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Debian 12 Freeze – Stufe 2

Vor zwei Tagen gab das Debian Release Team den Eintritt in die zweite Phase des Freeze zu Debian 12 »Bookworm« bekannt, den Soft Freeze. Im Debian Freeze werden die Aktivitäten im Testing-Zweig sukzessive eingefroren und kommen kurz vor der Veröffentlichung der nächsten Debian-Version zum Erliegen.

Die zweite Stufe folgt auf den vor einem Monat eingetretenen Transition und Toolchain Freeze, der keine Anträge für Transitions mehr zulässt und laufende Transitions abarbeitet. Eine Transition bei Debian ist die orchestrierte Aktualisierung einer Gruppe abhängiger Pakete, die dazu Änderungen an ABI und/oder API voraussetzen.

10 Tage in Unstable

Die News zu Stufe 2 des Freeze, der später im Jahr in der Veröffentlichung von Debian 12 gipfelt, besagt, dass ab sofort keine neuen Quellpakete mehr nach Bookworm einfließen dürfen. Zudem sind die Entwickler angehalten, alle folgenden Einreichungen klein und zielgerichtet zu halten. Alle Pakete müssen mindestens 10 Tage lang in Unstable altern, bevor sie für eine Migration in den Testing-Zweig infrage kommen.

Die Entwickler sehen Bookworm auf gutem Weg, die Liste der für das Release kritischen Fehler weist derzeit 167 release-critical bugs auf. Diese Zahl sollte im Idealfall bis zum Release auf Null reduziert werden. Ist das nicht möglich, werden die entsprechenden Pakete vorerst entfernt oder die Fehler darin ignoriert. Vor einem Monat lag die Zahl bei 607.

Aktuell wie selten

Bereits gesichert in Debian 12 gelten GNOME 43 und das gestern nach Unstable hochgeladene KDE Plasma 5.27 LTS, begleitet von Frameworks 5.103. Mit etwas Glück schafft es Plasma 5.27.2 oder .3 noch ins Release. Zudem versuchen die Debian-KDE-Betreuer, KDE Gear 22.12.3 zu integrieren. Dazu bleibt Zeit bis spätestens 2. März. um die Migration vor der 3. Freeze-Stufe am 12. März zu schaffen.

Als Kernel setzt Debian 12 auf Linux 6.1 LTS, der heute veröffentlichte Kernel 6.2 wird später über die Backports von Debian 12 verfügbar sein. Für Mesa 23 reicht es nicht mehr, es wird vermutlich Mesa 22.3 ausgeliefert. In jedem Fall wird Debian 12 »Bookworm« aktueller sein als viele Veröffentlichungen davor. Das bedeutet auch, dass darauf aufbauende Distributionen eine stabile und doch aktuelle Basis vorfinden.

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18 Kommentare

  1. Debian ist eine tolle Distribution, aber ich verstehe nicht, warum es eine solche Abneigung gegen Minor-Updates hat. Wo ist das Problem ein Plasma 5.2.7.4 oder .5 oder danachfolgendes zu integrieren? Aus rationaler Sicht bietet es einfach mehr Vorteile Minor-Updates zu intregrieren. Beim Browser ist man auch nicht so zimperlich.

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  2. Zitat:”Das bedeutet auch, dass darauf aufbauende Distributionen eine stabile und doch aktuelle Basis vorfinden.”

    Leider sind mir in Debian Bullseye ein paar Fehler aufgefallen, die ich in einer stabilen Version nicht erwartet hätte. Das Paket rasdaemon wirft nach der Installation eine Fehlermeldung raus.

    Bei der Installation von fwupd wird ein Paket empfohlen, welches es in den Paketquellen nicht gibt:
    Recommends: …, secureboot-db,…

    Die Backports für den Kernel kann man eigentlich nicht empfehlen, der ist oft zwei Monate alt oder noch älter. Dann könnte man sich den Kernel doch besser aus Unstable holen.

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  3. Das hört sich doch nach einem tollen Startpaket für die nächsten 2 Jahre Debian an. Linux 6.2 LTS hält lange, und GNOME 43 ist die polierte und besser funktionierende Version von Gnome 40, wo viel vom Design gewagt wurde und es wie immer etwas holprig war.

    On Top ist die Flatpak Integration der großen DEs so gut geworden seit dem Release von Debian 11, dass man da schmerzlos die ein oder andere Applikation durch ein Flatpak ersetzen kann.

    Ich hoffe nur, dass der Fix der Nextcloud GOA-Integration mit übernommen wurde, da würde ich ein wenig quengeln, das war alles bis vor kurzem bei allen Distros mit Gnome 43 kaputt.

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    1. Was mich bei Gnome 43 stört ist, dass es ein Mischmasch aus GTK3 und GTK4 mit zwei völlig verschiedenen Designs ist. Frage mich was sich das Gnome-Team dabei gedacht hat. Wenn man Debian Stable nutzt muss man nun 2-3 Jahre mit diesem Mischmasch-Design leben.

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  4. Ich freue mich auf Bookworm. Gefühlt wird dieser Zyklus nicht so lange dauern (kommt mir zumindest so vor) wie bei manch anderen vorher. Was die Aktualität der Pakete angeht, bin ich gespannt. Das gilt vermutlich nur für bestimmte Bereiche. Ein Beispiel wo ich am rätseln bin: KeePass2 ist in Stable das gleiche wie in Bookworm. Gibt es bestimmt einen Grund für.
    Auf jeden Fall bin ich gespannt und sage jetzt schon einmal wieder danke für die tolle Arbeit.

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    1. Ab und zu werden Pakete auch mal nicht maintained. Den Status von KeePass2 hab ich aber nicht überprüft, also nur eine Vermutung. Unter Linux OS ist KeePassXC auch eher weiter verbreitet, kann schon sein, dass das Original da hinten runter fällt.

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      1. Ich hatte mich wieder für einen externen Passwort Manager interessiert. Da der nach Möglichkeit ohne Qt Libs laufen sollte, war KeePassXC erst einmal raus und ich hatte mich für KeePass2 entschieden. Um das kurz zu machen: Ich bin dann doch auf KeePassXC gewechselt und das macht einen besseren Eindruck. Bin noch in der Erprobung. Bei dem ganzen Thema sind mir die Paket Versionen halt aufgefallen.

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        1. Dann schaue dir mal gnome-passwordsafe an. Das kann die KeePassXC Passwort-Dateien öffnen, Passwörter speichern und integriert sich in Gnome. Ich weiß nicht, ob es nativ mit Wayland läuft, ich meine aber schon. Das klappt hier KeePassXC nicht so.

          Was der Passwort-Manager soweit ich weiß nicht kann, ist die Passwörter exportieren.

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          1. KeePassXC läuft bei mir unter Wayland genauso wie der gnome-passwordsafe den ich mir angeschaut habe.
            M.M.n. erfüllt der aber nicht den gleichen Job wie KPXC oder sollte ich mich da verguckt haben?
            Da findet keine Interaktion zwischen Browser und eben dem KP Manager statt, geschweige denn eine Autofil Funktion. Mir wäre eine GNOME Lösung lieber, auch wenn KPXC gut zu funktionieren scheint.

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            1. Stimmt, das mit dem Browser benötige ich nicht. Dann wird der für dich nichts sein. KeePassXC läuft nativ unter Wayland? Das war mir nicht bekannt.

              Im Terminal bekomme ich nur die Meldung:
              Warning: Ignoring XDG_SESSION_TYPE=wayland on Gnome. Use QT_QPA_PLATFORM=wayland to run on Wayland anyway.

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              1. Nachtrag: Ich habe das gerade noch einmal nachgelesen und das was ich benötige, Verwalten der Internet Accounts (Amazon, Foren, Energieversorger, …) anstelle des Passwortmsngers des Browsers (nutze Vivaldi), kann der nicht. Dafür gibt es dann so etwas wie KPXC oder KP2.

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