Nachdem erst vor wenigen Tagen die erste Alpha-Version des Debian Installers für Debian 10 Buster vorgestellt wurde, fiel jetzt einem Leser der Webseite Phoronix auf, dass bereits seit einem Monat für Debian Unstable und Testing Wayland als Standardsitzung für den Display-Manager voreingestellt ist.

Am 6. August hatte Jeremy Bicha, der einst Ubuntu GNOME ins Leben gerufen hatte, das Paket gnome-session 3.24.1-1  nach Debian Unstable hochgeladen. Dort steht die unscheinbare Zeile * debian/rules: Switch default "gnome" session to wayland , die den Umstieg von Debian auf das neue Display-Protokoll Wayland einleiten. Somit sind die Weichen gestellt, dass die nächste Debian-Version mit der Versionsnummer 10 und dem Codenamen Buster zumindest in der Standardausführung mit GNOME als Desktop automatisch mit Wayland startet.

X11 geht langsam in Rente

Damit geht die Ära des 1984 am MIT in Boston entwickelten X Window System dem verdienten Ende entgegen. Schon lange ist X11 nicht mehr zeitgemäß. Es ist heute ein schwer wartbarer Flickenterppich aus Patches, die wiederum mit Patches versehen sind. Das heißt aber nicht, dass der X.org-Server damit in der Versenkung verschwinden wird, er wird uns vielmehr noch einige Jahre als Rückfalllösung erhalten bleiben. So wird er auch bei Debian 10 Buster als Alternative vorinstalliert sein. 

Wayland als Standard für Debian 10 Buster

Das Wayland-Protokoll, das seit rund zehn Jahren entwickelt wird, beginnt langsam, in den Linux-Distributionen Fuß zu fassen. Fedora 25 hat als Vorreiter Wayland vor rund einem Jahr zum Standard erhoben. In wenigen Wochen wird auch Ubuntu mit 17.10 den Schalter umlegen. Dabei hatte Canonical zunächwst Wayland veteufelt und mit Mir einen Sonderweg eingeschlagen. Diesen gab das Ubuntu-Unternehmen dann im Frühjahr wieder auf.

Bei Debian dauert es mit Wayland in der stabilen Ausgabe der Distribution noch etwas, denn Debian 10 Buster erscheint nicht vor 2019. Anwender der Zweige Testing und Unstable mit GNOME Shell 3.24 arbeiten allerdings bereits jetzt mit Wayland.

 

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