Für Zeitgenossen, die sich mit systemd nicht anfreunden können, stehen eine ganze Reihe von alternativen Init-Systemen und Distributionen bereit, die diese anstatt systemd verwenden. Im Debian-Universum sind das unter anderem antiX, MX Linux, Knoppix, AVMultimedia oder Devuan, um das es hier geht.
Trixie ohne systemd
Die erste Version des Debian-Forks Devuan erschien vor 10 Jahren und basierte auf Debian 8 »Jessie«. Das jetzt freigegebene Devuan 6 »Excalibur« ist die Umsetzung von Debian 13 »Trixie« ohne Systemd. Devuan nutzt den Linux-Kernel 6.12 LTS und als Standard Xfce 4.20 als Desktop. Alternativ stehen GNOME 48, Plasma 6.3.6 und Cinnamon 6.4.10 in den Repositories bereit. »Excalibur« übernimmt viele der Neuerungen von »Trixie«, wie PipeWire als Nachfolger von PulseAudio, Apt 3 mit einem neuen Solver für die bessere Auflösung von Abhängigkeiten sowie den Usrmerge.
Download
Devuan 6 ist für die Architekturen i386, amd64, armel, armhf, arm64, ppc64el und riscv64 verfügbar. Wie bei Debian 13 wird für i386 nur eingeschränkte Unterstützung angeboten. Im Download-Portal stehen Live-Abbilder mit und ohne Desktop sowie ein Abbild mit Installer bereit. Offizielle Docker-Container-Images sind ebenfalls verfügbar. Bestandsanwender können von Devuan 5 »Daedalus« direkt aktualisieren. Dabei ist es wichtig, dass vor dem Upgrade das Paket usrmerge installiert wird. Ein Migrationspfad von Debian 13 zu Devuan 6 ist ebenfalls verfügbar.
Firmware
Alle Devuan 6 Excalibur-Installationsmedien stellen bei der Installation nicht-freie Firmware-Pakete zur Verfügung. In den meisten Fällen werden diese Pakete nur installiert, wenn die Hardware sie erfordert.
Die automatische Installation der benötigten nicht-freien Firmware kann blockiert werden, indem im Installationsmenü die Option Expert Install gewählt wird. Alle Neuerungen zu Devuan 6 vermitteln die Release Notes.

Devuan kämpft gegen die Zeit, doch die Zeit ist schneller als Devuan. Mal sehen, wie lange Devuan durchhält. Gnome geht schon nicht mehr wegen systemd, bald wird auch KDE wegfallen. Und alte X11-Desktops wie MATE sind kurz vor der Einstellung ihrer Entwicklung, da gibt es kaum noch Aktivität. Dennoch beeindruckende Leistung von den Devuan-Entwicklern, und ich wünsche ihnen viel Erfolg, aber dennoch glaube ich nicht, dass sie ewig mithalten werden. Wer kein systemd will, kann ein BSD nehmen.
Vergiss nicht. Wir kämpfen alle gegen die Zeit, das bringt das Leben so mit sich. Für einige mag das sinnlos erscheinen weil das Ende ohnehin absehbar ist, dem Rest macht es aber trotzdem immer wieder Spaß. 😉
Naja, das Projekt gibt es seit 10 Jahren, da kann man schon sagen, dass es sich etabliert hat. Unkenrufe, dass Devuan keine Zukunft hätte gab es schon zu Beginn. Und moderne Wayland-basierte Umgebungen wie Sway laufen auch auf Debian. Nichts gegen systemd, aber es gibt auch andere, moderne Init-Systeme wie runit oder dinit. Die Vorstellung, dass Linux-Systeme ohne systemd nur auf das (in der Tat veraltete) sysvinit setzen ist falsch.
OpenRC bietet bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit, user-services zu managen.
https://wiki.gentoo.org/wiki/OpenRC#User_services
https://wiki.alpinelinux.org/wiki/OpenRC#User_service_management
Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, probiert es mal aus 🙂