Die News-Sektion bei openSUSE vermeldet, dass ein Prototyp der vor einigen Monaten angekündigten Adaptable Linux Platform (ALP) noch in dieser Woche zum Testen freigegeben werden soll. ALP soll die Zukunft von sowohl SUSE Linux Enterprise (SLE) als auch openSUSE darstellen.
Zweigeteilt
ALP ist ein zweigeteilter Ansatz, der sich aus einem die Hardware aktivierenden Host-System und einer Benutzerschicht zusammensetzt. Das Host-System soll so minimalistisch wie möglich ausgelegt sein und noch weniger Funktionalität bieten wie das derzeitige SLE Micro. Die Benutzerschicht wird die Pakete bereitstellen, etwa in Form von Flatpaks, VMs oder Containern.
Jetzt kündigt openSUSE Release-Manager Lubos Kocman einen ersten Prototyp dieser neuen Entwicklungsreihe an, der noch in dieser Woche verfügbar sein soll. Der Codename dieser Veröffentlichung ist von dem Berg »Les Droites« im Mont-Blanc-Massiv in den französischen Alpen abgeleitet. Dem Schema folgend werden alle weiteren Prototypen im Abstand von drei Monaten ebenfalls nach Bergen benannt.
OS-as-a-Service
»Les Droites« wird, angelehnt an SUSEs HostOS, dem Paradigma OS-as-a-Service folgen, bei dem der Anwender sich dank Selbstheilungskräften des Kerns ganz auf die Anwendung und nicht auf den zugrunde liegenden Host konzentrieren können soll. Sowohl ein vorinstalliertes [wiki title=”Saltstack”]Saltstack[/wiki] als auch [wiki title=”Ansible”]Ansible[/wiki] sollen die weitere Verwaltung zu vereinfachen.
Containerisierte Workloads
Der Sicherheit dient Full Disk Encryption (FDE) mit TPM-Unterstützung. Zudem sind zahlreiche containerisierte Systemkomponenten wie Yast2, Podman, k3s, Cockpit, Display Manager (GDM) und KVM Teil der Distribution. Mit diesen als Workloads bezeichneten Komponenten sollen Benutzer während der Testphase experimentieren. Eine nahtlose Systemintegration wird erst später erfolgen und kann je nach Art des Workloads variieren.
openSUSE teilte außerdem mit, dass ALP nur eine x86_64-v2-CPU benötigen wird, und nicht, wie zuvor angekündigt, eine CPU auf der Basis von x86_64-v3. Das bedeutet in der Praxis, APL wird auch auf CPUs laufen, die zeitlich vor Intels [wiki title=”Intel-Haswell-Mikroarchitektur”]Haswell-Architektur[/wiki] liegen.

Da sich suse nicht wirklich an das Linux Konzept (Baum) haelt, ist es eigentlich fuer den Linuxnutzer eher obsolete.
Ausserdem ist die Abhaengigkeit zu gross.
Meine Frage ist: Wird das direkt mit Desktop-Support ausgeliefert oder als reines Konsolen-System?
Ich finde es traurig, dass kein x86_64-v3 verwendet wurde. Irgendwann muss man mal alte Zöpfe abschneiden. Nutzer mit alten Rechnern können die nächsten Jahre weiterhin Leap und/oder Tumbleweed benutzen. Es ist eine immense Energieverschwendung, gerade in heutiger Zeit, wenn moderne Rechner nicht mit voller Effizienz laufen können, weil das OS mit alten Parametern kompiliert wurde.
Da stimme ich zu – Haswell ist nun inzwischen fast 10 Jahre alt. Dass solche Kisten fuer solche eher auf den Produktivitaetsbereich ausgelegten Systeme genutzt werden ist wohl eher die absolute Ausnahme.
Hätte ich auch gedacht, aber zum Beispiel bei Hetzner laufen auch noch richtig alte Kisten. Interessantes Video, falls es dich interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=F0KRLaw8Di8
Jap, habe ich damals auch gesehn – ich bezweifle aber irgendwie, dass Hetzner diese noch auf ein neues System portiert, sondern dass diese halt weiterlaufen solange sie im Status Quo gebraucht werden koennen. Zumal es wohl auch noch etwas dauern wird, bis Hetzner ALP produktiv ausrollt (wuerde ich zumindest mal schaetzen?)
Eh die ALP final wird, vergehen sowieso noch ein einige Jahre, bis dahin werden die alten Prozessoren noch weniger. Und solche alten Systeme, die sich nicht auf neuere Hardware migrieren lassen können, bei denen lässt sich die Software in der Regel auch nicht migrieren, daher ist für diese Systeme ALP sowieso nicht relevant.
v3 und möglicherweise v4 sollen auch unterstützt werden: https://news.opensuse.org/2022/09/26/alp-architecture-baselevel-x86_64-v2/
Außerdem gibt es durchaus auch recht aktuelle Intel-Prozessoren, die v3 nicht unterstützen. Die wird man in Servern zwar nicht finden, für IoT-Anwendungen mag das aber eine Rolle spielen.
Frage fuer was braucht man das?
Ich habe keine wirklichen Nutzen dafuer gefunden ausser Webezzeugs.
Was soll das bringen? Die CPU’s werden eh nicht ausgelastet so das auch dort keine Notwendigkeit bestuende.
Vielleicht hat ja jemand einen wirklichen triftigen Grund gefunden. Ich nicht.