HeliumOS 10

HeliumOS 10 – AlmaLinux immutable

HeliumOS 10 ist ungeachtet der hohen Versionsnummer ein ziemlicher Newcomer in der Distributionsszene. Der Neuankömmling basiert auf CentOS Stream und AlmaLinux und die Versionsnummer sagt uns, dass es auf AlmaLinux Kitten 10 basiert. Im Vorfeld gab es im letzten Jahr zwei Alpha-Versionen auf der Basis von AlmaLinux 9.

Was unterscheidet HeliumOS von AlmaLinux?

Hier sind besonders zwei Punkte zu nennen: Während AlmaLinux eher auf Server abzielt, wendet sich HeliumOS dem Desktop zu. Der definierende Unterschied zu AlmaLinux ist aber die Unveränderlichkeit von HeliumOS. Als Immutable-Distribution arbeitet HeliumOS mit atomaren Updates als Images in Form von bootfähigen OCI-kompatiblen Containern. Per OverlayFS lassen sich Anwendungen für Entwickler wie unter anderem VSCode und Neovim installieren. Ansonsten werden Apps per Flatpak installiert.

Was steckt drin?

Als Desktop kommt ein sehr aktuelles Plasma 6.4.2 zum Einsatz. Der Kernel in Version 6.12 LTS stammt von Alma und bringt eine Signatur für Secure Boot mit. Als Dateisystem haben sich die Entwickler für ein optional als LUKS-FDE verschlüsselbares Btrfs entschieden und bieten die Zsh in zwei Konfigurationen als Standard-Shell an. Die Immutability basiert wie bei Fedora Silverblue, Universal Blue und anderen unveränderlichen Distributionen auf rpm-ostree und bootc (bootable containers). HeliumOS bringt von Hause aus ein vom User zu aktivierendes Docker und Distrobox mit. Ein Skript sorgt dafür, dass Docker rootless läuft.

HeliumOS steht auf der Webseite des Projekts zum Download bereit. Eine als experimentell bezeichnete Edge-Edition ist ebenfalls verfügbar, die NVIDIA GPUs unterstützt, aber auf die Unterstützung von Secure Boot verzichten muss. Ein Wechsel von HeliumOS zur HeliumOS Edge Edition ist möglich mit dem Befehl


sudo bootc switch quay.io/heliumos/bootc:10-edge

Das dauert zwar einige Minuten, funktioniert aber zur Zufriedenheit.

Leider haben beide Images einen Fehler bei der Installation zusätzlicher Software mit rpm-ostree install. Die Installation bricht jedes Mal ab, da der GPG-Schlüssel für das EPEL-Repository nicht heruntergeladen werden konnte.

Kein Live-Modus

Das Standard-Image bietet keinen Live-Modus. Eine virtuelle Installation mit Qemu funktionierte tadellos. Als Installer kommt die alte Version von Fedoras Anaconda zum Einsatz. Die Entwickler versprechen für HeliumOS zehn Jahre Support. Auf der Liste der Entwickler stehen als nächstes die dringend nötige Erweiterung der Dokumentation und die Entwicklung der App-System-Images für die grafische Verwaltung von System-Updates.

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