Immich, die Open-Source-Anwendung, die als selbst gehostete Alternative zu Google Fotos oder iCloud dient, ist in Version 2.5.2 erschienen. Vor wenigen Tagen erschien Immich 2.5.0 als erstes Release des neuen Jahres und lieferte einige von den Anwendern lange gewünschte Funktionen aus. Vermutlich wegen der Fülle der Änderungen gab es einige kleine Unstimmigkeiten bei der Android-App. Version 2.5.1 als Fix wurde nicht ausgeliefert, seit gestern steht nun Immich 2.5.2 als Web-UI, Android und iOS zur Verfügung.
Speicherplatz freigeben
Immich 2.5.2 bringt einige der bisher meistgewünschten Funktionen ins Projekt, allen voran Speicherplatz freigeben und eine erste Version einer nicht destruktiven Bildbearbeitung. Die neue Funktion Free Up Space zur Freigabe von Speicher auf Mobilgeräten ermöglicht es, bereits zum Server gesicherte Medien lokal zu löschen, ohne die Originale im Immich‑Backend anzutasten.
Dazu werden mehrere Konfigurationskriterien bereitgestellt. So können alle Fotos vor einem bestimmten Stichtag entfernt werden. Bestimmte Alben und Favoriten können von der Löschung ausgenommen werden. Vor dem Löschen erhält der Anwender eine Zusammenfassung der zu löschenden Dateien und die Menge des freizugebenden Speichers. Gelöschte Dateien landen im Papierkorb des Geräts. Die Funktion kann über das Benutzerprofil-Fenster oder über die Einstellungsseite in der mobilen App aufgerufen werden.

Nicht-destruktive Bildbearbeitung
Immich unterstützt jetzt die nicht-destruktive Bildbearbeitung in der Web-UI. Das bedeutet, dass alle Änderungen, die an einem Bild vorgenommen werden, die Originaldatei nicht verändern. Stattdessen werden die Änderungen in der Datenbank gespeichert und auf Grundlage dieser Änderungen werden neue Miniaturansichten generiert. Für Android und iOS ist die Unterstützung noch nicht freigegeben, soll aber zeitnah nachgeliefert werden.
Derzeit beschränken sich die Bearbeitungsfunktionen auf Zuschneiden, Drehen und Spiegeln, weitere Funktionen sollen folgen. Wird ein bearbeitetes Bild heruntergeladen, bietet Immich Original und Bearbeitung zur Auswahl. Heruntergeladene bearbeitete Fotos beinhalten derzeit keine EXIF-Metadaten, dies wird in einer kommenden Version nachgereicht.

Backup und Restore
Immich 2.5 erlaubt Backups der Datenbank und deren Wiederherstellung direkt über die Web-UI. Bisher musste dazu die Kommandozeile bemüht werden. Standardmäßig wird jede Nacht um 02:00 Uhr ein Backup erstellt, 14 davon werden aufbewahrt. In der Web-UI lässt sich die Datenbank unter Verwaltung → Wartung wiederherstellen. Zur Wiederherstellung bei neuen Installationen von Immich wird eine entsprechende Option im Willkommensbildschirm angezeigt.

Neuer Font
Die neue Version bietet zudem ein überarbeitetes Erscheinungsbild im Web, in der mobilen App und in der Dokumentation mit einer neuen Schriftart, die die Lesbarkeit verbessert, insbesondere bei Zahlen und kleineren Texten. Alle Symbolschaltflächen verfügen nun über einen Tooltip. Alle Einstellungen zur Bilderzeugung enthalten jetzt eine neue Option zur Aktivierung progressiver JPEGs. Wenn diese Option aktiviert ist, rendern unterstützte Browser das Bild progressiv. Bei mir lässt sich der Schalter bisher allerdings nicht umlegen.

Mit Version 2.5 bestätigt Immich seinen Ruf als Vorzeige-App im Bereich Open Source. Die Entwickler betreiben konsequente Weiterentwicklung unter Einbeziehung der Wünsche der Community. Damit sind die 90k Sterne auf GitHub vollends gerechtfertigt.

Gefällt mir sehr! Gerade die Backup Funktion und dass mein Handyspeicherplatz etwas kontrollierter wird ist toll
ja, immich wird immer besser – insbesondere die neue Bildbearbeitung empfinde ich als grosses Plus:
ich habe sehr viele alte Fotos (meist Dia-Scans) von denen doch einige seitenverkehrt sind oder auf dem Kopf stehen, die musste man bisher herunterladen, bearbeiten und wieder hochladen.
Das ist nun vorbei !
Und auch das Feature ‘Speicherplatz sparen’ ist sinnvoll – ich habe es zwar noch nicht gebraucht, aber irgendwann ist es so weit 🙂