Was steckt wohl hinter dem Namen Immich? Genau, es geht um Images, also eure Bilder. Fotos, die wir mit einem Android-Smartphone aufnehmen, landen in Google Photos, also in deren Cloud. Von möglichen Verlustrisiken einmal abgesehen, ist das aus Sicht des Schutzes der Privatsphäre keine gute Idee.
Aus Hobby wurde Vollzeit
Der Entwickler Alex Tran entschied vor zwei Jahren, dass er die Fotos seines Neugeborenen nicht zu KI-Trainingszwecken genutzt wissen will und entschied sich dazu, eine selbst gehostete Alternative zu erstellen. Gesagt, getan, aus der Idee entstand Immich, das auf GitHub in der kurzen Zeit immerhin fast 35k Sterne einsammeln konnte und bereits 1.600-mal geforked wurde. Seit Kurzem wird Immich von der Stiftung FUTO, unterstützt, die die Vollzeit-Gehälter des Core-Teams für zunächst zwei Jahre zugesagt hat.

Immich wächst enorm schnell
Das Entwicklungstempo der noch als Beta deklarierten App ist schwindelerregend, fast wöchentlich kommen Updates herein. Ich nutze Immich seit etwa einem Jahr und kann nur dazu raten, ein Backup seiner Fotos an anderer Stelle zu pflegen und vor einem Update die Hinweise oder Warnungen auf GitHub zu lesen. Bereits jetzt bietet Immich einen größeren Funktionsumfang als Google Photos.
Docker und Docker Compose
Die empfohlene Art, Immich auszurollen ist Docker, was per Docker Compose ein Kinderspiel ist. Noch schneller geht es mit Unraid, wo meine Instanz läuft. Aber auch ein Raspberry Pi, ein Heimserver oder ein ausrangiertes Notebook eignen sich zum Hosten. Geht man dabei händisch vor, wird ein Webserver und PostgreSQL als Datenbank sowie zusätzlich Redis benötigt.

Abschaltbare KI-Funktionen
Immich importiert Daten aus Google Photos oder der Apple Cloud. Aber auch Bestände auf eigenen Geräten können eingebunden werden. Das gelingt am einfachsten mit der App immich-go. Auf die hochgeladenen Bilder lassen sich abschaltbare KI-Funktionen zu Gesichtserkennung und Smart Search anwenden, bei entsprechender Hardware auch mit CUDA. Apps für Android und iOS erlauben das automatisierte Hochladen neu geschossener Aufnahmen.

Noch hat Immich seine Ecken und Kanten, ist aber bereits gut nutzbar. Es fehlt etwa eine Möglichkeit, Bilder per Knopfdruck zu importieren anstatt über die Kommandozeile. Auch verschachtelte Ordner gibt es bisher nicht. Eine Lokalisierung auf Deutsch oder andere Sprachen anders als Englisch fehlt ebenfalls noch. All das und mehr ist aber bereits in Arbeit. Wenn die Entwicklung so rasant weitergeht, wird Immich anderen Fotoverwaltern klar den Rang ablaufen. Wer auf der Suche nach einer neuen Fotoverwaltung ist, sollte sich Immich unbedingt anschauen. Ein ausführlicher Artikel von mir zu den vielfältigen Funktionen von Immich erscheint in der Zeitschrift LinuxUser 08/2024.

Hmm, es scheint so als würde man dafür jetzt Geld haben wollen.. Hab auch irgendwo gelesen, das <COMPANY> das ganze gekauft hat..
https://github.com/immich-app/immich/discussions/11186
Das stimmt so nicht. Immich wird von FUTO unterstützt. Es wird jetzt eine Lizenz angeboten, die man erwerben kann oder nicht. Der Anwender hat dadurch keine Vorteile außer einem guten Gewissen. Die Entwickler haben zu essen. Ich habe jedenfalls gleich eine gekauft.
netter artikel bezueglich KI. https://www.heise.de/blog/Kuenstliche-Intelligenz-ist-unser-Untergang-9744682.html
Das Artikelbild harmoniert gut mit den neuen Farben im Logo 🙂
Gut ausgewählt. 😊
Also KI gestuetzt? Da kannste das Ganze auch bei Google lassen. Genau mein Humor. 🙂
Ich schrieb doch, dass du es abschalten kannst. Deine generell schwarz-weiße Sicht der Dinge wird aus meiner Sicht der Dinge der Realität in keinerlei Hinsicht gerecht.
Ja abschalten ist schonmal super, besser waere es wenn es als Modul nutzbar waere und man es deinstallieren koennte.
Naja, mit der KI ist es wie mit der Atomenergie. So eine Veraenderung ist wie der Tod, was das wirklich ist siehst Du erst, wenn du an der Schwelle stehst.
Wer KI-Unterstützung ablehnt, lehnt einen Teil der Zukunft der IT ab.
Seh ich genauso. Zudem ist Linux eine Chance, bei der weiteren eh nicht aufzuhaltenden Entwicklung wichtige Werte nicht unter den Tisch fallen zu lassen. Stichwort: lokale KI.
Im Text steht, dass die KI sich mit entsprechender Hardware auch über CUDA anwenden lässt. Daraus schließe ich dass die KI lokal berechnet wird und eben nicht auf der Cloud bei Google, OpenAI und co. Das ist ein großer Unterschied.
Wie grenzt das sich von Photoprism ab?
Es wird entwickelt.
Und Photoprism nicht, oder wie?!
Photoprism ist eine Firma und immich ist keine. Das ist schonmal das gravierendste.
Und im Linuxbereich zaehlt frei viel mehr als Firma.
Sorry, habs verwechselt. Einen Vergleich gibt es unter anderem auf Reddit. Vergleiche der Funktionalität findet man in Google mit immich vs. photoprism.