Video Conference

Jitsi Meet ist nicht mehr anonym

Jitsi Meet, eine seit 2013 entwickelte freie Software für Videokonferenzen auf der Basis von WebRTC als Alternative zu Zoom oder Microsoft Teams hat im vergangenen Monat das bisher hoch gehaltene Prinzip der Anonymität aufgegeben. Bisher konnte der Ersteller eines Meets der für Browser, als mobile App oder als Desktopanwendung für Linux, macOS und Windows erhältliche Software den Raum anonym aufsetzen. Das ist nun nicht mehr möglich, wie dem Blog des Projekts zu entnehmen ist.

Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen

Die Anonymität kam unter anderem Journalisten und deren Kontakten, Dissidenten, Whistleblowern und anderen zugute, die darauf angewiesen sind, unerkannt und ohne Angst vor Repressalien ihre Ansichten und Meinungen zu äußern. Ab dem 24. August lassen sich Meetings auf meet.jit.si nur noch einrichten, wenn der Initiator sich mit einem Konto bei Google, Facebook oder GitHub anmeldet. Diese Anmeldung wird gespeichert, die weiteren Teilnehmer eines Meetings sind davon nicht betroffen. Der Verlauf der Meetings wird auch weiterhin verschlüsselt. Als Grund für die Änderung gibt Jitsi vermehrte Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen an.

Senfcall to the rescue

Wer sich mit der Anmeldung über einen der drei Dienste unwohl fühlt, hat die Möglichkeit, Jitsi Meet selbst zu hosten. Alternativ kann BigBlueButton oder das darauf aufsetzende, in Deutschland beheimatete Senfcall verwendet werden.

Foto von Gabriel Benois auf Unsplash

EDIT: Ich habe übersehen, dass es sich nur um eine Instanz von Jitsi Meet, nämlich meet.jit.si handelt. Andere Instanzen von Jitsi Meet sind davon nicht betroffen. Sorry für die Ungenauigkeit

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10 Kommentare

  1. Ich finde den Artikel auch übertrieben. Kein Wunder, dass viele Anwender das nicht verstehen und dann denken, dass sie dann auch gleich Microsoft Teams, WhatsApp oder sonstwas verwenden können.

    Als Alternative zu BigBlueButton und Jitsi könnte man vielleicht noch die freie und On-Prem hostfähige Videokonferenzlösung eduMEET anführen, die meiner Meinung nach viel zuverlässiger und performanter als Jitsi ist. Sie läuft jedoch nur per WebRTC im Browser. Es werden keine Clients angeboten.

    https://edumeet.org

    Beispiel-Instanzen:
    https://edumeet.geant.org
    https://letsmeet.no
    https://edu.meet.garr.it

    https://edumeet.org/geant-and-the-commons-conservancy-foundation-pilot-the-transition-of-edumeet-web-conferencing-platform-to-community-financed-open-source/

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  2. Ich bin auch ein wenig verwirrt, hatte die News aber bereits vor ein oder zwei Wochen irgendwo gelesen.
    Solange es freie Instanzen wie die Freifunker München gibt, ist mir das wurscht.
    Was ich nicht gut finde, ist der Zugang über Google und Facebook. gitHub kann ich nix zu sagen.

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  3. Eine wirklich sehr zuverlässige, anonym nutzbare Jitsi-Instanz wird vom Freifunk München gemanagt: https://meet.ffmuc.net
    Mein (halbgares) Wissen ist, dass der Betrieb teilweise durch öffentliche Gelder und z.B. dem Deutschen Bundesjugendring (Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände) unterstützt wurde oder wird. Der DBJR hat sich auch am Nextcloud-Plugin für BigBlueButton finanziell beteiligt. So etwas sollte noch viel häufiger gemacht werden.

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  4. Der Artikel ist aber extrem irreführend.

    Es gibt **eine** Instanz, nämlich meet.jit.si, die eine zwingende Anmeldung eingeführt hat.

    Jitsi Meet ist eine Software-Lösung, die jede*r selber hosten kann und von der es tausende Instanzen gibt. Die Software ist immer noch “anonym” nutzbar und alle anderen Instanzen, die das bisher waren, auch.

    Die Instanz meet.jit.si war übrigens noch nie “anonym” nutzbar, sondern schon immer nur mit einer pseudonymen Google-ID.

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