Wie Phoronix gestern berichtete, hat Lennart Poettering seinen Arbeitgeber Red Hat, bei dem er seit 2007 angestellt war, verlassen. In dieser Zeit entstanden Anwendungen wie Avahi-Zeroconf, PulseAudio und Systemd, die alle Einfluss auf die weitere Entwicklung von Linux nahmen.
Lennart Poettering ist einer der einflussreichsten, umstrittensten und bekanntesten Softwareentwickler in der Gemeinschaft der freien Software. Viele seiner Entwicklungen brachten Veränderungen mit sich, die bei ihrer Einführung umstritten waren und von vielen regelrecht gehasst wurden, doch heute galten oder gelten sie als Standardfunktionen fast jeder modernen Linux-Distribution.
Offiziell gibt es noch keine Verlautbarung zum Arbeitgeberwechsel, aber sein Mail-Account bei Red Hat existiert nicht mehr, wie aus einem Kommentar hervorgeht. Er hat ein persönliches Bugzilla-Konto eingerichtet, aber auch klargestellt, dass er an Audio vermutlich nicht mehr arbeiten wird, sondern weiterhin auf Systemd fokussiert ist.
Unklar ist, warum Poettering Red Hat verlassen hat. Die spannendere Frage ist aber, wer ist Poetterings neuer Brötchengeber und welchen Einfluss hat der Wechsel auf die Systemd-Entwicklung? Denn dass Poettering weiter an Systemd und im größeren Rahmen an der Gestaltung der Art und Weise, wie wir künftig Distributionen bauen, mitwirken will, steht für mich außer Frage. Das belegt auch sein letztes längeres Essay Fitting Everything Together.
In den Kommentaren zur Phoronix-News gibt jemand der Hoffnung Ausdruck, dass Poettering von SUSE angestellt worden sei, um an der Umsetzung der Zukunftspläne für deren Adaptable Linux Platform (ALP) zu arbeiten. Eher scherzhaft wird auch Microsoft als potenzieller Arbeitgeber erwähnt. Mich wundert, dass niemand die Linux Foundation in den Ring geworfen hat. Aus einem Update der News vom gestrigen Abend geht lediglich hervor, dass er von einer großen Organisation angestellt wurde und dort weiter an Systemd arbeitet.
Foto: Quelle: Wikipedia | Autor: Harald Hoyer | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Lennart Poettering hat Red Hat verlassen
Ja. Und nun?
Hauptsache ist: der Mann fühlt sich im neuen Umfeld wohl und kann seiner Tätigkeit/Programmiererei in aller Ruhe nachgehen.
@tux
Sind wir wieder dabei Hass zu verbreiten? Klemm dich am besten vom Internet ab, wenn du es nicht lassen kannst auf gewisse Schlüsselwörter wie ein fanatischer religiöser Anhänger zu reagieren. Persönliche Angriffe gegen Entwickler und Projekte an denen sie mitarbeiten, sind völlig unangebracht noch ist es zielführend urbane Legenden zu befeuern. Nimmt man auch noch die Tatsache, dass gut 99% aller bedeutenden Linux Distributionen systemd verwenden, und zwar aus eigener Überzeugung, dann ist der Drops längst gelutscht.
Einige Sytemd-Dienste sind gut umgesetzt, andere weniger. Z.B packagekit-offline-update.service kann nur durch geistige Umnachtung entstanden sein. Unter KDE kann man das bequem deaktivieren und bei Gnome nicht (per gui). Möglicherweise kennt das ja der ein oder andere. Es werden Updates angezeigt (gnome) dann klickt man auf installieren. Der Rechner schaltet sich aus. Beim nächsten Neustart werden die Updates installiert und der Rechner schaltet sich wieder aus ?! Mein Vater berichtet mir regelmäßig, dass sich der Rechner nach dem Einschalten wieder ausschaltet. Da hilft nur Dienst deaktivieren und maskieren. Auch Speicher-killler wie systemd-oomd schaden mehr als sie nutzen (noch).
Aber zugegebenermaßen, die service files lassen sich leicht erstellen, nur muss sich Poettering nicht für alle Dienste verantwortlich fühlen. Mein Netzwerk wird auch weiterhin der NetworkManager verwalten und kein interner Systemd-Dienst. In die Zeit der SysVinit Skripte will ich nicht zurück.
Wie alt ist der junge Mann?
Seit 2007 bei RH. Das finde ich für sein Alter beachtlich konstant und Hut ab.
In dem Alter sollte das erlaubt sein nach 15 Jahren mal den Arbeitgeber zu wechseln …wobei das natürlich unabhängig davon sein sollte.
Davon abgesehen: So kontrovers seine Arbeit, Gedanken, Handeln, was auch immer, diskutiert wird und wurde, so schlecht kann er wohl nicht gewesen sein. Sonst hätte RH sich wohl längstens von ihm getrennt.
Er hat so manches bewegt (s. Artikel). Wer in der Lage ist so komplexe Systeme zu programmieren, hat meinen höchsten Respekt.
Ich wäre hier auch vorsichtig mit abwertenden Aussagen.
Immerhin spendet er auch einen Teil seiner Freizeit.
“Hut ab” – In dem Zusammenhang nicht schlecht 😉
Man munkelt schön Poettering sei jetzt völlig hatless geworden.
Wie macht es Lennard nur, daß er seit vielen Jahren sein Aussehen nicht verändert? 😀
Das Rezept hätte ich auch gerne, wobei bei mir das zu spät wäre :-).
Adrenochrom vom Bill. Deshalb wechselt er ja auch jetzt zu MS.
/ironie
Die Codequalität von Red Hat wird endlich wieder besser.
Er wird wohl mehr auf dem Kasten haben als du. Was ein unsinniger Kommentar.
Na, bewerten wir wieder fremde Menschen im Internet?
Du kannst die Code Qualität von fremden bewerten? Interessant.
Ganz unabhängig davon, was ich von Lennart Poetterings Code halte, empfehle ich einen Blick in den systemd-Bugtracker (und Linus Torvalds’ Ausführungen dazu, was er von den Commits aus dem systemd-Team hält).
Das ist Vergangenheit. Alle sind sie zufrieden mit systemd und haben es im Einsatz, ausser paar wenige Ausnahmen.
„Alle“.
Bekannte von mir sind wegen systemd auf BSD oder direkt macOS umgestiegen.
OT: Ich würde gerne etwas dazu sagen, aber dann bin ich wieder der Moralapostel und Blockwart. Das hängt mir mittlerweile so was von zum Hals raus jedes mal so dargestellt zu werden.
Keiner sagt das Lennart immer alles richtig gemacht hat, dass alles super ist, …aber auch ein Linus liegt vielleicht nicht immer richtig, verhält sich nicht immer korrekt, …was auch immer. Am Ende geht es aber doch darum, was diese Menschen in ihrer teils Freizeit für uns die Community, getan haben und tun.
Ich habe immer allergrößten Respekt vor solchen Menschen.
Wenn mir etwas nicht gefällt, dann habe ich mit Linux die Möglichkeit auszuweichen. Das ist erst einmal großartig.
Das ist lieb, dass du allergrößten Respekt vor mir hast, denn es ist nicht auszuschließen, dass Code von mir irgendwo auf deinem Rechner läuft – und zwar unbezahlter. 🙂
Persönlich halte ich wenig von Lennart Poetterings Software, ich habe sie als nicht gut wahrgenommen und dieses “wenig Software muss viel können” widerspricht meinen Präferenzen, was die Funktionsweise von Programmen angeht. Respekt hin oder her: Wenn jemand ehrenamtlich schlechte Software programmiert, ist die in die Software gesteckte Zeit netto wertlos.
Mich würde interessieren welche Projekte du zu verantworten hast. Was hast du programmiert was auf meinem Rechner (vielleicht) läuft. Wenn dem so wäre, dann würde ich mich sogar persönlich dafür bei dir bedanken.
Ich kann Code nicht beurteilen. Max. ob ein Programm das macht was ich von ihm erwarte. Daher halte ich mich aus dieser Diskussion heraus. Darum hing es mur aber auch nicht.
Nun kannst du gerne liefern. Da freuen wir (ich darf das hoffentlich so sagen) alle drauf.
Damit sich hier nicht wer selbst beweihräuchern braucht springe ich als unbeteiligter Dritter mal in die Bresche und stelle fest, das auf meinem Rechner tatsächlich zwei von tux’ Projekten (yaydl und ymarks) sind, Rest steht auf tuxprojekt.de. Und ja, manch satirische Zwischennote erschließt sich trotz Smilies im Kommentar vielleicht nur regelmäßigen Lesern seines Blogs 😉 – aber das wird hier OT, hier gehts ja um LP und RH…
Wenn ich duckduckgo als browser benutze und tuxprojekt.de eingebe – sehe ich nur einen leeren Bildschirm. Ursache “http” statt “https” . Modern?
Korrektur. Tuxproject.de wird mit c nicht mit k geschrieben. Sorry
tuxproject.de – Ernsthaft? Das erste was ich auf dieser Seite sehe: “Verlautbarungen: Hirnfick 2.0” …weiter unten: “@Die Kuckucksuhr” ….”Quick Fuck Off” …und so weiter. Ehrlich gesagt erlischt mein Respekt gerade bei dieser Namensgebung. Ich garantiert keine weitete Zeit verschwenden.
Das ist enttäuschend!
Ich finde das von lustig bis grenzwertig und lässt nur erahnen was da in den Köpfen der Macher vor sich geht.
Schaut euch die Seite gerne selber an und macht euch ein Bild.
Vielleicht habe ich mich auch zu schnell abschrecken lassen.
Oh Gott, zieht euch die Webseite von tux rein. Ich empfehle vor allem den blog “Hirnfick 2.0” > Versand per Nachname. Inklusive Bennito Mussolini Zitat am Ende. Also ich hab mir den Code von tux tollen Projekten nicht angeschaut, aber bei den Argumentationsstrukturen in seinem blog kann man nur hoffen, dass die Codequalität um ein hundertfaches organisierter und strukturierter ist als dieses Geschreibsel im Blog. Zieht euch das Niveau von dem Blog rein! Und jemand der so schreibt, meint Code von einem bekannten Programmierer beurteilen zu wollen, der jetzt bei einem der größten Tech Unternehmen arbeitet. Die haben den bestimmt eingestellt ohne vorher seine Skills zu checken. Und systemd löst keine Probleme, wird aber von 95% aller Distributionen genutzt. Komische Sache. Am besten aber ist das Argument mit dem Herdentrieb. Ich denke die Verantwortlichen bei ArchLinux haben bestimmt aus Herdentrieb für systemd entschieden! 😀
Dann gib mal bitte konkrete Kritik an Poetterings Code, mit konkreten Beispielen. Ich warte. Mit Einzeilern Schlamm werfen kann jeder!
Ich war entsetzt über die Seite. Hatte etwas ganz anderes nach dem Auftritt hier erwartet. Enttäuschung pur. Da ist jeglicher Respekt mit einem Paukenschlag dahin.
tuxprojekt.de ist richtig?
Browser sagt immer nur unsichere Seite und blockiert.
Kann ich die Seite anzeigen lassen, erscheint mir die sehr merkwürdig.
Was soll das für eine Seite sein?
Lennart Poetterings neuestes Projekt ist ja “systemd-homed“. Poettering hat dabei primär Notebooks im Unternehmenseinsatz im Sinn. Die großen Distributionen sind aber eher auf den Server fokussiert…
systemd ist auch eher auf den Server fokussiert – wo es überhaupt keinen Sinn ergibt, sich um die Bootzeit zu scheren, weil Server nicht alle Naslang neu gestartet werden. Teil des Problems.
Mit diesem Kommentar hast du dich als Ahnungslos enttäuscht. Beim Server gehts um überwachen, loggen und managen von Diensten. Der boot passiert nur einmal, richtig aber systemd kann dann doch eine Ecke mehr🙈
Deine Grammatik ist fast so überzeugend wie dein Textverständnis.
systemd wurde begonnen, weil der Bootvorgang vermeintlich zu langsam war, und ist nun auf Serverdienste spezialisiert, die auf dem Endnutzerdesktop kaum Nutzen bringen. Dass systemd “eine Ecke mehr” kann, ist genau der Grund, warum Void Linux zum Beispiel runit einsetzt, denn das, was es alles ersetzt hat, hat wesentlich zuverlässiger funktioniert.
Jetzt muss ich mal als ahnungsloser (wäre schön wenn du das nicht gleich als Steil Vorlage verwendest und sachlich bleiben könntest – Danke) nachfragen. Was genau funktioniert bei systems nicht? Ich habe hier schon einiges gelesen bzgl. GNOME und Updates, was mich aber nicht betrifft da ich das auf der Kommandozeile erledige und so etwas dann nicht merke. Ansonsten konnte ich bei meinen Debian Bullseye Desktop Systemen (fünf Rechner die ich damit betreute), dem OMV NAS (nutzt das systems überhaupt? Noch nie drauf geachtet. Ich habe seiner Zeit einige Diskussionen bei Debian mit gelesen, aber halt nur oberflächlich, halt user level.
systemd sorgt immer wieder für nicht mehr hoch- oder runterfahrende Systeme, macht das (gescriptete) Reagieren auf Logdateien mit POSIX-Standardtools wie awk und grep unnötig kompliziert, hat häufiger interessante Sicherheitsprobleme (was mit PID 1 noch ärgerlicher ist als sowieso schon), führt unglaublich viele Komplexitäts- und Abstraktionslayer ein (mehr Code = mehr Bugs) und alles jenseits des Initsystems löst keine real existierenden Probleme.
OK, interessant. Danke.
Bisher hatte ich noch keine schwerwiegenden Probleme mit systemd, aber ich kann mir schon vorstellen das wenn Umbrüche statt finden, dass damit auch Schwierigkeiten verbunden sind.
Dafür bin ich auch viel zu weit weg.
Wenn systemd aber so viele Probleme bereitet, warum haben dann so viele Distributionen systemd implementiert?
Die wurden ja nicht gezwungen.
Das ist mir auch nicht ganz klar. Wahrscheinlich der Herdentrieb. Red Hat hat den Kram halt mit Fedora zuerst auf den Desktop gebracht und Ubuntu wollte eh was neues haben, da kam denen das gerade recht. Und was für die Großen gut ist, wollen die Kleinen halt auch haben.
Dazu kommt: Software, die auf systemd mit all seinen Extrakomponenten “angepasst” wurde, läuft dann halt auf Nicht-systemd-Systemen nicht mehr so gut, weil irgendwelche Systemeinstellungen oder Abhängigkeiten nicht da sind, wo man sie erwartet. (Das war ja auch eins der Probleme mit den ersten KDE-4-Versionen: Nepomuk und Akonadi waren quasi deren systemd… ;-))
Wie gut das man die Wahl hat oder? Ein großes reales Problem wurde gleich beim vorstellen gelöst: Weg von den 1800+ teils völlig abenteuerlicherlichen zusammengefrickelten Initscripte, die mehrere 1000 Zeilen groß waren. Am Ende ist da niemand mehr durchgestiegen. Und Script bedeutet: Fire and Forget. Absolut nicht mehr zeitgemäß. Und dein Link führt zu einem Blog wo der letzte Eintrag bereits 3 Jahre zurück liegt. Wir haben Mitte 2022. Für Software bedeutet das eine Ewigkeit und nichts ist perfekt und in den Stein gehauen alles dynamisch wachsend und nichtmehr existend. Bleib doch bei Void und lass die Masse in Ruhe, die bekommt davon nichts mit. Die Systeme laufen wie Uhrwerke. Meist sitz der Fehler vor dem Bildschirm.
Ich bleibe bei gar keinem Linux und gucke mir diese Seifenoper lieber von außen an.
Was nutzt du statt dessen? Windows, Mac, BSD, …
Server: OpenBSD und OmniOS.
Desktops: Windows und macOS.
Ach, deswegen weisst du gar nicht, dass die von dir beschriebenen Probleme bei systemd schon eine ganze Weile nicht mehr auftreten? Und tatsächlich systemd bei guter Hardware den Bootvorgang tatsächlich beschleunigt?
Ich habe nie in Zweifel gezogen, dass systemd unter Systemen mit vorher schlechtem Initsystem den Bootvorgang beschleunigt.
Bei der Auswahl wundert mich aber, dass du zu Linux Sytemen mit mischen möchtest.
Stelle ich mir schwierig vor zu einem System etwas sagen zu wollen, wenn ich dieses nicht nutze.
Windows muss ich z.B. leider beruflich nutzen und freue mich jedes mal, wenn ich meinen Linux Hobel anschmeißen darf.
systems = systemd (soll heißen). K.A. was die KI da produziert. Nur bevor ich wieder auf Rechtschreibfehler hin gewiesen werde.