Linus Torvalds

Linux 6.18 als letzter Kernel des Jahres freigegeben

Der Zyklus zu Linux 6.18 brachte über 13.700 Einreichungen von 2.134 Entwicklern. Während sich die Zahl der Einreichungen im Durchschnitt der letzten Veröffentlichungen bewegt, erreicht die Zahl der beteiligten Entwickler einen nie dagewesenen Höhepunkt. Auch die Zahl der Ersteinreicher ist die zweithöchste aller Zeiten. Die Befürchtung, dass die Beteiligung von Intel aufgrund der Änderung der Open-Source-Richtlinien des Konzerns abnehmen würde, hat sich bisher nicht bestätigt.

CPU&GPU

Wie immer bringt ein neuer Kernel Änderungen in den Bereichen CPU und Grafik. Der intel_pstate-Treiber kann Hardware-P-Zustände (HWP) ohne EPP-Beschränkungen (Energy Performance Preference) aktivieren, wenn die neue DEC-Funktion (Dynamic Efficiency Control) aktiviert ist. Die Beiträge von AMD kommen sowohl Desktop- als auch Servern mit aktueller GPU-Hardware zugute und sollen reduzierte Latenz und gesteigerte Energieeffizienz für Endnutzer bringen. Linux 6.18 bringt außerdem einen noch unfertigen neuen Rust-DRM-Treiber für ARM-Mali-GPUs.

Highlights

Die neue Option Sheaves im Linux-Kernel 6.18 ist eine Opt-in-Erweiterung des SLUB-Allocators, die pro CPU eine private Cache-Schicht für kleine Speicherobjekte schafft. Sheaves lässt sich als Bündel übersetzen und soll die Sperren durch Locks in Multi-Core-Systemen verringern, indem jeder CPU-Core seinen eigenen Sheaf von Objekten erhält, die ohne Synchronisation allokiert oder freigegeben werden können. Dadurch sinkt die Synchronisationslast erheblich, was Allokationen beschleunigt. Benchmarks zeigen bis zu 31 % bessere Leistung bei großen und 11–17 % bei kleinen Batches.

Unterstützung für Apple Silicon

Ein weiteres Highlight stellt die initiale Unterstützung für Apple M2 Pro, M2 Max und M2 Ultra SoCs durch integrierte Device-Trees dar, die mit einer Patchreihe aus dem Asahi Linux-Projekt übernommen wurden. Die vollständige Hardware-Nutzung steht noch aus, da insbesondere bei Mac-Pro-Geräten der PCIe-Support noch nicht gegeben ist.

Dateihandles für Namespaces

In Linux 6.18 wurde zudem die Unterstützung für Dateihandles für Namespaces eingeführt, wodurch Namespaces ähnlich wie pidfds (seit Kernel 5.1) über stabile Dateideskriptoren verwaltet werden können. Diese Erweiterung vereinfacht Prozess- und Container-Management, da Namespaces lifetime-stabil sind und ohne Race Conditions gehandhabt werden. Besonders nützlich für Container-Umgebungen wie Docker oder Podman, wo stabile Namespace-Handles Isolation und Migration erleichtern.

So long, and thanks for all the fish

Der Code des NextGen-Dateisystems von Kent Overstreet wurde restlos aus Mainline entfernt und wird künftig als DKMS-Modul verteilt. Damit wurde der Kernel um 117.000 Zeilen Code leichter und Linus Torvalds rückt mit 2,9 % geänderter Zeilen an die Spitzenposition für Kernel 6.18. Vermutlich wird Linux 6.18 als letzter Kernel des Jahres 2025 zum LTS-Kernel erklärt. Der Quelltext ist auf kernel.org verfügbar, alle weiteren Änderungen zu 6.18 vermittelt wie immer die Webseite KernelNewbies.

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4 Kommentare

  1. Ich finde, die jetzige Regelung, wird beiden Seiten gerecht.
    Ich hoffe, dass bcachefs sich weiter gut entwickeln kann und sehe auch keinen Hinderungsgrund, weshalb bcachefs nicht wieder in den kernel aufgenommen werden könnte, wenn bcachefs stable wird und seine Entwicklung dann etwas weniger dynamisch verläuft.

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  2. “Der Code des NextGen-Dateisystems von Kent Overstreet wurde restlos aus Mainline entfernt”
    “Stinkefinger” meinerseits.
    Das liebe ich an Linux und damit an Torwalds’s konsequentem Verhalten:
    Keine faulen Kompromisse.
    Wo findet man das heute noch?

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      1. Warum überreagiert? Hier hat sich ein Entwickler nicht an die Gepflogenheiten gehalten. Und anscheinend mehrfach. Er wurde darauf hingewiesen, hat es aber ignoriert. Warum sollte man jetzt für einen Entwickler eine Sonderregelung einführen? Sowas sorgt dann nur für Chaos und andere fordern für sich dann auch Sonderrechte.
        Also konsequent die Reissleine ziehen, egal wie gut der Code ist. Regeln sind Regeln. Oder Neudeutsch: Leitplanken.

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