Rathaus München

Nachgefragt: Was macht München in Sachen Open Source?

Ich habe kürzlich über die letztmalige Veröffentlichung von LiMux, dem ehemaligen Vorzeigeprojekt der Stadt München in Sachen Linux in der Verwaltung berichtet. Dem vorausgegangen war Ende 2017 auf Antrag des Stadtrats unter Federführung von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und dessen Vize Josef Schmid (CSU) das Ende von LiMux und die geplante Rückkehr zu Betriebssystem und Anwendungen von Microsoft.

Bekenntnis zu Open Source

Im Mai 2020 bekannte sich die Stadt unter neuer Regierung von SPD und Bündnis 90/Die Grünen zum seit einigen Jahren von der FSFE propagierten Prinzip Public Money? Public Code!. Der neue Koalitionsvertrag enthielt ein starkes Bekenntnis zur Nutzung Freier Software. Neben dem Bekenntnis zu »Public Money? Public Code!« enthält die neue Koalitionsvereinbarung ein generelles Bekenntnis zu Open Source. Im Kapitel »Digitalisierung als Chance« ab Seite 31 steht dort im Wortlaut:

Wo immer technisch und finanziell möglich setzt die Stadt auf offene Standards und freie Open Source-lizenzierte Software und vermeidet damit absehbare Herstellerabhängigkeiten. Diese Abwägung nehmen wir als Kriterium für Ausschreibungen mit auf, eine Abweichung von diesem Grundsatz muss begründet werden. … Es gilt im Hoheitsbereich grundsätzlich das Prinzip »public money, public code». Das heißt: Sofern keine personenbezogenen oder vertrauliche Daten enthalten sind, wird auch der Quellcode städtischer Software veröffentlicht.

Nachgefragt

Fast zwei Jahre später habe ich bei Bündnis 90/Die Grünen nachgefragt, was denn aus dem Bekenntnis zu Open Source in der Realität geworden ist. Und das ist leider bisher nicht viel, wie mir die mit einem Master in Informatik und Literaturwissenschaft ausgestattete Stadträtin der Landeshauptstadt München für Bündnis 90/Die Grünen, Judith Greif, eingesteht. Hier ihre Antworten.

Frage: Ich habe hier im Blog kürzlich über die vermutlich letzte Veröffentlichung von LiMux geschrieben. Neben einiger Wehmut kam dabei die Frage auf, was denn aus dem Bekenntnis der Koalition aus SPD und Bündnis90/Die Grünen zu Open Source und »Public Money? Public Code!« in München vom Mai 2020 geworden ist. Gibt es mittlerweile konkrete Ergebnisse?

Antwort: Jein. Wir haben dazu bereits am 22.10.2020 einen Stadtratsantrag gestellt [1]. Dieser wurde auch am 05.05.2021 mit einer Beschlussvorlage [2] behandelt und beschlossen. Im Vortrag des Referenten werden fünf
IT-Projekte benannt, die zeitnah als Piloten auf GitHub veröffentlicht werden können. Nur geschehen ist seither – nichts.

Das einzige, was das IT-Referat gemacht hat, ist, Eigenentwicklungen zaghaft auf einer von uns gern als “Rumpelplattform” bezeichneten geschlossenen Codeplattform [3] zu veröffentlichen, die irgendwie mit
GAIA-X in Zusammenhang steht und nach eigener Aussage auf GitHub aktive öffentliche Stellen “zum Umzug bewegen” will. Wir fassen uns an den Kopf, denn das wollten wir mit dem Antrag ja gerade nicht!

Ich habe deswegen in der letzten Vollversammlung des Stadtrats am19.01.2022 noch einmal in aller Deutlichkeit klar gemacht, dass das so nicht geht und dass sie endlich anfangen müssen, ihre Eigenentwicklungen gemäß dem Beschluss zu veröffentlichen. Angeblich tut sich jetzt langsam was, wir behalten das aber auf dem Schirm.

1] https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/6533226

[2] https://risi.muenchen.de/risi/sitzung/detail/6342424/tagesordnung/oeffentlich?topid=6583748

[3] https://gitlab.o4oe.de/

Frage: Für mich ergibt sich angesichts des frei verfügbaren Codes von LiMux die Überlegung, ob Teile des damaligen Projekts, das ja immerhin viele Jahre praktischen Einsatz hinter sich hat, wiederverwendet werden.

Antwort: Dazu kann ich leider wenig sagen. Ich weiß, dass das ehemalige LiMux-Team aufgelöst wurde. Der Auflösungprozess hatte ja schon mit der Aufkündigung des Projekts begonnen, die verbliebenen Mitarbeitenden
arbeiten meines Wissens jetzt an dem von uns ebenfalls beantragten [4] Open Source-Videokonferenzsystem, das das bei Nacht und Nebel (bzw. Corona) eingeführte Cisco-Webex ablösen soll, welches mit großen Datenschutzproblemen behaftet ist. Die erste Beschlussvorlage hierzu erwartet uns im Februar 2022, wir sind gespannt.

[4] https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/6237003

Dank an Judith für die Beantwortung meiner Fragen. Ich werde zu gegebener Zeit noch einmal nachfragen, wie die weitere Entwicklung gelaufen ist. Zudem werde ich versuchen, eine Stellungnahme vom Koalitionspartner SPD zu erhalten.

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51 Kommentare

  1. Es war auch ein politisches Kalkül, LiMux ohne wenn und aber in München einzuführen. Genauso wie es schließlich abgesägt wurde. Ich habe ein Familienmitglied das bei der Stadt München arbeitet und so konnte ich auch einige interessante Dinge erfahren. Zumindest in der Abteilung wo mein Familienmitglied gearbeitet hat, war man mit LiMux nicht glücklich. Es konnte passieren das Wochenlang irgendwelche Fachverfahren nicht funktionierten. Die Mitarbeiter haben Wochenlang analog arbeiten müssen. Und wohl aus bitterem Scherz meinte mein Familienmitglied, das man wohl bald auf Schreibmaschinen umsteigen wird, damit irgendwas vorwärts kommt.

    Weil die IT anscheinend überfordert war, hat man intern freiwillige gesucht, die in Kursen lernen sollten, wie man in LiMux programmiert. Das war wohl so OpenOffice Skripten. Genaues weiß ich nicht mehr.

    Alles mittlerweile abgesägt und durch Propritäre Software ersetzt. Und die Leute scheinen zufrieden zu sein.

    Aber ist das nun fehlgeschlagen weil es sich um Open Source gehandelt hat. Open Source ist schließlich nur eine Lizenz unter vielen. Ein Problem ist, das mit Open Source schwerer ist Geld zu generieren, als mit Closed Source. Es gab in den Medien mehrere Beispiele wo Open Source Firmen ihre Produkt-Lizenzen umgestellt hatten, weil die sonst Dicht machen müssten. Sehr viel Open Source Software hat keinen kaufbaren Support. Ich kenne auch nur 2 Unternehmen die das fertig gebracht haben. RedHat und SUSE. Canonical lebt meines Wissens nach von der Cloud.

    Ich habe eine Zeitlang auch als Systembetreuer und im Kunden-Support gearbeitet und habe einige Firmen kennen gelernt, die auf Linux und Open Source setzen wollten, aber nach einer Weile wieder auf Windows umgesattelt sind. Kein Personal, keine Experten und kein kaufbarer Support.

    Unternehmen wollen Support kaufen. Als ich das begriffen habe, als der Punkt “Kostenlos” aus meiner Argumentationsliste für Open Source und Linux, gänzlich verschwunden. Und wenn man ehrlich ist, “Kostenlos” hat sich bisher auch nicht als Zugpferd für Open Source oder Linux erwiesen.

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    1. Danke für die Infos. Die Idee mit Opensource ist ja, dass man einmal entwickelt und dann steht es allen zur Verfügung. Was ich nie verstanden habe ist, dass es in jeder Stadt ja eigentlich die gleichen Anforderungen gibt. Einwohnermeldeamt, Standesamt, Schulamt etc. Warum entwickelt man nicht einmal alle Fachverfahren und stellt die allen Städten in Deutschland zur Verfügung? Allein wenn sich alle Großstädte zusammentun müsste doch ein Budget rauskommen dass so riesig ist, dass sowohl Entwicklung als auch Support leisten könnte. Zumindest soweit meine naive Theorie. Kann mir jemand erklären warum das bis dato keine Realität ist?

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      1. So müsste man es machen, damit es eine Chance hätte zu funktionieren. Es scheitert aber an den Länder- bzw. Kommunengrenzen, sowie an der Ausschreibungspflicht.

        Die IT vor Ort ist Kommunensache. Projekte die man in Auftrag gibt, werden bevorzugt an Unternehmen vor Ort ausgegeben, damit das Geld in der Kommune bleibt.

        Die nächste Stufe, z.B. bei den Schulen ist dann Ländersache. Da sind die einzelnen Bundesländer für sich verantwortlich und man wird sicherlich nichts in bspw. Hamburg entwickeln lassen wollen, um es dann in Bayern einzusetzen und Bayern zahlt die Rechnung. Da will schon jedes Bundesland sein eigenes Ding machen, wenn es das finanzieren muss.

        Lösen könnte es nur der Bund, aber dem fehlt dafür die gesetzliche Grundlage, denn was die einzelnen Ländern bspw. an ihren Schulen oder ihren Länderbehörden einsetzen, dafür ist er nicht zuständig.

        Und so dreht sich die Erde weiter und nichts passiert.

        Und sollte das mal in den Verantwortungsbereich des Bundes fallen, dann wird jedes Bundesland einen Kuchen von den Entwicklungskosten abhaben wollen. D.h. jedes Bundesland wird dann sein eigenes IT Entwicklungsteam haben wollen.

        Aber ein weiteres Problem ist, dass der Staat nicht selbst produzieren darf, denn er soll ja keine Konkurrenz zur eigenen Wirtschaft werden. Deswegen werden solche Projekte ausgeschrieben und die Privatwirtschaft darf sich darum reißen. Manche versprechen dann zu viel, um das Projekt an Land zu ziehen und das führt dann zu späteren Mehrkosten.

        Und dann ist das Ökosystem unter Linux noch selbst ein Problem. Da APIs regelmäßig geändert werden. Was Microsoft bei Windows richtig gut macht ist Abwärtskompatibilität.
        Eine Win32 Userspaceanwendung, die 1994 zu Zeiten von WinNT geschrieben wurde, läuft auch heute noch unter einem modernen Windows.
        Eine Anwendung, die damals für Gnome 1 oder KDE 1 geschrieben wurde, läuft heute unter keinem aktuellen Linux mehr. Das mindeste was dafür nötig wäre, damit das funktioniert, wäre, das man die alten Bibliotheken auf einem modernen Linux installiert, aber den alten Bibliotheken fehlt hier auch der Support, der inzwischen eingestellt wurde.
        Und für eine größere Anwendung sind das nicht nur ein paar Abhängigkeiten, sondern viele.
        Es würde also nicht einmal genügen, die Software einmal zu entwickeln und das war es dann, sondern man müsste sie regelmäßig an neue APIs anpassen und umschreiben und wenn sie dann per Ausschreibung von der Privatwirtschaft entwickelt wurde, hat man da viele Köche, wo dann irgendwann jemand wieder sagen wird, dass er von vorne Beginnen will.

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      1. Davon weiß ich nichts. Aber wenn ich mich richtig Erinnere hatte München 22000 Clients? Jedenfalls mehr als 450. Auch nutzt Schwäbisch Hall, Hilfe von außen und kauft Support ein. München hat das meines Wissens auch nicht gemacht.

        Du bist der Journalist hier. Finde es heraus 🙂

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        1. Mir war klar, dass dieses Argument kommt. Ist für mich aber nicht stichhaltig, denn etwas, was funktioniert, kann man meist auch skalieren. Sollte zumindest in diesem Fall nicht das Problem sein. So ist es ja beispielsweise für mich egal, ob ich einen oder 100 Server verwalte, wenn ich die Tools und die Zeit habe.

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          1. Hängt davon ab. Wenn Schwäbisch Hall wie Abbc schreibt den Support einkauft und den Rest mit Turnschuhadmins im Rathaus macht, kann man das eben nicht unbegrenzt skalieren.

            Das sind einfach Äpfel und Birnen. Eher kann man Schleswig-Holstein mit München vergleichen. Wenn S-H das hinbekommt, dann ziehe ich meinen Hut und dann kann das auch jede andere große Verwaltungseinheit. Das werden wir ja zum Glück in den nächsten Jahren sehen können.

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            1. IT in der Verwaltung ist nur deshalb nützlich weil die Aufgaben standardisiert und auch skaliert werden können. Natürlich ist München unvergleichlich, aber auf der Verwaltungsebene geschieht im Grunde nur das selbe wie überall. München hat ja lang genug mit LiMux funktioniert und auch prosperiert. Da kann man im Nachhinein nicht einfach behaupten es hätte nicht funktioniert.
              Im Gegenteil. Die Umstellung auf Windows ist sehr teuer geworden und der Verlust an Eigenständigkeit ist gar nicht zu beziffern. Aber in einer Landschaft in der man sich daran gewöhnt hat, dass selbst unsere gewählten Entscheidungsträger nichts anderes als Lobbyisten der Konzerne sind, war nach dem Ausscheiden von Ude LiMux wohl nicht mehr zu halten.

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              1. Ich würde eher von Teilfunktionieren sprechen. Natürlich müssen die Initiatoren des Projektes bis zum Schluß etwas behaupten, was für sie spricht. Ein funktionierendes Projekt könnte man ja nur schwer Absägen. Über genaue Details schweigt sich München ja bis heute aus. Für mich war das ein Fail auf der ganzen Linie.

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                1. Soweit mir das bekannt ist, schweigt man sich auch gegenüber den Städtischen Mitarbeitern mit den genauen Problemen aus die zu der Abschaffung führten. Es war halt schwierig und naja … und überhaupt.

                  Man muss allerdings immer Bedenken das dass “LiMux-Projekt” nicht eingestampft wurde. Es wurde 2013 erfolgreich Abgeschlossen und seitdem war der Limux-Basisclient das Standardmäßige Clientsystem der Landeshauptstadt.

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      2. Ich hab mal ein Vortrag von dem IT-Chef gesehen.. recht interessant, aber eigentlich sind die Clients alle Linux und für die ganzen Anwendungen wird sich via RDP auf die Windows-Terminal Farm geschaltet und da dann gearbeitet.. denn die Fachanwendungen laufen (bekloppter Weise) unter Windows. Klar dort läuft viel unter/mit Linux aber die Hauptanwendungen laufen unter Windows wo sich via RDP rauf geschaltet wird..

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    2. Open Source <> “kostenlos”. Wer das behauptet, der weiß entweder nicht so gut Bescheid oder verbreitet FUD. Ein großer Teil der Infrastruktur des Internets basiert auf OpenSource Produkte und selbst Microsoft, was lange ein erbitterter Gegner quelloffener Software war, setzt mittlerweile auf dies dieses Entwicklungsmodell. Sie haben mit Github die immer noch größte kollaborative Entwicklungsplattform übernommen – ob das gut ist, da kann man sich streiten – aber die Redmonder sind mittlerweile ein vollwertiges Mitglied der OpenSource Gemeinde.

      Ob es eine gute Idee einer öffentlichen Verwaltung war, einen vollständigen Softwarestack zu entwickeln und auch zu betreuen, darüber läßt sich streiten. Schuster bleib bei deinen Leisten. Genauso wie die Post mit dem Bau des Street-Scooters gescheitert ist – obwohl wenn der Elektroantrieb überhaupt zu etwas taugt, dann für Zustellfahrzeuge.

      Aber das Prinzip, daß mit Steuergeldern finanzierte Inhalte auch allen zur Verfügung stehen müssen, ist wichtig und zum Beispiel in den USA seit Jahrzehnten gültig: Die bekannten Bilder der Erde vom Mond aus sind von einer Bundesbehörde aufgenommen und können so frei verwendet werden – weltweit. Auch sind Landkarten, die die öffentliche Verwaltung angefertigt hat, drüben grundsätzlich gemeinfrei. Bei uns nicht. Es wäre aber ein Schritt in eine bessere Partnerschaft zwischen Staat und Bürgern, wenn erstere seine Raffgier ein wenig drosseln würde und seinen 18Mio Nettosteuerzahlern auch etwas zurückgeben würde.

      Aber hier scheint es ja noch schlimmer zu sein. Niemand braucht eine Software zur Verwaltung von Anwohnerparkvignetten – außer die Stadtverwaltung. Aber dann sollte sie dann auch mit der Nachbargemeinde austauschen können und die das nicht nocheinmal nachprogrammieren müssen.

      Aber vielleicht ist es für uns Bürger auch besser, wenn sich die Verwaltung nicht so breit macht …

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  2. Hat Microsoft Deutschland nicht seine Niederlassung in München? Mann kann die doch nicht vor den Kopf stoßen, die hauen die Gelder lieber Microsoft vor die Füße, oder anders gesagt, wäre Microsoft noch vor Ort, wenn sie das Limux-Projekt gelassen hätten?

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    1. Vielleicht ist Microsoft auch vor Ort, weil München zu den Top 5 Städten in Deutschland gehört und der Standort wichtig ist, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen? Vielleicht weil man auch in Redmond weiß wo “Munich” liegt?

      Vielleicht ist LiMux in Zeiten von Azure, Cloud, Office 365 schon dermaßen Schnee von gestern, dass sich daran kaum noch jemand erinnert außer irgendwelche FOSS-Leute, die steckengeblieben sind?

      Vielleicht ist das alles deutlich wahrscheinlicher als die Verschwörungen, die man hier in den Kommentaren pflegt, um die Mängel von FOSS und das Versagen der LiMux-Projektleitung zu kaschieren?

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          1. Die Realität sich als 51er Bundestaat den USA zu sehen, ist so scheint’s besonders in der IT zu sehen durch.
            Auch bei uns hier in Wien ist dies mit großer Sorge zu beobachten und der Umstieg von Firefox auf Chrome und Edge Enterprise spricht Bände.
            Alle Einwände in Richtung MA01 wurden abgeschmettert und die Kommunikation darüber im Keim erstickt.selbst Chrome und Androidedevices die vor Jahren tabu waren, können aktuell ohne wenn und aber in die Infrastruktur eingebunden werden und selbst die Appleaffinen, habe aktuell in diesen Gremien beim Lobbying recht wenig zu vermelden.

            GG

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          2. Ich glaube, ich kann die Realität besser einschätzen als du. Ich war dabei. Das hat nichts mit Scheinwelt zu tun. Die Politik hats abgesägt, weil der OB das nicht mochte. Es hat funktioniert. Nicht umsonst wurde das uns in Schulungen von Anwendern auch bestätigt.

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            1. Sauber. “Ich bin dabei gewesen.” Hat man früher immer nur gehört, wenn Opa erzählt hat, warum wir den Krieg verloren haben.

              Nein, du bist sicherlich nicht bei jeder Sitzung und jeder Entscheidung zum Projekt über die gesamte Laufzeit dabei gewesen. Und ganz sicher warst du kein neutraler Beobachter, der alle Seiten distanziert betrachtet hat und rational zu einer differenzierten Meinung gekommen ist.

              Aber man sieht ja aus welchem Lager deine Meinung kommt. Die LiMux-Leute haben es ja in den letzten Jahren sehr erfolgreich geschafft ihre Sicht in der FOSS-Welt zu verbreiten und damit verhindert, dass man Lehren aus dem Debakel gezogen hat.

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              1. > Sauber. “Ich bin dabei gewesen.” Hat man früher immer nur gehört, wenn Opa erzählt hat, warum wir den Krieg verloren haben.

                Und in welcher Weise invalidiert das jetzt die Aussage, ausser dass du meine Person angreifst?

                > Nein, du bist sicherlich nicht bei jeder Sitzung und jeder Entscheidung zum Projekt über die gesamte Laufzeit dabei gewesen. Und ganz sicher warst du kein neutraler Beobachter, der alle Seiten distanziert betrachtet hat und rational zu einer differenzierten Meinung gekommen ist.

                1. Nicht nur ich habe das ja beobachtet, eine ganze Menge Leute, auch ausserhalb des Projekts und auch im Stadtrat und in der Verwaltung. Verwaltungen sind Plappermäuler
                2. Ich bin beileibe nicht neutral, aber wir haben uns jede fundierte Kritik angenommen und akzeptiert, sonst wäre LiMux viel früher gescheitert. Ich kann schon differenzieren, aber es war halt der Wille von OB Reiter, dass LiMux stirbt, das hat er an bestimmten Stellen auch so gesagt. (“3 Punkte habe ich, die ich umsetzen will”, interne Aussage)Davon zeugen auch seine Aktionen.

                > Aber man sieht ja aus welchem Lager deine Meinung kommt. Die LiMux-Leute haben es ja in den letzten Jahren sehr erfolgreich geschafft ihre Sicht in der FOSS-Welt zu verbreiten und damit verhindert, dass man Lehren aus dem Debakel gezogen hat.

                Oder wir haben halt einfach in grössten Teilen recht und es gibt keine substantiellen Fehler. Sag uns doch welche aus deinem Ohrensessel mit Pfeife. Von der Seitenlinie lässt es sich immer leicht kritisieren, gell? 🙂

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                  1. Ich weiß gar nich mal, ob er sich persönlich bereichert/bereichern kann/will/möchte, aber die Gewerbesteuer die Microsoft reinspült, kann ordentlich bauprojekte ermöglichen oder andere projekte die er vielleicht toll findet und politisches kapital dann wert sind.

                    im übrigen: der umzug von microsoft gegen eine aufgabe von limux auch ohne persönliche bereicherung kann nach der meinung einiger (nicht aller) rechtsexperten als bestechung gewertet werden.

                    aber hey, OB reiter musste ja auch vom Ude (voriger bürgermeister, der limux initiiert hat) gerettet werden, sonst wäre ob reiter über den fcbayern-skandal gestolpert..

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      1. > Vielleicht ist Microsoft auch vor Ort, weil München zu den Top 5 Städten in Deutschland gehört und der Standort wichtig ist, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen? Vielleicht weil man auch in Redmond weiß wo “Munich” liegt?

        Das weiß man auch nur, weil München es mal gewagt hat als erster auszuscheren.

        > Vielleicht ist das alles deutlich wahrscheinlicher als die Verschwörungen, die man hier in den Kommentaren pflegt, um die Mängel von FOSS und das Versagen der LiMux-Projektleitung zu kaschieren?

        Soso, Versagen. Du musst es ja wissen. Und nicht zufällig Machenschaften eines Herrn R. der sofort nach Dienstantritt sein IPhone wollte. Das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun, wenn man halt dabei war.

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      2. Dann gehöre ich lieber nicht zu den Top5 Städtebwohner, und fühl mich unter Gleichgesinnten Sauwohl, und die Daten gehören mir! Und was die Fossleute angeht, vor denen ziehe ich als Linuxer meinen Hut. Hier in Dortmund ist der Gedanke an Opendata auch in aller Munde.

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        1. Und du glaubst, dass Microsoft keine Bedingungen stellt wenn es den Standort für seine Zentrale wählt. Das wäre wohl weltweit das erste mal, dass ein Konzern keine Bedingungen für seine Niederlassung stellt. Vor der Einführung von LiMux haben sich Balmer und Gates jedenfalls persönlich dagegn eingesetzt und einiges dafür geboten wenn München nicht zu Linux wechselt. Und umgekehrt soll das dann ganz ohne Einflussnahme abgelaufen sein? Das glaubst du doch selbst nicht.

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          1. Enttäuschte Projektmitarbeiter als Zeugen. Klasse!

            Ja, das Ende von LiMux war eine Enttäuschung. Ja, es hat am Schluss an politischer Unterstützung gefehlt. Ja, man hätte es vielleicht noch retten können.

            Aber du Art wie du und deine Ex-Kollegen jedwede Probleme an andere Stellen verweist, immer nur politische Verschwörung unterstellt etc. lässt tief Blicken. Es ist nämlich schwer ein gut laufendes Projekt nach so vielen Jahren, mit so viel investierten Mitteln abzusägen. Eher neigt Politik dazu vergeudeten Millionen noch mehr Millionen hinterher zu schmeißen. Oder hatte das Projekt vielleicht doch Mängel?

            Egal, werden wir hier nicht herausfinden. Hier glauben alle jedweden Scheiß über Microsoft.

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            1. > Aber du Art wie du und deine Ex-Kollegen jedwede Probleme an andere Stellen verweist, immer nur politische Verschwörung unterstellt etc. lässt tief Blicken. Es ist nämlich schwer ein gut laufendes Projekt nach so vielen Jahren, mit so viel investierten Mitteln abzusägen. Eher neigt Politik dazu vergeudeten Millionen noch mehr Millionen hinterher zu schmeißen. Oder hatte das Projekt vielleicht doch Mängel?

              Ist es nicht wenn der OB (von der SPD) das möchte und die Opposition (CSU) das sowieso schon immer wollte, weils von der SPD kam.

              Bei einer internen Umfrage (GPTW – Great Place to work) kam sogar raus, dass die Probleme nicht an der Technik liegen, sondern an der organisatorischen Struktur, selbst wenn man strikte statistische Maßstäbe an die Umfragewerte anlegt. Und das haben wir auch immer so gesagt. LiMux durfte keine Bugfixes in Referaten ausrollen, wenn das Referat nein gesagt hat. LiMux durfte gar nichts ausrollen. Wir haben sogar Belege, dass IT-administratoren vor Ort Fehlermeldungen der Benutzer zurückgehalten haben, um sie dann später als Kritik zu äussern. Obwohl das sogar teilweise in internen Bugtrackern einsehbar war und wir die Nutzer geschult haben (Office, Administration, Fachapplikationen) und dadurch trotzdem von den Bugs mitbekommen haben..

              Wenn du jetzt sagst, ja wieso gab es denn Bugs: Die gibt es auch bei Microsoft. Die letzten 2 jahre wurde versucht, an Microsoft hinzudengeln, dass sie einen schwerwiegenden Fehler fixen, Microsoft ignoriert das (nicht weil microsoft böse ist, aber so sind Grosskonzerne nun mal – die Erfahrung macht man mit Cisco, Google, Sophos usw.)

              Aber ist natürlich leichter, auf Leute ohne wirkliche Kenntnis über die Thematik einzudreschen und mit den Finger auf sie zu verweisen, als sich vorzustellen, dass man alles richtig macht und trotzdem verlieren kann.

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              1. Gibt es nicht auch ein Gutachten, das als Begründung für Microsoft angeführt wurde, in dem aber Probleme in Verwaltungsstrukturen aufgezeigt wurde, die mit dem verwendeten Betriebssystem rein gar nichts zu tun hatten?
                Das würde die interne Umfrage ja ziemlich widerspiegeln.

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                1. Es gab mehr oder weniger 2 Untersuchungen, einmal GPTW, wo nach technischen Problemen und organisatorischen Problemen gefragt wurde.

                  Das einzig grössere gemeldete technische Problem waren die Drucker, das war LiMux aber bekannt, da konnten/durften wir nur begrenzt Dinge lösen (weil aufgrund organisatorischer Struktur wir nix zu melden hatten).

                  Und das andere waren die organisatorischen Strukturen, die als Problem bei den Mitarbeitern ganz klar angezeigt wurden, dass diese Probleme schaffen.

                  Die andere Untersuchung war von Accenture. Accenture hat auch hier gesagt, Linux funktioniert, daran liegt es nicht, aber mit windows ginge es auch, und die Strukturen sind das Problem.

                  Und Accenture hat das gesagt, obwohl sie vom Stadtrat beauftragt wurden 😀

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                  1. Ich habe das Ganze aus der Ferne verfolgt und als es plötzlich mit dem politischen Beschuss und Absägen dieses Projekts anfing, war ich fassungslos und ahnte bereits nichts Gutes (einfach aus der inzwischen angesammelten Lebenserfahrung, wie mächtig rein politisch getriebene Entscheidungen wider jeglichen rationalen Argumenten sein können).
                    Genau, dann wurde noch ein externes Unternehmen (Accenture) beauftragt, das vermutlich genau zu diesem Ergebnis kommen sollte um so die politischen Westen weiß zu lassen. Wider Erwarten hatte sich Accenture aber nicht einmal für die komplette Beerdigung von Limux ausgesprochen, sondern durchaus auch einen Parallelbetrieb als Option erwähnt. Vollständig abgesägt wurde dieses Projekt dann bekanntermaßen trotzdem.
                    Schade, dass nicht mal WollMux bzw. eben LibreOffice überlebt hat, um wenigstens vom MS Office unabhängig zu sein. Von der Ferne betrachtet habe ich öfters gedacht, dass Treiberprobleme usw durchaus vorstellbar sein können und der Ansatz “Betriebssystem + Office” evtl. doch recht ehrgeizig war, aber eben das rein Office-Zeug wäre schonmal ein Riesenschritt gewesen. Dies wäre zumindest auch als “Kompromiss” vorstellbar gewesen, aber auch das wurde ja leider beerdigt.

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    1. Was soll dieses Politiker-Bashing? Von der kommunalen Ebene bis in den Bundestag sind das meist kompetente Leute, die mit viel Herzblut arbeiten und deren Stundenlohn lächerlich ist. Niemand kann Experte für alles sein.

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    1. Nachtrag: Ich wäre ja schon froh und zufrieden, wenn die Stadt München an LibreOffice aktiv weiterentwickelt und (also beides) Fehlerbeseitigungen/Features in Auftrag gibt für alle Plattformen, ich meine, das wäre auch schon ein Brocken. Aber auch das wird vermutlich nicht passieren. Dann wäre auch der Stadt München vermutlich schon viel geholfen.

      Aber da wird nichts passieren. Es ist ja auch nie jemandem etwas passiert, dass die Software Adonis Ausschreibungsfrei gekauft wurde, obwohl es da damals eine Ausschreibung geben hätte müssen. Die dann natürlich leeeeeider nicht für Linux funktioniert hat, wodurch das POR immer gesagt hat, ja wiiir brauchen windows.

      solange der stadtrat da nicht massiv mehr zwingende vorgaben mit konsequenzen bei nichtbeachtung macht, wird sich da nichts ändern.

      gruss, ein frustrierter exlimuxer.

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      1. Es gibt in jeder Kommune Schwellenwerte für Ausschreibungen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Addons preislich unterhalb dieser Grenze liegen.

        Aber es ist natürlich leichter überall eine Verschwörung zu wittern.

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        1. Adonis war und ist drüber. Das hat nix mit Verschwörung zu tun. Es wurde halt als “war ein Fehler, kommt nicht wieder vor” deklariert, obwohl die betreffenden Personen sehr wohl informiert waren und bei Applikationen bei LiMux immer auf solche Regelungen gepocht haben.

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