FSearch GUI

FSearch mit Echtzeit-Dateisystemüberwachung

Über zwei Jahre nach dem letzten großen Update ist FSearch 0.3 erschienen. Laut Entwickler Christian Boxdörfer dauerte der Schritt von v0.2.3 viel länger als erwartet. Wir hatten FSearch 0.2.1 bereits 2022 vorgestellt.

Ordner überwachen

Das schnelle Datei-Suchwerkzeug für Linux-Desktops bringt mit dieser Version das wohl meistgewünschte Feature aus der Community: Ordner können jetzt auf Änderungen überwacht werden, sodass Suchergebnisse nahezu sofort aktualisiert werden, wenn sich etwas im Dateisystem ändert. Manuelle Rescans der Datenbank sollen dadurch deutlich seltener nötig sein. Nach außen zeigt sich davon nur eine zusätzliche Checkbox, aber unter der Haube steckt eine komplette Neuentwicklung der Datenbank-Engine.

Rescan pro Ordner

Auch sonst hat sich einiges getan: Einstellungen wie der Rescan-Rhythmus lassen sich nun pro indiziertem Ordner statt nur global konfigurieren, womit sich Ordner mit ständig wechselnden Inhalten besser überwachen lassen. Die Ausschlussregeln wurden erweitert: Ordner und Dateien lassen sich jetzt über feste Muster, Wildcards oder komplette reguläre Ausdrücke ausschließen.

Es gibt allerdings einige Einschränkungen: Derart konfigurierte Ordner werden beim Start der Anwendung automatisch gescannt. Die Überwachung wird nicht auf allen Dateisystemen unterstützt. Sie funktioniert etwa nicht auf über das Netzwerk eingebundenen Dateisystemen wie NFS. Zudem können bei der Überwachung großer Verzeichnisbäume vom Kernel vorgegebene Grenzen für die verwendeten Tols fanotify und inotify erreicht werden, was bedeutet, dass nicht jede Änderung erkannt wird. Die vom Kernel vorgegebenen Grenzen lassen sich jedoch per sysctl⁣ konfigurieren.

Weitere Verbesserungen

Zwei weitere praktische Verbesserungen: Geplante Rescans laufen künftig nach, falls FSearch beim eigentlich fälligen Zeitpunkt geschlossen war, statt einfach ausgelassen zu werden, und die Datenbank erkennt jetzt, wenn indizierte Wechseldatenträger wieder angeschlossen werden, und scannt sie automatisch neu. Ein beim ersten Start nach dem Update angezeigter Willkommensdialog macht Nutzer auf die neuen Funktionen aufmerksam.

FSearch 0.3.1 als Patch-Release

Das neue Release liegt auf GitHub im Quelltext vor. Mittlerweile hat der Entwickler v0.3.1 nachgeschoben, womit er auf Bugreports reagiert. FSearch 0.3.1 ist im AUR von Arch Linux und in Solus bereits vertreten. Weitere Distributionen werden zeitnah nachziehen. Wer FSearch als Flatpak installiert, muss weiterhin mit Einschränkungen leben. Da die Sandbox keinen Zugriff auf die Liste installierter Programme erlaubt, öffnet ein Doppelklick eine Datei nicht direkt, sondern zeigt zunächst einen Auswahldialog. Erst nach mehrmaliger gleicher Auswahl merkt sich FSearch die Standardanwendung für den jeweiligen Dateityp.

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5 Kommentare

  1. Schaut cool aus! Und komfortabler als das Terminal find. (Jedesmal muss ich die flags da wieder neu nachschauen)
    Muss ich mal ausprobieren.

    Ich frage mich aber, ob es irgendwelche hard limits gibt für die Anzahl der Dateien die mit inotify überwacht werden können und was das für eventuelle Nachteile hat wenn man eine große Anzahl an Dateien überwacht.

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        1. Die Limits sind im Kernel niedrig angesetzt, um den Speicherverbrauch des Kernels zu begrenzen. Jeder aktive Inotify-Watch belegt ca 1 kb festen Arbeitsspeicher im Kernel. Dieser Speicher kann nicht in den Swap verschoben werden. Der Standardwert von 8.192 Watches ist in der heutigen Zeit oft zu niedrig. Mit sudo sysctl fs.inotify.max_user_watches=524288 kannst du den Wert auf ein gesundes Maß bis zum nächsten Reboot anheben. Dauerhaft gehört das in /etc/sysctl.d/.

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          1. Ah vielen Dank für die info! Ich hatte schon irgendwie gelesen dass das mit dem RAM zusammenhängt. Aber das mit dem 1KB ist eine gute Information. Demnach müssten 1 Mio überwachte Dateien ca 1 GB RAM belegen? Auf einem Server viel, auf moderner Hardware nicht der Rede wert, aber sollte man wissen.
            Bei den aktuellen RAM Preisen aber schon wieder relevant 😀

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