Gestern haben die KDE-Entwickler nach einem Monat Beta-Phase mit Plasma 6.3 die dritte Ausgabe der Desktop-Umgebung in der sechsten Inkarnation freigegeben. Die neue Plasma-Version ist randvoll mit Verbesserungen und neuen Funktionen in vielen Bereichen. Optisch fällt sofort die Rückkehr zu den geometrischen Formen der Hintergrundbilder von Plasma 5 auf.
Fractional Scaling
Mit der vierten Veröffentlichung von Plasma 6 innerhalb eines Jahres haben die Entwickler an der Feinabstimmung gearbeitet, Fehler beseitigt und neue Funktionen hinzugefügt. Besitzer von HiDPi-Displays können sich über eine Überarbeitung des Fractional Scaling freuen. In Plasma 6.3 richtet KWin die Dinge stärker am Pixelraster des Bildschirms aus, wodurch Unschärfen und visuelle Lücken überall stark reduziert werden und schärfere und klarere Bilder entstehen.
Dies funktioniert auch bei sehr hohen Zoomstufen, da der Zoom-Effekt von KWin auf eine scharfe, pixelgenaue Darstellung umschaltet und ein Raster über den Bildschirm legt. Pixel-Künstler und Designer können so sehen, wie einzelne Pixel im Verhältnis zu anderen aussehen.

Zeichentabletts
Digital-Künstler können sich aber noch über weitere Neuerungen freuen. Die Seite Zeichentablett der Systemeinstellungen wurde überarbeitet und in mehrere Registerkarten aufgeteilt, um die Organisation zu verbessern, und jedem Abschnitt wurden neue Konfigurationsoptionen hinzugefügt:
- Ein Bereich der Oberfläche eines Zeichentabletts kann dem gesamten Bildschirmbereich zugeordnet werden
- Die Kalibrierungsfunktion des Tabletts wurde verfeinert.
- Die Funktion zum Testen des Stiftes zeigt Informationen über Neigung und Druck an.
- Druckkurve und Druckbereich eines Stiftes können angepasst werden, um die hohen und/oder niedrigen Bereiche abzuschneiden,
- Die Funktionen der Tasten des Stiftes lassen sich neu zuordnen oder austauschen.

Farbspiele
Die Farben des Bildschirms bei der Verwendung der Nachtlichtfunktion sind jetzt sowohl mit als auch ohne ICC-Profile genauer, und KWin ermöglicht es, die Farbgenauigkeit des Bildschirms zu wählen. Ein kleineres, aber dennoch nettes Detail ist, dass Widgets, die auf dem Desktop platziert werden, ganz leicht durchscheinend sind, genau wie die Pop-ups von Widgets, die auf dem Panel platziert werden. Neu ist, dass sich im Widget-Explorer jetzt auch Widgets entfernen lassen, die auf derzeit nicht angeschlossenen Bildschirmen platziert wurden.

In der Panel-Konfiguration lassen sich Panels nun per Mausklick über den Schalter Clone Panel reproduzieren und anschließend per Pfeiltasten an der gewünschten Stelle platzieren.
Verbesserungen bei Apps
Eine Sicherheitsverbesserung in Discover hebt jetzt Flatpaks hervor, deren Berechtigungen sich nach einer Aktualisierung ändern. Auf diese Weise können solche Änderungen besser überprüft werden. In ähnlicher Weise können Sie jetzt sehen, ob Apps direkt von ihrem Entwickler verpackt oder von einem vertrauenswürdigen Drittanbieter verifiziert wurden. Im Wetter-Widget lässt sich für deutsche Wetterfrösche jetzt der Deutsche Wetterdienst als Quelle einstellen.

Benutzerfreundlichkeit
Wer sein Notebook lieber mit der Maus bedient, kann das Touchpad jetzt so konfigurieren, dass es sich automatisch ausschaltet, damit es nicht beim Tippen stört. Wenn ein Rechner als Netzwerk-Hotspot eingerichtet werden soll, generiert Plasma automatisch ein zufälliges Passwort für das Netzwerk. Die Suche nach Hilfe ist in Plasma 6.3 ebenfalls einfacher geworden. Eine Hilfe-Kategorie wurde zum Startmenü hinzugefügt und die Kategorie Einstellungen wurde komplett entfernt. Ihr Inhalt wurde in der Kategorie System zusammengefasst, wodurch die Anzahl der Kategorien reduziert wurde.
Das Kickoff-Menü wechselt die Kategorien jetzt nur noch beim darauf klicken, was dem Verhalten aller anderen Listen in der Seitenleiste entspricht. Wird jedoch das alte Umschaltverhalten bevorzugt, ist es auch weiterhin verfügbar.
Klein, aber fein
Bei Benachrichtigungen, die während des aktivierten Nicht stören-Modus eingehen, wird beim Beenden des Modus die Anzahl der verpassten Benachrichtigungen angezeigt, anstatt sie alle in einem einzigen riesigen Schwall zu senden. Eine weitere nützliche Änderung: Wird eine Datei aus einem Fenster im Hintergrund gezogen, springt dieses Fenster nicht mehr in den Vordergrund und verdeckt damit das Fenster, in das die Datei fallen gelassen werden soll.
In Plasma 6.2 wurden symbolische Icons in der Kickoff-Seitenleiste eingeführt. Einigen Leuten hat das nicht gefallen, daher kann dies in 6.3 rückgängig gemacht werden: Die Implementierung wurde so geändert, dass die Symbole aus der Standard-Datenquelle gezogen werden, sodass sie sich im Menü-Editor nach Belieben einstellen lassen.

Alle Änderungen lassen sich im Changelog nachverfolgen. Plasma 6.3 ist bereits in KDE neon verfügbar und wird in den nächsten Tagen auch in weiteren Distributionen auftauchen.

Sehr schön. Es wird immer besser.
Ach das war garnicht implementiert? Und ich such mir nen Wolf. Endlich 🙂