DistroSea

DistroSea: Linux online ausprobieren

Bis Mitte 2022 konnten Interessierte auf der Webseite DistroTest.net Distributionen online testen. Damit konnten viele Anwender den Entscheidungsweg für eine neu zu installierende Distribution erheblich abkürzen, mussten Sie doch keinen meist mehrere GByte umfassenden Download vornehmen und das ISO dann auf einen USB-Stick packen oder in einer Virtuellen Maschine starten. Distribution aussuchen, darauf klicken und warten – voilà. Auch das immer noch beliebte Distro-Hopping konnte initial in einem Browser-Tab stattfinden.

DistroSea als Nachfolger

Das Projekt wurde eingestellt, als Nachfolger stellte sich im Mai 2023 DistroSea mit einer Testphase vor. Eine solche Webseite erzeugt eine hohe Last, weswegen der Entwickler auf Sponsoren hoffte. Mittlerweile scheint das Projekt sich konsolidiert zu haben, denn es gab kürzlich ein Update.

Über 400 ISOs

Das Versprechen von über 400 ISOs sollte man nicht falsch verstehen. Auf der Webseite stehen 48 Distributionen in vielen Release-Versionen zum Test bereit. So bieten etwa einige der Ubuntu-Varianten jeweils über 25 Versionen an. Für Entwickler mag das hilfreich sein, um schnell Unterschiede bei der verschiedenen Releases zu vergleichen. Aber auch Distro-Hopper kommen auf ihre Kosten, denn die Seite bietet eine Auswahl bekannter und weniger bekannter Distributionen, in die man schnell hineinschnuppern kann. Das Spektrum reicht von Debian, Ubuntu und Arch Linux über Slackware und siduction zu Außenseitern wie NixOS und Void Linux.

Kurze Ladezeiten

Die Aktualität ist unterschiedlich. Solus steht etwa bei v4.3, obwohl es seit über zwei Wochen v4.4 gibt. Die Ladezeiten sind dagegen völlig in Ordnung, selbst viel nachgefragte Distributionen wie Ubuntu 23.04 stehen in rund einer Minute zum Test bereit. Auf DistroSea angemeldete Nutzer haben zudem in den VMs Zugriff auf das Internet, sodass Updates und Paketinstallationen vorgenommen werden können.

Es ist gut, dass sich jemand dieser Sparte angenommen hat, nachdem DistroTest.net eingestellt wurde. Der Dienst findet bestimmt eine Menge interessierter Nutzer und erscheint gerade für Linux-Einsteiger geeignet, einen ersten Überblick über den Distributions-Dschungel zu gewinnen.

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Ein Kommentar

  1. “Auf DistroSea angemeldete Nutzer haben zudem in den VMs Zugriff auf das Internet, sodass Updates und Paketinstallationen vorgenommen werden können.”

    Kann ich nicht bestätigen. Zumindest über das Google Konto angemeldet habe ich keinen Internetzugriff.

    Ich will das Projekt hier nicht zu sehr schlechtreden, aber ich persönlich sehe den Sinn darin nicht – außer, sich mal andere Desktops anzugucken, nicht unbedingt Distributionen.

    Ich denke aber, dass für jemanden, der wirklich testen will, die Installation in einer eigenen VM immer noch deutlich besser ist als über diese Seite.

    Als alter Gentooer hab ich das mal bei DistroSea gestartet – würde mich jetzt eher abschrecken, da offenbar eine Minimal-LiveCD als ISO genommen wurde. Also nur eine CLI, aber ohne Portage, also kann man keine Pakete installieren – selbst wenn man Zugriff aufs Internet hätte.

    Sinnvoller fände ich, wenn die Distros nicht nach dem Alphabet geordnet wären, sondern nach DE. Dann kann man sich angucken, wie z.B. KDE so ist… und wie es bei verschiedenen Distros ist, was einem da am besten gefällt.

    Nunja, aber ich bin nicht das Maß der Dinge und es gibt ja offenbar einige, die die Seite verwenden. Schön.

    Achso: auf dem FireFox 115.0.2 läuft es bei mir nicht, Vivaldi tut’s aber.

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