GNOME OS Preview: Ein Schritt in Richtung Alltagsbetrieb

Mit GNOME OS Preview hat das GNOME-Projekt eine neue Variante seines eigenen Betriebssystems vorgestellt. Anders als die bisher ausschließlich verfügbare Nightly-Ausgabe basiert die Preview auf einer stabilen GNOME-Version und richtet sich damit erstmals auch an Anwender außerhalb des Entwicklerkreises.

Bislang diente GNOME OS vor allem als Testplattform für Entwickler und Designer. Die Nightly-Ausgabe wird kontinuierlich aus den neuesten Entwicklungsständen der GNOME-Komponenten sowie weiterer Software wie systemd und Flatpak erstellt. Das ermöglicht frühzeitige Tests, bringt allerdings auch entsprechende Risiken für die Stabilität mit sich. Die neue Preview setzt dagegen auf das aktuelle GNOME 51.1 und soll sich damit auch für den täglichen Einsatz durch experimentierfreudige Anwender eignen.

Noch keine stabile Distribution

Wie Entwickler Adrian Vovk in seinem Blogbeitrag erläutert, befindet sich die Preview erst seit wenigen Wochen in der Erprobung. Für eine reguläre Veröffentlichung fehlen noch verschiedene Voraussetzungen. Dazu gehören ein vollständiger Installer, eine bessere Integration von systemd-homed für die Verschlüsselung von Benutzerverzeichnissen, eine verbesserte TPM-Unterstützung sowie Delta-Updates mit systemd-sysupdate. Letztere sollen verhindern, dass bei jeder Aktualisierung ein vollständiges Systemabbild von rund 2 GByte heruntergeladen werden muss.

Fortschritte gibt es bereits beim Umgang mit knappem Arbeitsspeicher. Durch Verbesserungen an zswap soll GNOME OS auch auf Geräten mit wenig RAM zuverlässiger laufen. Zudem arbeitet das Projekt daran, vorinstallierte Anwendungen als Flatpaks auszuliefern und die Unterstützung für ARM-Geräte auszubauen.

Ein wesentlicher Vorbehalt bleibt die langfristige Aktualisierbarkeit. Die Entwickler wollen GNOME OS erst dann als stabil bezeichnen, wenn sie einen verlässlichen Upgrade-Pfad garantieren können. Für die Preview besteht diese Zusage ausdrücklich nicht. Anwender müssen damit rechnen, für den späteren Wechsel zur stabilen Ausgabe das Betriebssystem neu installieren zu müssen.

GNOME und KDE mit eigenen Distributionen

Mit GNOME OS verfolgt das Projekt einen ähnlichen Ansatz wie KDE mit KDE Linux. Beide Desktop-Projekte entwickeln eigene Linux-Distributionen, um ihre Software unabhängig von den Entscheidungen klassischer Distributoren in einer abgestimmten Umgebung bereitzustellen. KDE Linux setzt dabei auf ein unveränderliches Basissystem und Flatpak-Anwendungen. Das Projekt nähert sich derzeit seiner Beta-Phase und untersucht unter anderem den Einsatz von BuildStream als Alternative zur bisherigen Arch-basierten Build-Infrastruktur.

Beide Projekte zeigen damit, dass die großen Linux-Desktop-Umgebungen zunehmend auch die Kontrolle über die darunterliegende Betriebssystemplattform übernehmen wollen. GNOME OS Preview und die weiterhin angebotene Nightly-Ausgabe stehen auf der überarbeiteten Projektwebseite zum Download bereit.

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