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20 Jahre OpenWRT: Eigene Hardware zum Geburtstag

OpenWRT wird in diesem Jahr 20 Jahre alt und will das mit der ersten eigenen Hardware feiern. Wer schon länger in der IT unterwegs ist, wird vermutlich den Linksys WRT54G/GL/GS erinnern, der auch heute noch mancherorts in Benutzung ist.

Viel Hardware unterstützt

Wer OpenWRT bisher nicht kennt: Das Projekt erstellt eine 2004 erstmals veröffentlichte Linux-Distribution für eingebettete Systeme. Es kann bei Routern, Gateways und anderen Geräten die Firmware des Geräteherstellers ersetzen und damit unter anderem den Funktionsumfang der Firmware und die Kontrolle über das Gerät deutlich erhöhen. Der integrierte Paketmanager opkg erlaubt die Installation zusätzlicher Software. OpenWRT unterstützt nach letztem Stand rund 1.800 Geräte.

Banana Pi mit OpenWRT

Zum 20. Geburtstag haben sich die Entwickler überlegt, es sei an der Zeit, sich mit einer ersten eigenen Hardware zu beschenken. Die Idee entstand bereits auf den OpenWrt Summits 2017 und 2018. Als Hardware-Plattform hat man sich letztes Jahr dann für den Banana-Pi entscheiden, der bereits ziemlich nah an den Vorstellungen der Entwickler liegt. Sie schreiben in ihrer Ankündigung:

Sie booten mit einer selbst kompilierten Trusted Firmware-A (TF-A) und Upstream-U-Boot (danke MTK/Daniel) und einige der Boards werden bereits vollständig vom Upstream-Linux-Kernel unterstützt. Die einzigen nicht quelloffenen Komponenten sind die 2,5-GbE-PHY- und Wi-Fi-Firmware-Blobs, die auf separaten Kernen laufen, die unabhängig vom Haupt-SoC sind, auf dem Linux läuft, sowie die DRAM-Kalibrierungsroutinen, die während des Bootens früh ausgeführt werden.

Die erste Hardware des Projekts soll den Namen »OpenWrt One/AP-24.XY« tragen und folgende Spezifikation umsetzen:

  • SOC: MediaTek MT7981B
  • Wi-Fi: MediaTek MT7976C (2×2 2.4 GHz + 3×3/2×2 + zero-wait DFS 5Ghz)
  • DRAM: 1 GiB DDR4
  • Flash: 128 MiB SPI NAND+ 4 MiB SPI NOR
  • Ethernet: 2x RJ45 (2.5 GbE + 1 GbE)
  • USB (host): USB 2.0 (Type-A port)
  • USB (device, console): Holtek HT42B534-2 UART to USB (USB-C port)
  • Storage: M.2 2042 for NVMe SSD (PCIe gen 2 x1)
  • Buttons: 2x (reset + user)
  • Mechanical switch: 1x for boot selection (recovery)
  • LEDs: 2x (PWM driven), 2x ETH Led (GPIO driven)
  • External hardware watchdog: EM Microelectronic EM6324 (GPIO driven)
  • RTC: NXP PCF8563TS (I2C) with battery backup holder(CR1220)
  • Power: USB-PD-12V on USB-C port (optional802.3at/afPoE via RT5040 module)
  • Expansion slots: mikroBUS
  • Certification: FCC/EC/RoHS compliance
  • Case: PCB size is compatible to BPi-R4 and the case design can be re-used
  • JTAG for main SOC: 10-pin 1.27 mm pitch (ARM JTAG/SWD)
  • Antenna connectors: 3x MMCX for easy usage, assembly and durability
  • Schematics: these will be publicly available (license TBD)
  • GPL compliance: 3b. “Accompany it with a written offer … to give any third party … a complete machine-readable copy of the corresponding source code”
  • Price: aiming for below 100$

NVMe-Unterstützung vorgesehen

Ein vorgesehener M.2 Slot soll eine NVMe aufnehmen. Es gibt einen in Arbeit befindlichen Patch, um PCIe innerhalb des U-Boot-Bootloaders zum Laufen zu bringen. Dies wird das Booten anderer Linux-Distributionen wie Debian und Alpine direkt von NVMe ermöglichen.

Bei der praktischen Umsetzung soll Banana Pi die Geräte ausliefern und für jedes verkaufte Gerät eine Spende an die Organisation Software Freedom Conservancy (SFC) abführen, der das OpenWRT-Projekt 2020 beigetreten war. Sollte die Idee von der Community positiv aufgenommen werden, ist eine formelle Abstimmung vorgesehen.

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