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KDE erhält einen nativen Manager für virtuelle Maschinen

Virtuelle Maschinen sind über die Jahre zum Alltag geworden. Es gibt heutzutage viele Wege, VMs zu erstellen. GNOME-Nutzer etwa greifen auf Boxes zurück, eine komfortable, wenn auch etwas eingeschränkte Anwendung zur Erstellung von VMs. Die Verwaltung und Steuerung der virtuellen Maschinen erfolgt dabei über die libvirt-Bibliothek, die als Schnittstelle zwischen den grafischen Tools und den Virtualisierungstechnologien dient.

KDE bekommt einen Karton

KDE soll noch in diesem Jahr ebenfalls einen Manager für virtuelle Maschinen namens Karton erhalten, der von KDE-Entwickler Harald Sitter vorangetrieben wird. Die Anwendung soll im Rahmen des Google Summer of Code 2025 (GSoC) von Derek Lin entwickelt werden. Mit Qt-Virt-Manager gab es bereits früher einen Virtual-Machine-Manager auf Qt-Basis, der aber bereits länger verwaist ist und dessen GUI in die Jahre gekommen ist.

Qt Quick und Kirigami

Karton wird mit Qt Quick und Kirigami gebaut, darunter liegt Libvirt, Libvirt, ein Open-Source-Toolkit, das eine einheitliche API, einen Daemon und eine Reihe von Verwaltungstools für die Verwaltung von Virtualisierungstechnologien bietet. Es ermöglicht, virtuelle Maschinen (VMs) und zugehörige Ressourcen über eine Vielzahl von Hypervisoren zu verwalten, darunter KVM, QEMU, Xen, VMware ESXi, VirtualBox, Hyper-V und andere.

Anstelle direkter virt-install-Aufrufe kommt bei Karton libosinfo zum Einsatz, um die korrekte Libvirt-Syntax in XML zu erzeugen. Lin arbeitet weiterhin an der Gerätekonfiguration und der Erstellung eines SPICE-Viewers auf der Basis von Qt Quick. Die detaillierten Spezifikationen hat er in seinem GSoC-Projektvorschlag ausgearbeitet.

Weitere Funktionen

Zu den Funktionen, die im GSoC-Projekt noch umgesetzt werden sollen, zählen neben der GUI die Unterstützung von Snapshots, sodass Benutzer den Zustand ihrer virtuellen Maschinen speichern können. Ein Systemmonitor zur grafischen Darstellung der CPU- und RAM-Auslastung von VMs, ähnlich wie bei Virt-Manager und das Durchreichen von Geräten stehen ebenfalls auf dem Zettel. Die Anwendung soll bis Mitte Juli fertig sein und am 1. September offiziell übergeben werden.

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3 Kommentare

  1. Ganz so verwaist sieht es ja in den meisten Distributionen nicht aus – Redhat entwickelt den virt-manager (Version 5.0.0 vom November 2024), der auch in Debian und Ubuntu enthalten ist. Damit bekommt man eine vollwertige Infrastrukur einschließlich Netzwerkbrücke usw. in unter 10 min aufgesetzt. Mit ein wenig XML Patches läßt sich damit auch eine VM mit mehreren Monitoren über Spice und dem remote-viewer aufsetzen, was ziemich cool ist (und sich mit keiner anderen mir bekannten Konfiguration machen läßt – oder vielleicht doch 🙂 wer weiß.) Ich benutze das seit mehreren Jahren in dieser Form. Vielleicht erlaubt aber Karton auch die Verwaltung von Incus oder LXD Linux Containern was natürlich vom Ressourcenverbrauch ein Gamechanger wäre.

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  2. Bei Gnome heißt das Ganze Boxen und auch das Logo ist auf den ersten Blick (wenn nicht direkt nebeneinander) zumindest ähnlich. Hat mich zumindest direkt an Boxen erinnert.
    Aber die Namenswahl ist ja mal weder… Spätestens seit X (aber eigentlich schon viel länger) wissen wir, dass die Verwendung von Begriffen als Name echt suboptimal ist, wenn man nach Hilfestellungen recherchiert…

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