermittelt TMOG weder Nutzungsstatistiken noch Hardware-, Prozess- oder Identifikationsdaten. Ansonsten nimmt die Anwendung lediglich für die Update-Prüfung Verbindung nach außen auf. Die kostenlose Ausgabe soll nicht zeitlich beschränkt sein.

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