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»Just the Browser« entschlackt Desktop-Browser

Die allermeisten Browser für den Desktop integrieren mehr Funktionalität, als vielen Anwendern lieb ist. Im vergangenen Jahr betraf das besonders überhandnehmende KI-Funktionen. Ausnahme ist hier Vivaldi, der immer noch seiner Linie treu bleibt und keine KI-Funktionen einbindet.

Für Linux wird nur Firefox unterstützt

Mit Just the Browser steht jetzt eine Skriptsammlung zur Verfügung, die unerwünschte Funktionen aus Google Chrome, Microsoft Edge und Firefox entfernt. Unter Linux wird derzeit nur Firefox unterstützt. Die Skripte nutzen spezifische Gruppenrichtlinien, die von diesen Browsern genutzt werden.

Kein Tabula rasa

»Just the Browser« hilft dabei, KI-Funktionen, Telemetrieberichte, gesponserte Inhalte, Produktintegrationen und andere störende Elemente aus Desktop-Webbrowsern zu entfernen. Dabei wird allerdings nicht nach dem Prinzip Tabula rasa verfahren, sinnvolle Erweiterungen wie die KI-gestützte Übersetzungsfunktion in Firefox bleiben erhalten.

Set-up und Installation

Die Skriptsammlung ist durchgehend Open Source unter der MIT-Lizenz und wird auf GitHub gepflegt. Das Set-up-Skript installiert die Konfigurationsdateien mit wenigen Mausklicks. Dazu dient unter Linux und macOS der Befehl:

/bin/bash -c "$(curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/corbindavenport/just-the-browser/main/main.sh)"

Wer sich mit per curl heruntergeladenem und anschließend automatisch ausgeführtem Code nicht anfreunden kann, findet die Konfigurationsdateien auch zur manuellen Installation, wie hier am Beispiel Firefox. So kann man die Dateien vor der Installation inspizieren.

Firefox wird entschlackt

Wird das Skript in Firefox ausgeführt, entfernt es alle generativen KI-Funktionen, einschließlich KI-Chatbots in der Seitenleiste, Link-Vorschauen und Vorschläge für Tab-Gruppen sowie Perplexity als Suchmaschine. Auf der Firefox-Startseite werden Shops, gesponserte Beiträge und Websites entfernt. Die lokale Speicherung und das Hochladen von Telemetriedaten werden ebenso unterbunden wie die lästige Frage nach dem Standardbrowser. Zudem wird verhindert, dass Firefox an Studien teilnimmt, die zusätzliche Analyseberichte beinhalten können.

Entfernen oder Editieren

Die Einstellungen bleiben erhalten, solange der Browser die modifizierten Gruppenrichtlinien unterstützt. Da Browserhersteller gelegentlich Änderungen an Einstellungen vornehmen, sollte die Skriptsammlung aktuell gehalten werden. Die Browser-Anleitungen enthalten auch Schritte zum Entfernen oder Editieren der Änderungen.

Die von »Just the Browser« verwendeten Gruppenrichtlinieneinstellungen sind für Rechner vorgesehen, die von Unternehmen und anderen großen Organisationen verwaltet werden. Browser wie Microsoft Edge und Firefox zeigen deshalb nach der Bereinigung eine Meldung wie »Ihr Browser wird von Ihrer Organisation verwaltet« an, um zu erklären, warum einige Einstellungen deaktiviert sind.

Foto von Markus Winkler

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12 Kommentare

  1. Als alter Linuxer (ach was sage ich Unixer) finde ich das Prinzip “One Trick Pony” gut: Mach nur ein Kunststückchen – das aber richtig. Ein Browser ist zum browsen da. Das sollte er gut können. Irgendwelche “News”, die nur ablenken sind kontraproduktiv.

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    1. Lauern die Firefox-Hater eigentlich regelrecht auf irgendeinen Bericht, in dem das Wort “Firefox” überhaupt nur fällt? Ich werde ganz bestimmt keinen Google-Browser installieren (denn das ist auch Chromium). Aber – wen interessiert es eigentlich, was man persönlich so installiert oder nicht? Niemanden.

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  2. Sagt mal, gehen euch diese ständigen “News” von Firefox auch so auf die Nerven? 🤔 Gefühlt jedes mal wenn ich den Firefox öffne begrüsst er mich mit irgend einer Funktion die er nun neu kann die ich aber gar nicht brauche. Ich will doch einfach nur browsen!!! 😵‍💫 Wird langsam echt Zeit einen anderen Browser zu nutzen. 😉

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    1. Wahnsinn in der Politik ist bei weitem nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt. Europa und gerade auch Deutschland spielen da in der ersten Liga auf den oberen Tabellenplätzen mit. Für die unternehmenskritischen und persönlichen Daten gilt frei nach JP Morgan: “auf meinem Rechner oder auf dem von anderen Leuten”.

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    2. Es ist nur folgerichtig, dass freie* Daten auf freien* Systemen zu hause sind. Als Ersatz für eine zentralistische Lösung (bzw. deren Komfortabilität), könnte in Zukunft ein föderiertes forgejo erwachsen, das seinerseits irgendwann auf RISC-V betrieben wird.

      * Leider bin ich nicht so lizenzversiert, hoffe aber, dass die GPL gut funktioniert. Tut sie, oder?

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      1. > forgejo

        Guter Punkt, allerdings ergibt sich die Frage, wie die aktuelle Situation bezüglich freies* Internet so ist und wie perspektivisch? Gibt es so was wie freie Infrastruktur (Kabel, Satelliten, Services) überhaupt?

        * Ja …, so wie’s halt im Moment ist … alles nützt ja nichts, wenn sich zukünftig solche Systeme nicht (mehr) vernetzen könnten, oder generell die Netzneutralität zugunsten von Wegeentgeldern** verschwände.

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