Nitrux Desktop

Nitrux 2.6 »Forbidden Fruit« verzichtet auf den Paketmanager

Hier wurde bereits des Öfteren die mexikanische, auf KDE Plasma abonnierte und ohne Systemd ausgelieferte Distribution Nitrux berichtet, zuletzt Anfang November 2022 zur Veröffentlichung von Nitrux 2.5. Jetzt liegt die erste Veröffentlichung von Nitrux im neuen Jahr vor. Und Nitrux 2.6 ist vollgepackt mit Neuerungen.

KDE Plasma und Liquorix-Kernel

Zunächst zu den Ingredienzien: Als Basis dienen neben einem Liquorix-Kernel in Version 6.1.0-2.1 KDE Plasma 5.26.4 sowie KDE Frameworks 5.101 und KDE Gear 22.12. Die Grafikabteilung wird von einem Git-Auszug des noch nicht stabil veröffentlichten Mesa 23.0 bedient. Die neue Ausgabe von Nitrux bindet Wayland-Unterstützung ein, bleibt aber vorerst bei X11 als Standard. Neu ist auch PipeWire anstelle von PulseAudio. Zudem ist Flathub als Quelle für Flatpaks eingebunden.

Neues Calamares-Layout

Der Calamares-Installer erstellt jetzt ein benutzerdefiniertes Layout, wenn die Option Datenträger löschen verwendet wird. Dieses Layout ist für den neuen, weiter unten beschriebenen Aktualisierungsprozess gedacht; die Standardoption ist weiterhin Manuelle Partitionierung. Das neue Layout weist die Partitionsgröße in Prozenten zu, 20 % für Root (NX_ROOTD), 60 % für Home (NX_HOMED) und 10 % für zwei Partitionen /var/lib/flatpak und /Applications (NX_SYSFLTPK bzw. NX_SYSAPPIM) für flatpaks und AppImages.

Nitrux war von Anfang an auf Paketsysteme wie Flatpak und AppImage abonniert. Mit Nitrux 2.6 gehen die Entwickler um Uri Herrera nun einen entscheidenden Schritt weiter. Das Root-Verzeichnis wird künftig mittels overlayroot nur lesbar eingehängt (immutable). Diese Voreinstellung lässt sich nur in GRUB ändern.

Paketmanager entfernt

Zusätzlich wird die Verwendung von APT, DPKG und PackageKit unterbunden. Für die Installation wird APT von Calamares benötigt, danach wird Debians Paketmanager komplett entfernt. Die Verwendung von APT oder einem beliebigen anderen Paketmanager ist künftig nur noch über die Container von Distrobox möglich. Eine Anleitung dazu wird mitgeliefert. Damit soll verhindert werden, dass Software in Root installiert wird. Mit diesen Maßnahmen begibt sich Nitrux in die Gewässer von Fedora Silverblue und Kinoite.

Distrobox

Distrobox erlaubt die Verwendung von Containern mit beliebigen Distributionen, sofern diese im Docker-Hub verfügbar sind und ermöglicht es dem Nutzer auch, Software zu exportieren, die einen Desktop-Launcher verwendet, sodass sie automatisch in das Anwendungsmenü integriert wird und sogar das Artwork des Hosts wie Themes und Icons übernimmt.

Damit wendet sich Nitrux von dem herkömmlichen Distributionsschema ab, bei denen der Paketmanager eine Hauptkomponente darstellt. Somit wird es spannend zu verfolgen, wie dies sich in den nächsten Veröffentlichungen auswirkt. Das Abbild von Nitrux 2.6 steht auf OSDN zum Download bereit.

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