Üblicherweise landen neue Versionen von KDE Plasma erst in der stabilen Version in Debian Unstable. Plasma 5.27 bildet da nicht ohne Grund eine Ausnahme. Wie auf der Mailing-Liste heute nachzulesen ist, hat Debian-Entwickler Aurélien Couderc Plasma 5.26.90, also die Beta-Version zu Plasma 5.27 nach Unstable hochgeladen.
Fehler ausbügeln
Damit soll genug Zeit bleiben, um eventuelle Fehler auszubügeln und die stabile Version 5.27 bei ihrer Freigabe am 14. Februar sofort für Debian 12 »Bookworm« in Stellung zu bringen. Das wird knapp, da am 12. Februar bereits der Soft Freeze beginnt, der keine neuen Pakete mehr zulässt. Ich bin mir aber sicher, dass die KDE-Maintainer bereits Vorgespräche mit dem Debian Release-Team wegen einer Ausnahme geführt haben.
So bleiben KDE-Unstable-Nutzern rund drei Wochen, um Fehler zu melden. Allerdings ist es ratsam, noch einen Tag oder zwei mit dem dist-upgrade zu warten, da derzeit ein Konflikt bei LibreOffice besteht, der zur Entfernung der Büro-Suite führt. Die detaillierten Pläne des Debian-Qt-KDE Teams für »Bookworm« sind im Debian Wiki zu finden.
Letzte Veröffentlichung unter Qt 5
Die neue Plasma-Version basiert auf KDE Frameworks 5.102 und Qt 5.15.2. KDE Plasma 5.27 ist nicht nur wegen seiner vielen neuen Funktionen, der vielen Bugfixes oder seinem LTS-Status bemerkenswert, es ist auch die letzte Ausgabe des Desktops in KDEs fünftem Zyklus. Auf Plasma 5.27 folgt Plasma 6.0 auf der Basis von Qt 6.
Plasma5.27 verbessert Fractional Scaling sowohl unter X11 als auch unter Wayland, wo die Funktion jetzt nativ implementiert ist. Unter X11 lässt sich das Scaling nun getrennt für mehrere Monitore einstellen. Nach einem Reboot soll es in Multi-Monitor Umgebungen künftig keine Probleme mehr mit falsch zugeordneten Komponenten wie Hintergründen, Widgets oder Panels geben. Und wo wir schon bei Wayland sind: Plasma 5.27 unterstützt jetzt dank der Verbesserungen bei libinput 1.19 das hochauflösende Scrollen in Wayland. Damit sollte das Scrollen im Browser einen sanften Bildlauf bieten. Das Upgrade lohnt sich also in jedem Fall.

heiße Nadel?… da sollte man lieber etwas Geduld aufbringen und warten. 😉
Raus aus der Pfanne, rein ins Feuer.
Das geht jetzt alles Hoplahop, nur damit es noch alles in den starren Zeitrahmen hineinpasst. Dabei hoffe ich, dass die KDE Entwickler nicht genau so vorgegangen sind, nur um noch alle neuen Funktionen in die letzte 5’er Version packen zu können. Meine Bedenken sind hoffentlich eher theoretischer Natur. Aber was würde passieren, wenn sich hier gleich zwei Projekte von ihrem starren Terminkalender her selbst überlistet hätten? Zumindest Unstable hätte dann ein paar holprige Wochen durchzustehen.
Nach meinem Wissen wurde 5.27 nicht mit der heißen Nadel gestrickt. Es ist immerhin eine LTS-Version. die noch bis spät ins Jahr 23 unterstützt werden muss, bis dann Plasma 6 übernimmt.
Debilian Stable macht keine Versionsupdates, nur security fixes, dass zeichnet die Distro ja aus. Daher wird es nach dem Release bei 5.27.1 oder so bleiben.
Hab ich was anderes behauptet?
Das wäre für mich nicht einsichtig. Es ist doch eine LTS-Version. Verstehe ich so, daß doch 5.27 die Version ist, die nicht verändert wird. Was da an Updates kommt, sind doch nur Fehlerkorrekturen. Die könnte Debian doch übernehmen. Das machen sie doch mit Firefox auch so. Ich hoffe, daß das so gemacht werden wird. Wozu denn sonst eine LTS-Version von Plasma…?
Firefox ist eine systemkritische Komponente, die aufgrund ihrer Exponiertheit besonders anfällig für Sicherheitslücken ist. Das trifft auf Plasma nicht zu. Wie Debian Stable aktualisiert wird, kannst du in der News Debian GNU/Linux 11.6 »Bullseye« freigegeben nachlesen. Zudem kann ich mich nicht erinnern, dass Debian Stable jemals mit einer so aktuellen KDE-Version ausgeliefert wurde, wie das mit 5.27 der Fall wäre.
Hm, schade. Aber, immerhin, ja, ein sehr aktuelles Plasma für Debian 12. Und da, wo ich Debian noch einsetze, auch ausreichend. Trotzdem frage ich mich, wo die LTS-Version von Plasma eigentlich so zum Einsatz kommt, wie sie wohl gedacht ist…?
Die KDE-Entwickler legen eine LTS-Version fest, ohne Einfluss darauf zu haben, was die Distributionen damit machen.
Naja… Bei Gentoo könnte ich es mir gut vorstellen. Der Paketmanager ist flexibel genug um mehrere Versionen zu händeln.
Sonst wird bei Debian eventuell ein externes Repro eröffnet.
Muß ich nochmal in die Kerbe hauen 🙂 Plasma LTS hat doch den Sinn, daß es bei einer Version bleibt, die über längeren Zeitraum mit Sicherheits- und Fehlerkorrekturen versorgt wird. Ich dachte, das wäre genau das Ding für Debian und mit Blick auf Debian so gemacht. Kubuntu ist wohl noch am Ehesten die Distro, die Plasma LTS so auch einsetzt. Bei meinen Bekannten, die ihre Rechner eher selten nutzen, installiere ich trotzdem lieber ein Debian mit Plasma und nun dachte ich, wird Debian da noch besser. Aber wahrscheinlich doch nicht. Ziehe Debian Plasma trotzdem Kubuntu vor.
Persönlich bin ich seit längeren mit Manjaro Plasma sehr zufrieden.
Du kannst argumentieren wie du willst, ändert nichts. Debian ist sehr prinzipientreu… jedoch ab und zu bewegt sich was bei dem Dinosaurier.
Ich habs schonmal installiert und bis jetzt ist mir nichts Negatives aufgefallen.
Danke. Meine Bedenken sind auch eher theoretischer Natur.
Um so besser ist zu wissen, dass jetzt auch fleißig getestet wird.