Mit der Veröffentlichung des Euro-Office in der vergangenen Woche rückte der Deutschland-Stack ins öffentliche Interesse. Wie hängen IT-Planungsrat und Deutschland-Stack zusammen?
Der IT-Planungsrat wurde 2010 auf Basis des Artikels 91c Grundgesetz ins Leben gerufen. Seine Hauptaufgaben umfassen:
- Koordinierung: Abstimmung der IT-Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.
- Standardisierung: Verabschiedung fachunabhängiger und fachübergreifender IT-Interoperabilitäts- und IT-Sicherheitsstandards (z. B. der Deutschland-Stack für Cloud-Lösungen).
- E-Government: Steuerung von Projekten zur Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen, insbesondere im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG).
- Strategie: Entwicklung und Umsetzung einer gemeinsamen föderalen Digitalstrategie.
Keine konsequente FOSS-Strategie
Das Thema Open Source ist ein zwar ein zentrales Element zur Umsetzung der übergeordneten Strategie zur Stärkung der Digitalen Souveränität sowie die Föderale Digitalstrategie. Proprietäre Lösungen sind jedoch Teil der Strategie, sollen aber durch Standardisierung und die Integration in eine souveräne Cloud-Infrastruktur künftig Vendor Locks verhindern. Neben dem Deutschland-Stack kommt der neu entwickelte Kriterienkatalog einem lang erwarteten Durchbruch nahe.
Die wesentlichen Säulen dieser Strategie sind:
- Im Auftrag des IT-Planungsrates wurde das ZenDiS gegründet. Es dient als zentrale Drehscheibe, um die öffentliche Verwaltung beim Umstieg auf Open Source Software (OSS) zu unterstützen und Abhängigkeiten von einzelnen IT-Anbietern zu reduzieren.
- Der IT-Planungsrat hat sich zum Ziel gesetzt, bei neuen IT-Lösungen bevorzugt auf Open Source zu setzen, um Interoperabilität und Unabhängigkeit zu fördern.
- Eine föderale IT-Architekturrichtlinie die vorsieht gemeinsame Standards zu schaffen, die auf offenen Schnittstellen und Formaten basieren, um die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu harmonisieren.
- Es werden Plattformen wie der Kollaborations-Hub gefördert, um die gemeinsame Entwicklung von Softwarekomponenten (Co-Development) innerhalb der Verwaltung zu ermöglichen.
- Open Source wird als notwendiges Werkzeug betrachtet, um die Souveränitätsdimensionen (wie Gestaltungsfähigkeit und Kontrolle über Daten) in der öffentlichen IT-Landschaft sicherzustellen.
Zusammen kommen diese Ansätze beispielsweise bei der Deutschen Verwaltungscloud (DVC), die zum Ziel hat eine standardisierte Integrationsschicht (DVS-Schicht) sowohl Open-Source- als auch proprietäre Cloud-Angebote eine Vielzahl von marktverfügbaren Cloud-Technologien zu bündeln, ohne sich sich festlegen zu müssen.
In seiner 49. Sitzung am 18.03.2026 beschlossen die Mitglieder den Deutschland-Stack. Dieser besteht aus einem vom Bund koordinierten Plattformkern, ein initiales Portfolio und Standards.
https://www.it-planungsrat.de/beschluss/b-2026-03-it

Portfolio
Gegliedert in folgende Bereiche
- Basisdienste
- Fachagnostische (fachübergreifende) Plattformen
- Infrastruktur und Betriebsplattformen
- Zentrale Zugangskanäle
Beispiel

Standards
Die Standards betreffen folgende Themen
- Künstliche Intelligenz
- Semantische Technologien
- Virtualisierte softwarebasierte Infrastruktur
- Integrierte Lebenszyklen (DevSecOps) und Schnittstellenmanagement
- Managed Services und Cloud
- IT-Sicherheit
- Workflowautomatisierung (LowCode)
Es ist davon auszugehen, dass einige FOSS Projekte stark profitieren werden.

ich habe deinen Beitrag über den Deutschland-Stack gelesen und bin wirklich enttäuscht darüber, wie leichtfertig Meinungen gelöscht werden. Es ist frustrierend und respektlos, dass auf einer .de Domain, die für Qualität und Seriösität stehen sollte, einfach so über Meinungen hinweggegangen wird.
Als Leser und Interessierter erwarte ich mir, dass unterschiedliche Perspektiven respektiert und diskutiert werden. Doch stattdessen wird einfach gelöscht, was offenbar nicht ins Konzept passt. Das zeigt wenig Respekt gegenüber denjenigen, die sich die Mühe machen, fundierte Kommentare zu verfassen.
Es ist besonders enttäuschend, weil es den Eindruck erweckt, als ob in dieser wichtigen Diskussion nur noch die einfachsten Argumente zählen. Fakten scheinen plötzlich keine Rolle mehr zu spielen; Indizien reichen aus, um Meinungen abzuschmettern. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch ein schlechtes Zeichen für die Qualität der öffentlichen Diskussion.
Ich verstehe, dass es schwierig sein kann, mit der Vielfalt der Meinungen umzugehen, aber das ist kein Grund, sie einfach zu löschen. Jede Meinung sollte die Chance haben, gehört und hinterfragt zu werden. Nur so kann eine echte, offene und konstruktive Diskussion entstehen.
Ich hoffe, dass sich das ändert und dass zukünftig mehr Wert auf Vielfalt und Respekt in der Diskussion gelegt wird. Vielen Dank für deinen Artikel, der trotz allem viele wichtige Informationen liefert.
Abgesehen davon, dass ich den Inhalt einigermaßen erfreulich finde, möchte ich sagen, dass es mich immer freut hier ab und zu auch von anderen Autoren, wie Matthias, zu lesen – danke 🙂
You and me both 🙂
Freut mich, Danke Euch!