Mit Immich 3.0 liefern die Entwickler der beliebten Alternative zu Google Photos eines der größten Updates der selbst gehosteten Foto- und Videoverwaltung ab. Mittlerweile liegt ein Bugfix auf v3.0.1 vor. Angesichts der Fülle an Änderungen gab es im Vorlauf erstmals mehrere Release Candidates. Vor einem Update vom Vorgänger 2.75 empfiehlt sich ein Blick auf die Anleitung zur Migration auf die neue Version.
Was ist neu bei Immich 3.0?
Als Highlight bekommt die mobile App endlich denselben nicht-destruktiven Editor wie die Weboberfläche. Damit lassen sich Fotos direkt in der App zuschneiden, drehen und anpassen, ohne das Original zu verändern. Änderungen lassen sich jederzeit rückgängig machen oder später am Desktop weiterbearbeiten. Dafür fallen vorerst Funktionen wie das Umfärben von Fotos, die Bearbeitung von Live-Photos und lokalen Assets weg, sollen aber zurückkehren.
Workflows
Ganz neu ist außerdem Workflows als technische Vorschau: Unter dem Menüpunkt Werkzeuge lassen sich per Drag-and-drop Automatisierungen aus Triggern, Filtern und Aktionen zusammenbauen. Das stellt die Basis für weitere künftige Automatisierungsmöglichkeiten dar.
Alternative Sortierung
Eine Kürzlich hinzugefügt-Seite zeigt Assets nach Importdatum statt Aufnahmedatum. Die Wartungsseite bekommt Integritätsprüfungen, die Dateisystem und Datenbank abgleichen und fehlende, unbekannte oder beschädigte Dateien aufspüren. Bei Videos hält für die Web-Version experimentelles Echtzeit-Transcoding samt HLS Einzug. Dies soll später auch für die mobile Version implementiert werden.
Mobil kommen zudem eine Diashow-Ansicht, OCR mit Texterkennung im Bildbetrachter, Android-Unterstützung als Galerie-App für andere Apps sowie eine deutlich zuverlässigere Hintergrundsicherung hinzu.
Disruptive Änderungen
Vorsichtig beim Update sollten Anwender von auf Immich basierenden Apps aus dritter Hand sein, die API-Keys von Immich verwenden. Hier fanden Aktualisierungen von API-Endpunkten statt, die von den Entwicklern der entsprechenden Apps angepasst werden müssen. Wenn also solche Apps nach dem Update auf Immich 3.0.x nicht mehr funktionieren, wendet euch an die jeweiligen Entwickler.
Vectorchord statt pgvecto.rs
Eine weitere disruptive Änderung ist die Entfernung der Unterstützung für pgvecto.rs, einer Open-Source-Erweiterung für die PostgreSQL-Datenbank, die eine skalierbare und Vektorähnlichkeitssuche ermöglicht. Die Entwickler empfehlen Anwendern, die das bereits seit Immich v1.133.0 veraltete pgvecto.rs noch verwenden, dringend den Umstieg auf VectorChord.
