Die Kernel-Community hat mit Dan Williams einen langjährigen Entwickler verloren. Williams verstarb jetzt unerwartet im Alter von 54 Jahren.
Wer sich schon einmal mit persistentem Speicher unter Linux beschäftigt hat, ist zwangsläufig über Williams Arbeit gestolpert: Er begründete das libnvdimm-Subsystem, das die Persistent-Memory-Ressourcen im Kernel verwaltet, und trieb die Integration der DAX-Semantik in Linux-Dateisysteme maßgeblich voran. In den vergangenen Jahren übernahm er als Principal Engineer bei Intel zusätzlich die Pflege des CXL-Subsystems (Compute Express Link) und leitete dort mehrere große Enabling-Runden für aktuelle Kernel-Versionen. Sein GitHub-Projekt ndctl bündelt bis heute Tools für CXL, NVDIMMs und Memory-Tiering.
Über die reine Technik hinaus war Williams vor allem für seine Geduld bekannt. Er war über viele Jahre ein geschätztes Mitglied im Technischen Beirat der Linux Foundation. Zuletzt hatte er den Text für eine Nachfolgeregelung, das sogenannte Konklave, entworfen, das zusammentritt, um zu entscheiden, wer die Kernelentwicklung leitet, sollte Linus Torvalds dazu nicht mehr in der Lage sein.
In den Kommentaren unter dem LWN-Artikel, der über sein Ableben informiert, häufen sich Stimmen von Entwicklern, die ihren eigenen Einstieg in die Kernel-Community ihm verdanken, die ihn als einen der zugänglichsten und hilfsbereitesten Maintainer beschreiben. Auf der kommenden Linux Plumbers Conference ist eine »Celebration of Life« geplant.
