Debian 13 Trixie

Debian 13 »Trixie« rückt noch einen Schritt näher

Trixie scheint in guter Verfassung zu sein, denn das Debian-Release-Team sucht auf der Mailing-Liste nach einem möglichen Veröffentlichungsdatum für die nächste stabile Debian-Veröffentlichung.

Full Freeze steht bevor

Der Full Freeze, die letzte Stufe vor dem Release, der so ziemlich alle Aktivitäten zum Erliegen bringt und das Testing-Repository letztlich für das Release vorbereitet, steht kurz bevor. Die an der Veröffentlichung federführend beteiligten Teams wie Release-Team, FTP-Team und CD-Team sowie Debian Installer und Presse-Team suchen einen gemeinsamen Termin für die Veröffentlichung. Die ins Auge gefassten Termine konzentrieren sich auf Ende Juli bis Anfang August und umfassen die Zeitspanne ab dem 26. Juli. bis 10. August.

Der Freeze zu Debian 13 begann relativ spät am 15. März 2025 mit dem Transition and Toolchain Freeze, gefolgt vom Soft Freeze am 15. April. Der Hard Freeze setzte am 18. Mai ein und sollte in den kommenden Tagen in den Full Freeze münden.

Release-Manager entscheidet

Voraussetzung für ein Release ist natürlich, dass keine Showstopper mehr auftauchen. Heute Morgen zeigt der Graph noch 150 Release-kritische Fehler, wovon allerdings einige bereits eine bisher nicht implementierte Lösung in Unstable haben. Die Debian-Richtlinien legen fest, dass kein Paket in der Veröffentlichung einen ungelösten RC-Fehler beinhalten darf. Pakete, für die ein RC-Bug nicht schnell genug behoben werden kann, werden zunächst aus der Veröffentlichung entfernt und bleiben so lange draußen, bis der Fehler behoben ist.

Der Release-Manager kann entscheiden, dass ein Fehler, der zwar als RC ausgewiesen ist, aber als unproblematisch eingeschätzt wird, im Release verbleibt und später behoben wird. Solche RC-Bugs werden als can-defer gekennzeichnet.

Die grüne Linies zeigt die rund 150 verbleibenden RC-Bugs

Ein genaueres Bild zeigt ein Auszug der Aufschlüsselung aus der Ultimate Debian Database (UDD) für Woche 29/2025:

Schlüsselpakete reparieren

Wichtig ist die Zahl der Key Packages mit RC-Bugs. Diese Schlüsselpakete sind essenziell für ein minimales, funktionierendes Debian-System. Die Liste enthält Pakete mit den Prioritäten required, important, standard und deren Abhängigkeiten zum Bauen und Ausführen der Pakete sowie Installer-Komponenten und zusätzliche Pakete, die zur Erstellung eines Releases benötigt werden. Diese Schlüsselpakete sind von einer automatischen Entfernung aus dem Release ausgenommen und erhalten in den Wochen vor dem Release besondere Aufmerksamkeit.

Die Spannung steigt, vermutlich werden die Entwickler in den nächsten Tagen einen Release-Termin festlegen. Wir werden, wie gewohnt, das Release mit der Vorstellung der Neuerungen, dem Upgrade-Prozess und möglichen Stolperfallen begleiten.

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23 Kommentare

  1. Warte auch schon sehnsüchtig auf Trixie – lauft schon eine ganze Weile nebenher auf meinem alten Laptop und in einer VM, beides ohne Problem :-).

    Ich überlege, ob ich nach dem Release von Bookworm via “apt” update oder einmal die Zeit für einen “Frühjahrsputz” nutze und bei “0” anfange … – wie handhabt ihr das?

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    1. Einer der Vorteile von Linux, dass du eben nicht ständig neu installieren musst, insbesondere bei Debian.
      Auf meinem letzten Rechner lief Debian ca. 9 Jahre am Stück und ist noch installiert (Rechner ist ausgemustert bzw. liegt brach).
      Normalerweise sollte es keinen Grund zur Neuinstallation geben.
      Regestrie Schmutz wie bei Windows gibt es mMn hier nicht.
      Vielleicht lässt sich irgendwo und irgendwie Putzen, aber bisher war das nie nötig bei entsprechender Pflege.
      Einer der Gründe warum ich mich für Debian entschieden habe.
      Danke Debian👍

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    2. Ich mache bei neuen Releases immer ein sogenanntes „Fresh Upgrade“ statt eines direkten Upgrades.
      Wenn du dein System nicht komplett auf / installiert hast, sondern /home als eigene Partition eingerichtet ist, kannst du während der Installation einfach wie folgt vorgehen:
      – / formatieren und ein frisches Debian installieren
      – /home einbinden, aber nicht formatieren
      – Einen Benutzer mit dem gleichen Namen wie zuvor anlegen, damit das Home-Verzeichnis korrekt übernommen wird

      So bekommst du ein sauberes System ohne Altlasten, kannst aber nahtlos dort weitermachen, wo du aufgehört hast – persönliche Daten und Einstellungen bleiben erhalten.
      Wichtig ist nur, dass du vorher ein Backup machst, für den Fall der Fälle.

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      1. Warum nur setzt ihr das System neu auf (/home hin oder her)?
        Was sind den die Altlasten?
        Wir sprechen doch nicht von einem WinOS!
        Kläre mich mal bitte einer auf warum ich alle Nase lang das System neu aufsetzen soll!
        Vielleicht habe ich ja etwas verpasst.
        Man Stelle sich das bei Servern vor. Die können sich das gar nicht leisten.
        Ich weiß, Server und Desktop sind nicht vergleichbar und trotzdem.
        Warum setzt ihr neu auf?
        Bitte mal ausführen. Danke

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          1. Was meinst du? Pakete werden mMn ziemlich Rückstandsfrei entfernt.
            Tarballs, Flatpak, … Config Dateien, …ich erkenne es nicht.
            Ist das nicht ein Überbleibsel aus Win Zeit in unserem Kopf?
            Da gab/gibt es so Cleaner & Co. …für Linux kenne ich das nicht.
            Mein alter Rechner (9 Jahre Debian sm Stück) lief nicht schlechter wie mit der ersten Installation.
            Deswegen bin ich unter anderem zu Linux und explizit zu Debian um even genau so etwas nicht machen zu müssen.
            Für mich ist der Plan aufgegangen.

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                1. Mir würde grad auch nichts großes einfallen, zumindest nicht bei Debian.
                  Pakete die unnötig sind werden via apt autoremove, manchmal bleibt unter /etc/ etwas zurück, das sind dann aber in der Regel nur Configs (Textdateien).

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                  1. Über die Jahre kommt was zusammen. Bei mir waren es Fremdpakete, Fremde – Repositorys, Pakete die an apt vorbei installiert worden sind etc (Habt ihr schonmal aktuelle Wine-Versionen installiert?) uvm. Um ein fehlerhaftes Upgrade zu vermeiden habe ich deswegen immer ein Fresh-Upgrade gemacht. Das war und ist immernoch die sicherste Methode und dauert keine 5 Minuten länger als direktes aktualisieren.

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                    1. WINE kann ich nicht beurteilen. Fremdpakete wie zb Vivaldi oder Brave Browser schon und die machen keine Probleme, wenn du die richtig einbindest und bei Versions Pgrades richtig mit rüber Holst. Ansonsten habe ich wenig Fremd Pakete. Das ist sicherlich mit ein Grund und verstehe was du meinst.

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                    2. Fremdrepos kann man bei System-Upgrades vorher deaktivieren. Einfach ein # vor die entsprechende Zeile setzen oder mit der neuen Methode (deb822) ein Enabled: no reinschreiben.

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          2. Unabhängig von Debian:
            Zum “ausprobieren”, oder irgend etwas testen, habe ich einen extra Rechner. Zumindest aber eine Virtualisierung.
            Der Arbeitsrechner wird auf jeden Fall nie, nie, niemals für irgend welche Experimente. “mißbraucht”.
            Und dieser läuft nun schon seit mehr als 10 Jahren.

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              1. Hallo Holdon
                Ich habe damals 2 identische Laptops, gebrauchte Leasingrückläufer, gekauft und die identisch eingerichtet. Laut den Logs war das am 23./24.12.2014.
                Einer als Arbeitsmaschine, einer einfach so.
                Der …einfach so… hat übrigens auch noch keine Neuinstallation bekommen.

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    3. Bei einer neuen Hauptversion mache ich eine neue Installation (fresh Install). Bei der Gelegenheit sortiere ich auch gleich mal Kram aus, den ich eh nicht mehr brauche, was Speicherplatz erspart. Die Daten kommen auf eine externe Festplatte und dann installiere ich die neue Hauptversion und das alte System wird dabei gelöscht. Und nach der Installation richte ich das System ein und kopiere die Daten von der externen Festplatte wieder zurück.

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  2. Eine Stolperfalle für die Freunde älterer Geräte kann ich bereits vermelden: Mit einer ATI Radeon x1400 bei einem IBM/Lenovo T60 entfällt mit den neunen MESA- Paketen und möglicherweise weiteren Zusammenhängen die beschleunigte Grafikunterstützung. Nun kann man sagen, “ach komm, ein T60…”, aber lt. aktueller Umfrage im Thinkpad-Forum ist das T60 mit das beliebteste ältere Thinkpad.

    Auch bei den Intel Grafiken aus dieser Zeit schaut es immer schlechter aus. Ich bin beim T500 und X61 mit Intel Grafik unter Trixie jetzt beim Falkon Browser etwas unsanft gelandet. Hier laufen die meisten Videos noch einigermaßen flüssig, beim T500 auch mit dem Firefox, beim X61 nur noch mit dem Falkon.

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  3. Ich habe Trixie schon auf mehreren Desktop-Systemen installiert, wie gewohnt, stabil, flüssig, ohne viel Schnickschnack (wie bei Ubuntu) – läuft einfach wie üblich wunderbar.
    Vielen Dank an jede(n) Debian-Mitarbeiter(in).

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  4. Ich freue mich auf Trixie und das neue Abenteuer😉.
    Vor allem schätze ich eure Artikel, die mir das Leben bedeutend leichter machen zu aktualisieren.
    Die Stolperfallen sind so wichtig zu wissen.
    Vielen dank für den Zwischenbericht und im voraus für den kommenden zur Veröffentlichung.

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