Maxim Dounin, einer der Hauptentwickler von Nginx kündigt einen Fork des Webservers an, der auf den Namen Freenginx getauft wurde. Die Vorgeschichte beginnt bereits 2019, als das amerikanische Unternehmen F5 Networks Inc für 670 MIO. USD die Webserver-Software Nginx aufkaufte. Im Mai 2022 zog sich F5 aufgrund der politischen Lage und in Unterstützung der Ukraine komplett aus Russland zurück.
Erster Fork
Kurz darauf gründeten einige Entwickler die Firma Web Server LLC und stellten einen Fork von NGINX vor, der auf den Namen Angie hört, mit dem Ziel, den Funktionsumfang der Software zu erweitern. Das Projekt veröffentlichte kürzlich Angie 1.4.0, das neben eigenen Entwicklungen die Funktionalität von Nginx 1.25.3 abbildet.
Neue Führungsebene
Maxim Dounin hingegen hat mit dem Weggang von F5 aus Russland seinen Job bei Nginx aufgegeben, aber bis in jüngster Vergangenheit weiter als unbezahlter Entwickler an der Entwicklung teilgehabt. Der Fork, den er jetzt startet, ist das Ergebnis von marketingtechnischen Entscheidungen einer neuen Führungsebene. Diese Entscheidungen gehen laut Dounin sowohl an den Entwicklern als auch der Community vorbei. Damit sieht er Nginx nicht mehr als ein freies und quelloffenes Projekt, das für das öffentliche Wohl entwickelt und gepflegt wird. Um welche Entscheidungen es dabei im Einzelnen geht, lässt die Ankündigung offen. Das Ziel des Forks ist es, die Entwicklung von Nginx frei von willkürlichen Firmenentscheidungen zu halten.
Großer Marktanteil
Die seit 2011 vom russischen Entwickler Igor Sysoev ins Leben gerufene und federführend entwickelte Software Nginx läuft derzeit auf rund einem Drittel aller Webserver weltweit, in Russland waren es im Jahr 2022 über 60 %. Die Software, die sich große Teile des Marktes mit dem Apache-Webserver teilt, findet auch als Reverse Proxy und als E-Mail-Proxy Verwendung.

Kleiner Schreibfehler: “Weggang von *L5* aus Russland”, sollte *F5* sein?
Ups…
Sehr gut, genau das ist Linux !!!
Software vollkommen frei von willkürlichen Firmenentscheidungen .
Genau so muss es sein.
Linux? Also bei mir läuft Nginx in der Regel auf FreeBSD 😛
Kann muss aber nicht auf BSD laufen, warum auch.
BSD hat doch die gleiche Philisophie soviel ich weis.
Die BSD Lizenz enthält kein Copyleft, das ist schon mal ein ganz wesentlicher Unterschied, auch wenn das für den BSD Nutzer nicht von Relevanz ist, solange er nicht auf ein Derivat setzt.
Richtig aber was hat das mit der gleichen Philosophie zu tun?
Das ist doch ne ganz andere baustelle.
Was ich mich hier frage, warum schliesst er sich nicht mit den Leuten von Angie zusammen?
Frag nicht dich, frag ihn 🙂
Die Antwort steht doch im Beitrag “frei von willkürlichen Firmenentscheidungen!” 😀
Warum sollte er das tun? Er will Software nach dem Linuxspirit und das geht mit Angie eben nicht.