Xfce 4.16 ist da!

Xfce 4.16

Die Entwickler der Desktop-Umgebung Xfce haben mit Version 4.16 ihr Versprechen wahr gemacht, die Folgeversion von Xfce 4.14 noch in diesem Jahr zu veröffentlichen. Die Entwickler betonen, es sei nicht nur wegen Corona ein schwieriger Entwicklungszyklus gewesen. Das Projekt zog unter anderem auf GitLab um, was nicht nur eine Änderung im Entwicklungs-Workflow mit sich brachte, sondern ein großer Schritt sei, um attraktiver für neue Mitwirkende zu werden.

Optisch aufgewertet

Die neue Version ist auf den ersten Blick durch einen neuen visuellen Auftritt geprägt. Das neue Icon-Set, das nun der freedesktop.org-Namensspezifikation und einer festen Farbpalette folgt, erschafft einen konsistenten Eindruck gegenüber den bisher oft willkürlich zusammengewürfelt wirkenden Icons. Ein weiterer wichtiger Schritt war nach dem Umstieg auf GTK 3 mit Xfce 4.14 die endgültige Abkehr von der Unterstützung für GTK-2-Code.

Fractional Scaling und ein Dark-Mode fürs Panel

Aber auch an den einzelnen Komponenten gab es viele Verbesserungen. Der Fenstermanager xfwm4 wurde besonders in den Bereichen Compositing und GLX aufgewertet. Unterstützung für Fractional Scaling wurde in die Konfigurationsdialog für Displays eingebaut. Das Panel erhält einen Dark-Mode, der es bei Verwendung des Standard-Adwaita-Themes besser davon absetzt. Es wurden verbesserte Such- und Filterfunktionen für den Settings-Manager implementiert sowie Unterstützung für clientseitige Dekorationen für alle Settings-Dialoge. Ein überarbeiteter About Xfce-Dialog, zeigt nun grundlegende Systeminformationen an.

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Der Dateimanager Thunar erhielt eine Menge an Korrekturen und einige neue Funktionen, darunter eine Pausefunktion für Kopier- und Verschiebeaktionen, Unterstützung für Dateiübertragungen in Warteschlangen, Speichern von Ansichtseinstellungen pro Verzeichnis und Unterstützung für Transparenz in GTK-Themes. Der Sitzungsmanager bietet nun verbesserte Unterstützung für den GPG-Agent 2.1 und der Einstellungsdialog wurde optisch überarbeitet. Der Desktop erhielt hauptsächlich Bugfixes und kleine Verbesserungen sowie ein neues Standard-Hintergrundbild.

Kopieren und Verschieben kann nun pausiert werden

Näher an der Neuzeit

Mit der Veröffentlichung von Xfce 4.16 haben die Entwickler einerseits den früher oft sehr langen Entwicklungszyklus gestrafft und Xfce mit dem Entfernen letzter GTK-2-Anteile etwas näher in die Neuzeit gerückt. Was nun auf den Zettel der Entwickler gehört, ist der Umstieg auf das gerade veröffentlichte GTK 4 sowie die Unterstützung von Wayland. Die Ankündigung der Pläne für Xfce 4.18 wird im neuen Jahr vermutlich nicht lange auf sich warten lassen.

Zur Einstimmung auf Xfce 4.16 haben die Entwickler eine kleine Tour erstellt, das Changelog bietet alle Änderungen von Xfce 4.14 zu 4.16 in der Übersicht. Der Code kann als Ganzes oder in einzelnen Komponenten heruntergeladen werden.

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15 Kommentare

  1. Installiert, läuft 1A, verursacht keinen Output in der

    ~/.xsession-errors
    

    , allerdings wird ein kleinerer Fehler in der

    ~/.xfce4-session.verbose-log
    

    gemeldet, diesen habe ich bereits bei upstream gemeldet und erwarte zeitnah den Fix.

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      1. Auf Arch?

        Nein, ich verwende eine Source-based Rolling Release Distribution.
        Mittlerweile hat sich der Xfce Modulentwickler für meinen Bugreport bedankt und mir versichert, er arbeite bereits an einem Bugfix.

        Also sollte demnächst das erste Update für den Xfce Session Manager zur Verfügung stehen.
        Wie schnell diese dann in den einzelnen Distributionen paketiert werden, hängt wohl von der jeweiligen Distribution ab.

        @Ferdinand: Für dich als Debian Anwender könnte interessant sein, dass es Xfce 4.16 eventuell noch in Debian 11 schafft?
        Zumindest besteht (aus meiner Sicht) eine 50%ige Chance.

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        1. Was Xfce 4.16 in Debian 11 angeht, so sind die Pakete zumindest teilweise bereits in Unstable angekommen. Somit sollte die Zeit bis zum 12. Januar (Freeze) ausreichen um nach Testing zu gelangen. Ob die Stable-Anwender so viel Aktualität überhaupt verkraften? 😉

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  2. Schade, zwar schon lange nicht mehr meine Standardumgebung, aber mit Client-Side-Decorations für mich nun komplett unten durch. Falls ich mal wieder „was Schmales“ brauche, tut es hoffentlich auch LXQt …

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  3. Wenn man wirklich mit dem Rechner arbeiten will, sollte sich die Desktopumgebung dezent im Hintergrund aufhalten und nicht mit zu vielen bunten und blinkenden Effekten auffallen. XFCE ist darum ein exzellenter Kandidat dafür. Außerdem ist es ressourcenschonend was sich in einer Welt mit vielen virtuellen Maschinen, Remote Verbindungen sehr positiv auswirkt. Daß es für den Windows – und MacOS Benutzer keine große Umstellung mit sich bringt rundet das positive Bild dieser Umgebung ab.

    Was mir allerdings in letzter Zeit allerdings ein wenig aufgestoßen ist, war die gefühlte Stagnation des Projektes. Das hatte mich erst einmal zum Umstieg auf Gnome und als mir das zuviel Unruhe auf dem bei mir sehr großen Bildschirm mit sich brachte, auf Mate. Die Unterschiede zwischen Mate und XFCE halten sich in engen Grenzen – bei meiner Konfiguration (Plank- Panel unten, Nautilus als Dateimanager) fast nicht feststellbar.

    Trotzdem freue ich mich sehr über die Fortschritte, die XFCE macht ich werde es definitiv wieder vermehrt einsetzen.

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  4. Na, die Maus ist bestimmt damit etwas fetter geworden. 😉

    Mal sehen, wann’s in den arch-Repositories ankommt. Aus dem AUR kann man xfdesktop-devel 4.15.1 ja ziehen und sicherlich das PKGBUILD als Vorlage für ein “eigenes” 4.16 nehmen.

    Man kann ja immer auf irgendwas warten. endeavouros wartet für das nächste Image derzeit auf Kernel 5.10 (liegt noch in testing, man wartet wohl auf VBox, pff)…und dann hoffentlich nicht als nächstes auf Xfce (Standard-DE).

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