Mit zwei Tagen Verspätung ist Debian am 17.5. in die dritte Phase des Freeze zu Debian 13 »Trixie«, den Hard Freeze eingetreten. Damit rückt die Veröffentlichung der nächsten stabilen Ausgabe von Debian wieder ein Stück näher.
Die Entwickler hatten ein volles Programm am vergangenen Wochenende, denn neben dem Eintritt in den Hard Freeze erschien der erste RC des Debian-Installers für Trixie und nebenher wurde mit Debian 12.11 »Bookworm« ein weiteres Point-Release für die derzeitige Stable-Variante freigegeben.
Migration von Paketen verschärft
Von der dritten Phase des Freeze sind insbesondere Schlüsselpakete und Pakete ohne autopkgtests betroffen, die nun eine manuelle Freigabe für die Migration nach Debian Testing durch das Release-Team benötigen. Während des Hard Freeze werden in der Regel nur noch kleine, gezielte Korrekturen akzeptiert, wie etwa für Release-kritische Fehler (RC Bugs), wichtige Fehlerbehebungen, Übersetzungsaktualisierungen und Korrekturen der Dokumentation.
Full Freeze
Danach folgt vor der Veröffentlichung noch der Full Freeze, der dann so ziemlich alle Aktivitäten zum Erliegen bringt und das Testing-Repository letztlich für das Release vorbereitet. Der Termin für den Full Freeze steht noch nicht fest und richtet sich danach, wie schnell die verbleibenden RC-Bugs geschlossen werden können. Deren Zahl ist bereits beträchtlich gesunken und betrug im April 256, wovon 102 Bugs in Schlüsselpaketen darstellten.
Neun Architekturen
Die Zahl der mit »Trixie« unterstützten Architekturen bleibt gleich, es gibt allerdings einen Abgang und einen Neuzugang. Das Release-Team hat beschlossen, mips64el als Release-Architektur
fallen zu lassen und riscv64 hinzuzufügen. Damit unterstützt Debian 13 weiterhin neun Architekturen:
- 32-bit PC (i386)
- 64-bit PC (amd64)
- 64-bit ARM (arm64)
- ARM EABI (armel)
- ARMv7 (EABI hard-float ABI, armhf)
- 64-bit little-endian MIPS (mips64el)
- 64-bit little-endian PowerPC (ppc64el)
- 64-bit little-endian RISC-V (riscv64)
- IBM System z (s390x)
Wann Debian 13 »Trixie« erscheint, ist noch unklar, es deutet aber alles auf ein Release im Hochsommer hin.

schade, dann wird es wohl leider keine aktuelle version von den smartmontools geben 🙁
7.4 aus den bookworm-backports reicht nicht?
Also doch wieder ein 32 Bit Linux.
Das ist für mich die beste Meldung seit langem und erhält noch viele alte Geräte im Einsatz.
Was kann man mit so alter Hardware noch produktiv machen?
Das gleiche wie vor 20 Jahren. Texte schreiben, das Musikarchiv verwalten und abspielen, Radio hören, E-Mails verwalten. Internet Browsen ist auch kein Problem: linuxnews.de ist erfrischend schlank und wird auch auf den ältesten Geräten sofort angezeigt.
Die Tastatur bei den alten Notebooks ist zudem um Klassen besser als der heutige Mist.
Vielen Dank für diese Info! Mangels leistungsschwacher und/oder 32 Bit Geräten, konnten wir das nie testen wie sich LinuxNews auf solchen Geräten verhält
Apropos RISC-V Architektur.
Mich würde es rein der Neugierde halber interessieren, ob mit dem anvisierten
Orange Pi RV2 schon erste eigene Erfahrungswerte vorliegen.
Nein, gibt es noch nicht. Ich habe einen Termin für einen Artikel im LinuxUser über das Teil für Mitte Juni. Ich hörte aber, dass das Ubuntu-Image ziemlich grottig sein soll. Vielleicht gibt es bald mal eine Alternative.
Debian unterstuetzt doch schon seit Mitte 2023 offiziell RISC-V (riscv64).
Es gibt aber noch kein Image auf Basis von Debian mit dem man den Orange Pi RV2 betreiben kann.
Den RV2 habe ich mit dem Ubuntu-Server-Image ausprobiert und dazu ein Video gemacht:
Auch wenn ich an dem Ubuntu erstmal nichts Schlechtes finden und keine “auffälligen” Netzwerkverbindungen beobachten konnte, wäre mir ein “sauberes” Debian, das unabhängig vom Hersteller/Canonical ist, um einiges lieber 🙂
Danke für die Links.
Ein sehr informatives und schön gemachtes Video!
Bei weiteren Tests würde mich besonders interessieren, wie der Energieverbrauch (bei definierten Aufgaben) im Vergleich zu einem ARM Rechner wie z.B. dem Rpi4 oder Rpi5 aussieht.
Der Anschaffungspreis ist mit dem RV2 jetzt schon mal attraktiv.
Bis RISC-V mit der Leistung von ARM SoCs gleichzieht, wird es wohl noch etwas dauern. Ich kann mir aber vorstellen, dass es auch jetzt schon Einsatzszenarien gibt, bei denen die Betriebskosten und die Möglichkeit eines lüfterlosen Betriebs den Ausschlag geben könnten.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, wie sich das weiter entwickelt.
Den Energieverbrauch zu messen habe ich auch auf meiner Liste für ein Folgevideo, doch ich befürchte, daß mein Energieverbrauchsmeßgerät nicht empfindlich genug dafür ist.
Aber probieren werde ich es 🙂
Der Verbrauch über die Zeit wäre eigentlich das interessante. Da könne auch ein einfaches Messteil mit Steckdose genügen, das den Verbrauch aufsummiert.
24St z.B.:
Kontinuierliche Leistungen welche zu vergleichenden Platinenrechner genauso gut erfüllen.
Bei RISC-V wird immer propagiert, dass es bis zu 20% energieeffizienter als ARM ist. Es wäre interessant mal zu schauen, ob sich das im realen Einsatz bewahrheitet.
Ja dann muss Du Dich mehr mit Debian befassen. Man kann es sehr gut betreiben. 😉
https://cdimage.debian.org/cdimage/weekly-builds/riscv64/iso-cd/
Hat jemand das riscc64-ISO auf dem RV2 ausprobiert?