Debian entscheidet für Init-Freiheit

Ab dem 7. Dezember bis einschließlich gestern konnten die rund 1.000 offiziellen Debian-Entwickler in einer Urabstimmung (General Resolution) über die Zukunft alternativer Init-Systeme im Projekt entscheiden. Jetzt liegt das Ergebnis des komplexen, aber sehr demokratischen Auswertungsverfahrens vor. Insgesamt nahmen 557 Abstimmungsberechtigte teil, davon waren nur 459 gültig. Trotzdem war die Wahlbeteiligung überdurchschnittlich.

Entgegen den im Vorfeld geäußerten Erwartungen gewann nicht der Vorschlag, sich nur noch auf Systemd zu konzentrieren (F), sondern mit 22 Stimmen Vorsprung Vorschlag B, der weiterhin Alternativen zu Systemd unterstützt und Zusammenarbeit mit abgeleiteten Distributionen unterstützt, die ohne Systemd arbeiten. Damit wurde quasi der Status quo weiter gefestigt, ungeachtet der Tatsache, dass der Status quo die Abstimmung erst nötig machte.

Der Kernpunkt von Vorschlag B, der vom derzeitigen Projektleiter Sam Hartman stammt, lautet:

Das Debian-Projekt erkennt an, dass Systemd Service-Einheiten die bevorzugte Konfiguration sind, um zu beschreiben, wie man einen Daemon/Dienst startet. Dennoch bleibt Debian eine Umgebung, in der Entwickler und Benutzer alternative Init-Systeme und Alternativen zu Systemd erforschen und entwickeln können. Diejenigen, die daran interessiert sind, solche Alternativen zu erforschen, müssen die notwendigen Entwicklungs- und Paketierungs-Ressourcen zur Verfügung stellen, um diese Arbeit zu erledigen.

Somit hat eine Position der Mitte gewonnen. Somit wird dieses kontroverse Thema bestimmt nicht zum letzten Mal auf der Tagesordnung bei Debian gestanden haben, wie bereits einige Male zuvor. Die Systemd-Trolle sind jedenfalls schon wieder aufgewacht, wie dieser Kommentar belegt: »The vote’s rigged, it didn’t have the best option: “reject systemd and anything else made by Linus Poettering«

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