
Insgesamt 18 Projekte, die alle mit Youtube-dl in Zusammenhang standen, darunter auch Youtube-dl selbst, wurden gestern von der Code-Hosting-Plattform GitHub entfernt. Der Grund war ein Antrag auf Entfernung auf der Grundlage des [wiki title=”Digital_Millennium_Copyright_Act”]Digital Millennium Copyright Act[/wiki] (DMCA) durch die Recording Industry Association of America (RIAA). Youtube-dl ist ein sehr populäres Kommandozeilenprogramm zum Download von Songs und Videos von YouTube und anderen Videoplattformen.
Schutzmaßnahmen umgehen
In dem Schreiben an GitHub argumentiert die RIAA, dass der offensichtliche Zweck der Youtube-dl-Bibliothek darin bestehe, technische Schutzmaßnahmen zu umgehen, die von Streaming-Diensten wie YouTube verwendet werden, um das Copyright der dort angebotenen Werke zu schützen. Youtube-dl ermögliche es den Benutzern, Musikvideos und Tonaufnahmen ohne Genehmigung herunterzuladen und zu verbreiten.
Laut dem Schreiben finden sich im Quellcode Beispiele für die Anwendung der Bibliothek, die explizit durch Copyright geschützte Werke namentlich erwähnt. Wenn das so ist, dann ist das ein unerklärlicher dummer Lapsus der Entwickler und vermutlich der Todesstoß für die beliebte Anwendung, denn damit dürfte der Fall nach meiner Einschätzung vor Gericht wasserdicht sein.
GitHub reagiert prompt
GitHub kam der Aufforderung nach und entfernte Youtube-dl und 17 verwandte Projekte und Forks, die die RIAA namentlich aufgeführt hatte. Youtube-dl, eines der mit 72k Sternen populärsten Repositories auf GitHub, ist aber nicht per se, wie die RIAA andeutet, illegal, sondern hat viele legale Verwendungsmöglichkeiten, denn auf YouTube findet sich nicht nur urheberrechtsgeschütztes Material, sondern auch massenhaft Inhalte aus dem Bereich Public Domain.
Bedenklich an der Verwendung einer DMCA-Takedown-Notice zur Entfernung einer Software, die an sich keine Urheberrechtsverletzung darstellt, ist, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen wird, der den Grundstein für zukünftigen Missbrauch des DMCA legt.
Unsichere Zukunft
Der offizielle Download von Youtube-dl über die Projekt-Homepage ist nicht mehr verfügbar. Wer das Paket noch auf seinem Rechner hat oder es noch von einem Spiegelserver beziehen kann, kann es weiter verwenden. Aktualisierungen wird es vermutlich aber keine mehr geben, sodass mit der Zeit Anwender Gefahr laufen, dass Cyber-Kriminelle Angriffsszenarien für die Software entwickeln. Zudem könnten Google und andere Anbieter von Video-Plattformen das Tool sperren und somit stilllegen.

https://www.heise.de/news/Youtube-DL-Die-Entwickler-lassen-sich-nicht-einschuechtern-und-arbeiten-weiter-4946605.html
Interview mit dem ehemaligen Youtube-dl Maintainer Phillip Hagemeister: https://news.perthchat.org/youtube-dl-removed-from-github/
Ich benutze den »Video-Downloader« – darin steckt ebenfalls »youtube-dl« – aus den »snap«-Paketen. Heute morgen hat »snap« noch ein Update aufgespielt.
Das war es auch hier. »Could not find module youtube-dl«
Hier geht’s weiter: https://codeberg.org/polarisfm/youtube-dl
Ich habe mir die neue Version auf einem Test-Xubuntu 20.04 (mit curl) installiert.
gibt folgende Fehlermeldung:
Auch die “alte” Github-Version (auf einem anderen Xubu 20.04-Rechner) bringt denselben Fehler.
Hat jemand eine Idee?
Dieses Vorhaben der Musikindustrie, der natürlich scheitern wird, hat uns einem Anmeldezwang, den ich schon seit Jahren voraussage, einen weiteren Schritt näher gebracht. YouTube testet es ja gerade aus, wieweit sie gehen können, indem sie allen Nicht-Angemeldeten jetzt jedesmal so ein nerviges Popup vor die Nase knallen. Sobald sie der Meinung sind, dass man es riskieren kann, machen sie zu. Dann kommt bei youtube-dl Fehler 403 und Ende.
Vorläufig hilft hier ein ublockorigin-Filter:
https://www.ghacks.net/2020/09/27/how-to-deal-with-googles-and-youtubes-aggressive-popups-before-you-continue-sign-in/
Man sollte es Debian gleich tun und PeerTube mehr Aufmerksamkeit widmen.
Ich habe jedenfalls keine Lust mich auf YouTube anzumelden.
Der Fork auf GitHub hat sich eine neue Lizenz verpasst.
Ich nutze ClipGrab und unter Android YMusic.
Ein Tip: Manchmal benutze ich “SimpleScreenRecorder” um Videos (oder Teile davon) direkt aus dem Browser aufzunehmen: https://www.maartenbaert.be/simplescreenrecorder/
Der Entwickler sitzt übrigens im schönen Belgien, wo die “Recording Industry Association of America (RIAA)” ein Verbot erst einmal vor einem belgischen Gericht einklagen müsste, Belgien liegt nämlich nicht in Amiland. 😉
Ist da yeasy-youtube-video-download nicht einfacher?
GitHub spielt sich jetzt schon als eigene Rechtsinstanz auf. Für was soll es dann noch Gerichte geben, wenn das Konzerne jetzt alles allein erledigen können.
Für mich ist das ein Anlass GitHub in Zukunft zu meiden!
Die Behauptung youtube würde das Copyright schützen ist auch nicht ohne weiteres eingängig. Youtube schützt vor allem seine eigenen Interessen.
Ich erinnere mich an einen sehr langen Streit mit der GEMA.
Für mich zeigt es auch, wie gefährlich ein Zentralismus ist. Das Internet muss so dezentral wie möglich bleiben.
“Youtube schützt vor allem seine eigenen Interessen.”
Das ist das Geschäftsmodell von YouTube: Plaziere Werbung in Inhalten, die von Anderen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Wenn ich mich korrekt erinnere ist GitHub seit 2018 eine Tochter von Microsoft und YouTube eine von Google. Wer weiß, was da noch alles an strategischen Überlegungen dahinter steckt…
Wenn GitHub weiter mit so einem Verhalten glänzt, werden die Alternativen ganz von alleine attraktiver. Der Code ist übrigens jetzt auf Codeberg gehostet, mit einem netten Gruß in der Beschreibung: https://codeberg.org/polarisfm/youtube-dl
Und demnächst wird dann jDownloader abgemahnt?
In Bezug darauf, dass dann nicht nur ein YT-Downloader verschwände, sondern ein Downloader für viele Hoster-Dienste, wären da aus Sicht einer DMCA ja gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
yt-dowload _ist_ für viele Plattformen verwedar.
Zum Beispiel für die Mediatheken von ARD und ZDF.
Und diese haben seit nicht all zu langer Zeit auch eine CC Lizens.
Die Website wurde inzwischen angepasst, auch wenn da noch nichts zu (möglichen) Zukunft steht. Downloads sind aktuell wieder möglich
“Zudem könnten Google und andere Anbieter von Video-Plattformen das Tool sperren und somit stilllegen.”
Wie soll denn das gehen? Auf meinem Linux-System sind wir noch nicht so weit wie auf Android und ios, bei denen Google/Apple einfach so machen können, was sie wollen.
Die Betreiber könnten die jeweilige Plattform so ändern, dass Youtube-dl nicht mehr zugreifen kann. Wenn keine Entwicklung mehr stattfindet, wäre das dann das Ende.
I der Form stimmt das. Das hätten sie vorher auch schon machen können und eine Entwicklung ist ja nun nicht dadurch beendet, dass eine Software von Github verschwindet. Auf anderen Plattformen kann weiter gearbeitet werden – GitHub ist nicht alleine auf der Welt. Das hängt ausschließlich vom Entwickler ab.
Klar kann er weitermachen, wenn er mutig genug ist. Mit einer DMCA im Nacken in meinen Augen eine schwierige Entscheidung.
EDIT: Es gibt bereits einen Fork auf GitHub
Anscheinend hat man da nur die beanstandeten Beispiel-URLs (es war aber auch einfach saublöd urheberrechtlich geschütztes Material als Beispiel zu nutzen) entfernt. Ob das dann ausreicht oder gleich die nächste Sperrung nach sich zieht, muss man jetzt wohl abwarten.
Ich habe es in der Vergangenheit schon öfters erlebt, dass youtube-dl plötzlich den Dienst quittierte und erst mit einem Update wieder funktionistüchtig war. Ohne mich mit dem Hintergrund zu beschäftigen mutmasse ich mal, YT hat seine Protokolle und/oder Seitenaufbauten geändert und das Programm musste entsprechend angepasst werden. Es ist in meinen Augen nur eine Frage der Zeit, bis das wieder passiert.
So oder so eine ausgesprochen asoziale Aktion von riaa und yt, und ich hoffe sehr, dass das Projekt irgendwo auf einem ausländischen Server eine neue Heimat findet.
Finde ich auch… Finde die Scheiße, die die RIAA da abgezogen hat, einfach unter aller Sau… Ich meine, anstatt einen DMCA auf ein OpenSource repo zu senden, hätten die auch erst mal einfach anfragen können…
Ich wette mal, das Team wäre bereit gewesen, die URLs zu wechseln.