
Im Verlauf des heutigen Dienstags gibt Mozilla offiziell Firefox 94 und gleichzeitig Firefox-ESR 91.3 frei. Wie üblich liegen die neuen Versionen bereits seit gestern auf den Servern. Linux-Anwender können sich auf mehr Geschwindigkeit beim WebGL-Rendern und weniger Energieverbrauch freuen, denn das OpenGL-API wechselt auch unter X11 von GLX auf dessen modernen Nachfolger[wiki title=”EGL_(Programmierschnittstelle)”] EGL[/wiki], wie Mozilla-Entwickler Martin Stransky in seinem Blog berichtet.
EGL übernimmt
Dieses im Vergleich zu GLX relativ neue API, das eine Schnittstelle zwischen OpenGL und dem Fenstersystem darstellt, wurde ursprünglich für Wayland konzipiert, funktioniert aber nun auch unter X11, sofern mindestens Mesa 21 installiert ist. Das neue Backend arbeitet mit Intel und AMD zusammen, Anwender von Nvidias proprietären Treiber müssen sich hingegen noch ein wenig gedulden, da dem Treiber die EGL-Erweiterung fehlt, die mit NVIDIA 495 kommen soll. Bei Mozilla sind in der Hinsicht noch 2 Bugs offen.
Falls EGL mit Firefox 94 bei euch noch Probleme bereiteten sollte, kann in about:config auf GLX zurückgeschaltet werden. Dazu muss der Schalter gfx.x11-egl.force-disabled von false auf true gesetzt werden. Für die Entwickler bedeutet der Schritt zu EGL eine Erleichterung, da mehr Code mit Wayland und der bereits auf EGL umgestellten Android-App geteilt werden kann, was wiederum zu weniger Bugs führt, wie die Entwickler im Mozilla Gfx Team Blog schreiben.

Tab Unloading auch für Linux
Firefox 93 aktivierte erneut das bereits früher einmal getestete Tab Unloading für Windows-Nutzer. Dabei geht es darum, dass Tabs automatisch entladen werden, wenn das System feststellt, dass aufgrund zu vieler offener Tabs oder anderer speicherhungriger Anwendungen der freie Speicher zur Neige geht. Nutzer müssen dann auf den oder die entladenen Tabs klicken, um sie neu zu laden.
Mit Firefox 94 wird diese Funktionalität nun auch für Linux reaktiviert. Dazu zeigt eine neue Seite unter about:unloads an, wie Firefox die Tabs priorisiert und welcher Tab entladen wird, wenn die Funktion ausgelöst wird und erlaubt auch das manuelle Entladen einzelner Tabs, allerdings nur in der vorgegebenen Reihenfolge.
Ein von Apple entliehener Energiesparmodus verhilft Firefox-Usern unter macOS beim Abspielen von Vollbild-Videos auf YouTube und Twitch zu längeren Akku-Laufzeiten. Über weitere Neuerungen halten sich die Release Notes noch sehr bedeckt, diese werden im Tagesverlauf für die stabile Version freigegeben.

Schön, dass der Browser wiedermal schneller wird. So oft, wie Browser schneller werden, müssten sie die Seiten ja schon anzeigen, bevor man etwas in die Adresszeile eingegeben hat 😛
In der Praxis bleibt von dem Marketinggewäsch vermutlich wieder nichts übrig.
Das ist dann meist gefühlt schneller.
Mal ne stumpfe Frage:
arbeitet das auch mit dem ARM64 von PinePhone oder wirklich nur mit x86? Und habe ich da geschwindigkeitsmäßig einen kleinen Vorteil durch?
Gruß
Ich kann so etwas seitens Mozilla nicht länger als echte Leistung honorieren. Denn das was Firefox hier plötzlich umsetzt, wäre vor mindestens 10 Jahren notwendig gewesen, zumal gewisse Technologien unter Linux schon geradezu Ewigkeiten existieren, und vielfältig bis heute erfolgreich im Einsatz sind. Aber Hauptsache Mozilla springt nach Ewigkeiten auch mal auf den Zug auf, sodass Firefox angesichts seiner unter Linux bislang erbärmlichen Performance, nun erstmals mit den restlichen Browsern ernsthaft konkurrieren kann. Für mich kommt das unzählige Jahre zu spät, noch empfinde ich es als positiv, dass Mozilla selbst heutzutage einem unsicheren Windows die volle Priorität widmet, während Firefox unter Linux geradezu stiefmütterlich weiterentwickelt wird. Seit ich Firefox ersetzt habe, macht das Surfen endlich wieder Spass, und Mozilla bestätigt hiermit eigentlich nur wieder wie gut diese Entscheidung gewesen ist. Und davon abgesehen ist es der Sicherheit kaum zuträglich, einen der großen aufgeblähten Browser zu nutzen.
Von welcher erbärmlichen Performance redest du denn bitte?! Grade unter Linux rennt Firefox doch Kreise um ganzen Chromium-Browser, sobald mehr als n paar Tabs offen sind.
Und da es eine verdammt bescheuerte Idee wäre, Google NOCH mehr Macht über die de facto Webstandards zu geben kommt für vernünftig denkende Anwender ein Chromium-Browser sowieso nicht in Frage – und bei den nicht-Chromium-Browsern sieht die Auswahl abseits von Firefox und dessen Forks leider recht bescheiden aus…
Mozilla war damit beschäftigt einen wichtigen Teil der Firefox Codebasis auf Rust umzustellen.
Da diese Arbeit jetzt wohl getan ist, wird nun wieder mehr Zeit für andere Features verfügbar sein.
Feine Sache. War auch cool wenn der Firefox mal 4k Videos auf Youtube ruckelfrei darstellen könnte. Bisher muß immer runtergeladen, und mit VLC geschaut werden.
Wenn Du Dir sicher bist, dass Du das ganze Video anschaust (insbesondere mehrfach), ist das vermutlich auch weiterhin die deutlich energiesparendere Variante (wobei Nicht-4k natürlich noch deutlich mehr spart).
Wär trotzdem cool wenn der Firefox mal 4k Videos auf Youtube ruckelfrei darstellen könnte.
Auf jeden Fall! Ich würde es jedoch auf Filme im Bereich „grafisches Kunstwerk“ beschränken 😉
https://wiki.ubuntuusers.de/mpv/ und https://wiki.ubuntuusers.de/youtube-dl/ installieren.
Das liefert die höchste verfügbare Auflösung:
Das liefert 720p:
Wie wäre es das Problem direkt im Firefox zu lösen? Zu naheliegend?
Es wäre schön wenn es in Firefox funktionieren würde! Wie löst man das Problem in Firefox?
Kauf dir gescheite Hardware.
Das ist kein Problem von FF, sondern deiner lahmen HW.
Das Mediaplayer schon immer Videos effizienter und flüssiger darstellen konnten, vor allem im Vollbildmodus, ist kein Geheimnis und auch nichts neues.