Kommunikation

Firefox-Snap lernt kommunizieren

Seit einiger Zeit drängt Canonical das zunächst für Cloud-Anwendungen und das Internet der Dinge (IoT) konzipierte Snap-Format auch den Anwendern der Desktop-Ausgaben von Ubuntu auf. Prominentes Beispiel ist Mozillas Browser Firefox. Natürlich hat auch Snap, wie alle containerisierten Paketformate seine Vorteile. Im Fall von Firefox, das Ubuntu seit Ausgabe 21.10 zusammen mit Mozilla als Snap integriert, überwogen die Nachteile allerdings bei Weitem.

Ladezeit jetzt im Griff

Zunächst war da die Ladezeit. Diese dauerte beim ersten Start nach der Installation Minuten und auch danach startete der Browser um einiges langsamer als das Debian-Gegenstück. Diese Probleme haben die Entwickler wohl mittlerweile im Griff. Aber es gab schwerwiegendere Probleme, denn der schnappisierte Firefox konnte bis jetzt nicht per Add-ons mit dem Rest des Systems kommunizieren.

Native Messaging fehlte

Es ließen sich keine GNOME Shell Extensions installieren. Das kastrierte zum Beispiel millionenfach verwendete Passwortmanager wie KeePassXC, die damit Passwörter nicht mehr automatisch in anmeldemasken eintragen konnten. Offiziell nennt sich das Native Messaging Support und wurde im Juli mit einem Patch versehen, der in Beta-Versionen des Firefox-Snap getestet wurde. Jetzt verkündet Canonicals Olivier Tilloy im Snapcraft-Forum die Verfügbarkeit der Patches im Stable-Channel.

Da sich Snaps automatisch aktualisieren, müssen Anwender hier nichts tun, als auf das Update warten. Damit das Zusammenspiel klappt, muss in Firefox das Add-on GNOME Shell-Integration installiert sein. Das erlaubt das Installieren von GNOME Extensions.

Nach einem Jahr…

Damit scheinen nach einem Jahr die gröbsten Probleme, die Firefox als Snap mit sich brachte, beseitigt. Die Befürworter von Canonicals Paketformat Snap wird es freuen. Wer Ubuntu mag, aber Snap loswerden will, der kann sich des Scripts Unsnap des ehemaligen Snap-Entwickler Alan Pope bedienen, das Snaps in Flatpaks umwandelt. Leider wurde das Script nicht weiter entwickelt und entfernt die Snap-Integration nur teilweise. Das kann man allerdings leicht auch händisch erreichen, was ich in einem anderen Blogpost beschreiben werde.

Bild von Ryan McGuire auf Pixabay

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