Rund einen Monat verbrachte GNOME 48 in der Beta-Phase, jetzt wurde pünktlich die stabile Version freigegeben. Waren wir zum Testen bisher auf Virtualisierung etwa per GNOME OS angewiesen, so bietet jetzt die gerade veröffentlichte Beta zu Fedora 42 bereits einen Blick auf die neue GNOME-Version.
Neuer Schriftsatz
Der visuelle Auftritt von GNOME 48 wurde mit dem neuen Font Adwaita Sans aus den Adwaita-Fonts aufgepeppt, der die seit 2010 verwendete Schriftart Cantarell ablöst. Für das Terminal ist nun Adwaita Mono voreingestellt. Wer weiterhin Cantarell bevorzugt, kann den Standard über das GNOME Tweaks Tool zurücksetzen.
Unterstützung für HDR
Während KDE Plasma 6 durch die Zusammenarbeit mit Valve im Hinblick auf Steam Deck bereits seit einiger Zeit über HDR (High Dynamic Range) verfügt, zieht GNOME 48 für unterstützte Monitore mit der Darstellung von HDR-Inhalten nach. Der GNOME Compositor Mutter führt zudem als Pendant zum X11-Tool xrandr das neue GNOME Display Control Utility gdctl ein, mit dem unter Wayland Display-Einstellungen wie die Unterstützung für HDR über die Kommandozeile angepasst werden können. Hand in Hand mit HDR geht die nach fünf Jahren endlich gelandete Unterstützung des Wayland-Color-Management-Protokolls.
Bessere Leistung für schwache Hardware
Das ebenfalls mit GNOME 48 eingeführte Dynamic Triple Buffering kann für schwächere Hardware einen merkbaren Performance-Schub bedeuten. Es reduziert fallen gelassene Frames und niedrige Frameraten, die auftreten können, nachdem die GPU in den Energiesparmodus gewechselt war. Triple Buffering hält die GPU dazu an, drei Puffer für Bilder zu verwenden, wodurch die GPU ausgelastet bleibt und Frame-Drops reduziert werden. Dies verhindert, dass die GPU immer in den Energiesparmodus wechselt, auch während Animationen. Spiele verwenden dies standardmäßig, um die Leistung zu verbessern.
Neue und geänderte Apps
GNOME Software unterstützt nun die Installation von Flatpak-Anwendungen über einen flatpak+https: Link wie in flatpak remote-add --from=https://foo.flatpakrepo. Das XDG Desktop Portal GNOME wurde mit dem kürzlich eingeführten USB-Portal-Backend ausgestattet. Damit wird ein sicherer Zugriff von Sandbox-Anwendungen auf USB-Geräte gewährleistet. Das Backend wurde aus Mitteln des deutschen Sovereign Tech Fund für GNOME finanziert.
Eigentlich sollte mit Papers auch ein neuer Dokumentenbetrachter als Ersatz für Evince Einzug in die Core Apps halten. Dazu hat die Zeit aber nicht ausgereicht. Neu dabei ist hingegen der wegen seines übertriebenen Minimalismus nicht unumstrittene Audio-Player Decibels.

Wellbeing
Wellbeing kümmert sich darum, dass wir nicht zu lange ohne Unterbrechung am Bildschirm arbeiten. Ein neuer Reiter in den Einstellungen von GNOME 48 versammelt Einstellungen zu diesem Thema, mit dem sich die Nutzungsdauer des Computers einschränken lässt oder Pausen eingefordert werden können. Eine Statistik am Kopf der Seite zeigt nach einer Zeit der Nutzung ein Profil der Nutzung für den laufenden Tag und die Woche.

Neben Fedora 42 wird auch Ubuntu 25.04 »Plucky Puffin« mit GNOME 48 veröffentlicht. Verschiedene Distributionen werden die Desktop-Umgebung zudem zeitnah zur Installation anbieten. Alle Neuerungen sind in den Release Notes aufgeführt.

Mal eine Nachfrage: Ist denn in Gnome 48 nun auch ein neues Gnome Terminal dabei? Soweit ich weiß wollte man doch von dem alten Gnome Terminal weg. Da gab es doch auch 2 Kandidaten: Black Box und das andere mit dem unmöglichen Namen Ptyxis.
gnome-console
Hier wartet noch eine gute Idee seit 5 Jahren auf Realisierung. https://gitlab.gnome.org/GNOME/gnome-contacts/-/issues/143
Es gibt da gewisse andere Oberflächen, die eine solchartige Funktionalität mitbringen. 😊
Na, schreib doch was du von GNOME hältst und was dein Lieblings DE ist🤣. Du kannst es nicht lassen😉.
Decibels ist zwar weiterhin sehr minimalistisch hat aber jetzt mit Version 48 eine komplett überarbeitete Waveform spendiert bekommen, worin man jetzt direkt zur Position springen kann. Wirklich sehr gutes Update.
Ich frage mich allerdings, was ein Audio-Player soll, der nur jeweils einen Song abspielt.
Ja das ist gewollt, nur einzelne Dateien. Mich stört eher das neue Dateien auch immer in einer neuen Instanz geöffnet werden.
Ich finde das die Ressource anders genutzt werden sollte.
Es gibt genügen hervorragende Player.
Ich verstehe natürlich auch den ganzheitlichen Ansatz und ein einheitliches Look & Feel, aber tut das Not?
Kann man drüber diskutieren 😁.
Naja wenn du so anfängst, was ist mit Texteditor, PDF-Reader, Scanner, Bildviewer, Videplayer… genau das macht eine gute DE aus. Sonst kann man einen Fenstermanager nehmen. Gnome macht das genau richtig. Man bekommt erstmal ein rundumpaket geliefert. Minimal, funktioniert, alles aus einem Guss und all das muss auch Betreut werden.
Ich weiß und das hatte ich auch so gemeint (ganzheitlicher Ansatz …).
Ich lasse mich überraschen wo der Player uns noch hin führt. Hat ja meist klein angefangen😉.
Wer mehr braucht, nimmt halt einen anderen guten.
Trotzdem darf die Frage gestellt werden, oder?
Wenn man sich da etwas an Amberol orientiert hätte, der ja eine recht simple Optik mit sich bringt, hätte das ja auch ein ganz ordentlicher Player werden können. Ich meine, man hätte ja zu Gunsten des Minimalismus die Cover weglassen können und gut wäre gewesen.
Dann hätte man die Playlist, die Welle und die Knöpfchen und fertig. Dann hätte man einen eingebauten Player, den man erstmal benutzen kann und es wäre nicht unbedingt nötig erst einen zu installieren – auch wenn vielleicht der Großteil der Leute das eh macht.
Ja, es ist schon irgendwie absurd – aber auch durchaus witzig finde ich. Ich meine, das ist ein Audio Player, der nur eine Audiodatei auf einmal abspielen kann … als hier damals zu dem Player berichtet wurde, musste ich das direkt ausprobieren weill ich das nicht glauben konnte. Und ich habe geguckt wie ein Auto und mich schlapp gelacht. Fand ich großartig! Oder ich habe nur einen schrägen Sinn für Humor.
Nun zunächst ist das nur eine Vorgabe von GNOME, aber nicht in Stein gemeißelt. Zuletzt entscheidet der Benutzer, vorher die Distribution. Wenn dir Amberol besser gefällt (mir übrigens auch) dann installierst du einfach den und deklarierst ihn als Standard App. Schau die mal an wie das bei KDE Gear abläuft: Nicht alle, aber einige KDE Gear-Apps wirken veraltet oder werden nicht so aktiv weiterentwickelt wie andere, sind verbuggt. KDE hat eine riesige App-Sammlung, aber nicht jede erhält regelmäßig Updates oder ein modernes UI-Design. Das will möchte man bei GNOME unbedingt vermeiden.
Danke für das Update Ferdinand.
Ich bin auf die Implementierung in Trixie gespannt (s. dein Beitrag). Da hat sich Debian echt etwas vorgenommen und ich hoffe, dass funktioniert so kurzfristig.
Ist eigentlich entgegen der Debian Philosophie. Wir werden sehen!
Viel Spass all denen, die bereits jetzt damit arbeiten dürfen.
Es kommt auch immer drauf an, wie gut die jeweiligen Teams grade besetzt und aktiv sind. Bei GNOME weiß ich es nicht, bei Qt/KDE sieht es derzeit ganz gut aus.
Guten Morgen, Ferdinand ☕ 😃
Da ich unter anderem auch mit Garuda Linux unterwegs bin, freue ich mich jetzt schon von dem Einlaufen von Gnome 48, das dürfte morgen sein?
Ich bin entzückt🥳
Danke für deinen Beitrag zur frühen Stunde.
Morgen?