Diet Pi

DietPi 10.8 bringt neue WireGuard-Verwaltung

DietPi ist eine leichtgewichtige, auf Debian basierende Linux-Distribution für Single-Board-Computer (SBC) und Serversysteme, die auch die Option der Installation einer Desktop-Umgebung mitbringt. Sie bietet für die jeweilige Hardware vorkonfigurierte Software aus verschiedenen Bereichen und unterstützt eine wachsende Zahl an Geräten. DietPi ist in fast allen Belangen ressourcenschonender als Raspberry Pi OS und wird monatlich aktualisiert.

Mit DietPi 10.8 haben die Entwickler jetzt die Oktober-Ausgabe veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht mit dietpi-wireguard ein neues Werkzeug, das die Verwaltung von WireGuard-VPN-Servern und deren Clients vereinfacht. Daneben gibt es Verbesserungen am Software-Manager, bei der Netzwerkkonfiguration und verschiedene Fehlerkorrekturen.

WireGuard komfortabler verwalten

Das neue Werkzeug dietpi-wireguard lässt sich sowohl über ein interaktives Menü als auch auf der Kommandozeile bedienen. Damit können Anwender WireGuard-Server und Clients anlegen, vorhandene Clients aktivieren, deaktivieren oder entfernen und Einstellungen wie den Server-Port und die IP-Adressen ändern. Client-Konfigurationen lassen sich zudem als QR-Code anzeigen, um etwa Smartphones unkompliziert in das VPN einzubinden.

Dabei greift das Werkzeug auf die vorhandenen Konfigurationen unter /etc/wireguard zurück. Es funktioniert somit auch mit WireGuard-Installationen, die nicht über dietpi-software eingerichtet wurden. Neu angelegte Server unterstützen jetzt IPv6-Forwarding und NAT66, sodass Clients auch IPv6-Verbindungen über den VPN-Tunnel nutzen können. Bei bestehenden Installationen lässt sich diese Funktion nachträglich aktivieren.

Software mit Namen statt Nummern installieren

Eine weitere Neuerung betrifft den Software-Manager dietpi-software. Bisher wurden Anwendungen intern über numerische IDs identifiziert. Mit Version 10.8 kommen sprechende Bezeichnungen hinzu. So lässt sich Node-RED beispielsweise mit dietpi-software install nodered installieren, statt wie bisher die numerische ID 122 verwenden zu müssen.

Die Änderung gilt auch für die Softwaresuche und automatisierte Installationen. Bestehende Konfigurationen werden automatisch angepasst, während die bisherigen numerischen IDs aus Kompatibilitätsgründen weiterhin funktionieren.

HAProxy als DEB-Paket

Für den Load-Balancer HAProxy stellt DietPi nun ein eigenes DEB-Paket über das Projekt-Repository bereit. Damit entfällt das bisher erforderliche Kompilieren aus dem Quellcode. Aktualisierungen erfolgen künftig regulär über apt upgrade. Gleichzeitig wurde die Standardkonfiguration gehärtet: Worker-Prozesse laufen unter einem eigenen, unprivilegierten Benutzer, während zusätzliche systemd-Sandboxing-Regeln die Rechte des Dienstes einschränken. Bestehende HAProxy-Konfigurationsdateien bleiben erhalten.

Verbesserungen bei Netzwerk und Anwendungen

Bei der Netzwerkkonfiguration erlaubt dietpi-network jetzt auch statische IP-Konfigurationen ohne Standard-Gateway. Die oft unübersichtlichen virtuellen Netzwerkschnittstellen von Docker und anderen Container-Laufzeitumgebungen werden im Konfigurationsmenü des Hosts ausgeblendet. Zudem wurden mehrere Fehler bei der Einrichtung von WLAN-Hotspots und der Erkennung widersprüchlicher Gateway-Einstellungen behoben. Eine strengere Eingabeprüfung soll ungültige Netzwerkparameter verhindern.

Fehler bei Immich und Nextcloud behoben

Bei den unterstützten Anwendungen behebt DietPi 10.8 unter anderem Fehler bei Immich. So funktionierte die Erstellung von Vorschaubildern für neue Fotos mit GPS-Metadaten unter bestimmten Umständen nicht mehr. Auch ein Startproblem der Machine-Learning-Komponente wurde korrigiert. Aufgrund geänderter Python-Anforderungen entfällt für diese Komponente allerdings vorerst die Unterstützung von Debian Bookworm und Forky. Weitere Korrekturen betreffen unter anderem auch Nextcloud.

Die vollständigen Änderungen zu DietPi 10.8 dokumentieren die Entwickler in den Release Notes auf GitHub. Bestehende Installationen lassen sich über die integrierte Update-Funktion aktualisieren. Neue Installationsabbilder stehen auf der Projektwebsite bereit.

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