Bereits vor einem Jahr kam auf der Entwickler-Liste für den Linux-Kernel der Vorschlag auf, die Unterstützung für die vor 33 Jahren eingeführten Intel 486-Prozessoren einzustellen. Damals meldete sich gerade mal ein Entwickler, der noch einen Rechner damit in Verwendung hatte.
Künftig erst ab Pentium?
Jetzt griff Linus Torvalds das Thema erneut auf und schlug vor, die Unterstützung für i486 noch in diesem Jahr zu entfernen. Da aber Linux 6.1 ein LTS-Kernel sein wird, wird die Unterstützung wohl frühestens mit Linux 6.2 im Frühjahr 2023 entfallen. Somit würden künftig Prozessoren erst ab der 1993 eingeführten Pentium-Baureihe unterstützt.
I really don’t think i486 class hardware is relevant anymore…At some point, people have them as museum pieces. They might as well run museum kernels.
Linus Torvalds,
Wird noch gebaut
Obwohl Intel selbst die Produktion von i486 bereits 2007 eingestellt hat, kann man noch heute Hardware erwerben, die auf der i486-Architektur basieren. So etwa SoCs der Baureihe Vortex86 des taiwanesischen Hersteller DMP Electronics für den Embedded-Bereich.
Bei BSD und Linux-Distributionen unterstützt
Beim Intel 80486 oder kurz i486 handelt es sich um einen 32-Bit-Mikroprozessor, der 1989 von Intel als Nachfolger des i386 vorgestellt wurde und bis 1995 Verbreitung fand. In dieser Zeit stieg die Taktfrequenz von 16 MHz beim i486SX bis auf 120 MHz beim i486DX4. Der 486er wurde auch von AMD in Lizenz gebaut. Unterstützung für i486 gibt es weiterhin im BSD-Lager, etwa bei NetBSD oder FreeBSD, die sogar i386 weiterhin unterstützen.
Auch unter Linux können Retro-Rechner mit i486 weiterhin mit älteren Kerneln betrieben werden. So wird etwa Linux 5.10 noch bis 2026 unterstützt. Wobei es allerdings fraglich ist, ob moderne Kernel mit i486 laufen und wenn ja, ob sie davon profitieren. Linux-Distributionen, die i486 unterstützen, gibt es noch zur Genüge.
Bild: Intel i486SX mit 25 MHz von Henry Mühlpfordt | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Kann man den Code für die alten Systeme nicht einfach drinnen lassen oder ist das sehr aufwendig, den “Uralt-Code” immer wieder zu implementieren? (Frage ich als absoluter Programmier-Noob.)
Das Argument, Linux ist gut um alte Hardware weiterzuverwenden ist nun auch Humbug…
Wieso ist das Humbug? Laufen die Systeme dann nichtmehr? Soweit ich weis bekomme ich sogar noch den allersten Kernel. Jetzt ist 486 dran und der letzte Kernel ist 6.1, sogar noch ein LTS. Also mehr geht nicht.
2026 ist da sense… Dann gibts keine Securityupdates mehr für i486 Maschinen.
Ich habe mal für so ‘nen großen PC-Recycler gearbeitet, und wenn man mal schaut, welche komischen Typen da anrufen um 317 Stück P2 (oder P3??) inkl. Motherboard zu bekommen, da guckst Du erstmal doof, wenn man die plötzlich nach 10 Jahren aus dem Lager loswird für hunderte Euro / Stück.
Auf meine Frage, was der damit vorhat kam nur ein “in England die Bargeldautomaten fallen grade reihenweise aus und die Software funktioniert nur, wenn genau diese CPUs mit diesem Motherboard drin ist…”
Ob es jetzt stimmt kann und konnte ich nicht nachprüfen, aber bei der Summe die über den Tisch ging für “Schrott”, nehme ich mal an dass es stimmt.
Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass es da draußen bestimmt Systeme gibt, die relevant jeden Tag für uns arbeiten, auf Basis eines atombombengeprüften 486ers 😉
Offiziell wird dann der 486er nicht mehr unterstützt, aber könnte ich mir denn nicht einen eigenen Kernel mit der Unterstützung kompilieren?
Der Code wird dann entfernt, nehme ich mal an.
Davon gehe ich auch aus, ansonsten waere es ja quatsch.
Theoretisch kannst du den letzten Stand, der deine CPU noch unterstützt weiterpflegen und selbst die Patches einbauen, die in die neuen Kernel-Repos einfließen. So wird das ja auch im Android Bereich gemacht (siehe LineageOS etc.)
Lineage Dropt schnell die Unterstützung. Es gibt einige wenige Geräte die länger als drei Jahre support bekommen.
Beim Original Lineage Image gebe ich dir recht, aber schau mal ins xda-developers Forum. Dort findest du auch vereinzelt inoffizielle Images, welche auf Lineage etc basieren.
Naja, das finde ich nicht so gut, da viele von uns auch noch gern mit einem alten Notebook arbeiten.
d.h. Kernelstand bleibt dann alt.
Ich habe nie verstanden, warum Leute darauf bestehen, uralte Hardware zu unterstützen, die schon seit 3 Jahrzehnten nicht mehr relevant ist. …
Nicht alles Neue ist wirklich super 😀 ; ausserdem schaetze ich, das die altgedienten auch gern mal ihren Libretto rausholen und CB funkuebertragung(install etc.) machen
Mit einem 486 Notebook arbeiten?
Ja kleine lustige Sachen machen und einfach mal sein altes liebes Naotbook benutzen. Also ich benutze gern mal mein altes Thinkpad 701 CS. Das gebe ich auch nicht her, war vom Design das beste NB ever.