Die Entwickler bei Lime Technology haben gestern ihr NAS-Betriebssystem Unraid in Version 7.3 freigegeben und verabschieden sich damit vom USB-Stick als einzigem Bootmedium. Damit erfüllen sie einen lang gehegten Wunsch vieler Anwender.
Mit der neuen Version lässt sich Unraid nun nicht mehr nur auf einem USB‑Stick installieren, sondern auch auf internem Storage wie SSD oder NVMe oder eMMC. Bisherige USB-Flash-Nutzer müssen nichts ändern, der Wechsel ist freiwillig.

Lizenz
Da die Lizenz bisher an den USB‑Stick gebunden war, müssen ältere Server ohne TPM 2.0 weiterhin den USB-Stick anstecken, um die Lizenzüberprüfung zu gewährleisten. Bei Systemen ab 2019, bei denen üblicherweise TPM 2.0 vorhanden ist, wird die Lizenz ans Mainboard gebunden, der USB-Stick ist überflüssig.
Verbessertes Onboarding
Ein komplett neu gestalteter Einrichtungsassistent führt neue Nutzer in wenigen Minuten durch die grundlegende Server-Konfiguration. Wer die letzten Upgrades auf 7.2.5 und 7.2.6 noch nicht eingespielt hat, erhält mit v7.3 beide den Fix für die Privilege-Escalation-Lücken. Außerdem werden GnuTLS, Info-ZIP, telnet und X.Org Server aktualisiert. Docker wird auf 29.4.3 aktualisiert. Neu ist ein optionales festes MAC-Adress-Feld in Docker-Templates, was DHCP-Reservierungen und Firewall-Regeln deutlich erleichtert. Zudem wird ein VLAN-Netzwerkfehler behoben.

ZFS & Storage
ZFS wird auf 2.4.1 aktualisiert. Dateien mit Prüfsummenfehlern sind nun direkt in der Web‑UI sichtbar. Die ZFS ARC-Maximalgröße ist jetzt bequem unter Einstellungen → Festplatten-Einstellungen konfigurierbar.
Virtualisierung & Netzwerk
QEMU wird auf 10.2.2 und libvirt auf 12.2.0 angehoben. Veraltete VM-Maschinentypen werden beim Start automatisch aktualisiert, sodass ältere VMs nicht mehr wegen veralteter QEMU-Typen fehlschlagen. Es gibt verbesserte Unterstützung für AMD XDNA/ACP sowie aktuelle Firmware für AMD NPU, Intel Bluetooth und Intel Wireless. Tailscale bekommt eine eigene Stub-Seite unter Einstellungen für einfachere Entdeckung und Installation des Plug-ins.
Weitere Verbesserungen
Die RAM-Anzeige wurde korrigiert, nachdem eine Änderung der Unit-Bezeichnung in dmidecode zu falschen Messwerten geführt hatte. Probleme mit der Zeitzonenbezeichnung und der Kennung in den betroffenen Regionen wurden behoben. ReiserFS wurde vollständig aus dem Basissystem entfernt.
Mit Unraid 7.3 gelingt den Entwicklern mit dem USB-Abschied als größter Neuerung, soliden Sicherheits-Patches und vielen Qualitätsverbesserungen quer durch das System ein wichtiges Update. Wer die Sicherheitspatches für Copy Fail (CVE-2026-31431) und Dirty Frag (CVE-2025-43284) noch nicht eingespielt hat, sollte zeitnah aktualisieren. Weitere Informationen sind im Unraid-Blog nachzulesen.
