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Linux Mint arbeitet an Wayland für Cinnamon

An letzter Stelle im monatlichen Mint-Report für Oktober erwähnt Clement Lefebvre, dass die Arbeiten an Wayland für Cinnamon begonnen haben. Lefebvre erwartet nicht, dass Wayland X11 in absehbarer Zukunft bei Linux Mint ablösen wird.

Vorbereitung auf Wayland

Cinnamon 6, das mit Mint 21.3 noch in diesem Jahr erwartet wird, soll experimentelle Wayland-Unterstützung bieten. Beim Anmelden kann dann zwischen der Standardsitzung mit X11und Cinnamon auf Wayland gewählt werden. Produktiv nutzbar wird die Wayland-Sitzung aber nicht sein. Wie auf dem Trello-Board zum Entwicklungsstand zu sehen ist, sind noch viele Probleme zu lösen. Lefebvre erwartet eine produktiv nutzbare Wayland-Sitzung nicht vor Mint 23.x im Jahr 2026. Derzeit sei X11 die bessere Lösung, künftig sei das vielleicht Wayland. Mint wird mit beiden kompatibel sein, so der Entwickler.

Mint Unstable »Romeo«

So wie Debian Unstable »Sid« hat auch Linux Mint ein Unstable-Repository, das auf den Namen »Romeo« hört. In der Vergangenheit wurden in der Entwicklung befindliche Pakete dort für schnelle Tests abgelegt und oft nach Minuten oder Stunden wieder entfernt. Künftig soll Romeo stärker in die Vorbereitung der nächsten Veröffentlichung einbezogen werden, indem dort neue Funktionen und die Änderungen für die nächste Version entwickelt werden. Wer durch Testen neuer Software zur Entwicklung beitragen möchte, kann das Repository in der Komponente Paketquellen in der Systemverwaltung aktivieren, muss aber mit Regressionen und möglichen Paketkonflikten rechnen.

Hypnotix

Ferner erwähnt der Monatsreport Verbesserungen bei der TV-App Hypnotix. Die Verwaltung der Favoriten gelingt jetzt unabhängig vom jeweiligen Anbieter des Senders. Unter der Haube verwendet Hypnotix libmpv, das seinerseits von yt-dlp abhängt, um Youtube-Kanäle zu streamen. Da die Pakete für yt-dlp in Debian und Ubuntu nicht immer zeitig auf Änderungen bei YouTube reagieren, wird Mint eine eigene lokale Version von yt-dlp herunterladen und aktualisieren.

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12 Kommentare

  1. Schade … der nächste, der diesem (für mich immer noch unverständlichen) Wayland-Hype nachläuft.

    Mal sehen, wie lange man noch snap-, Flatpak- und Wayland-frei bleiben kann. Oder wenigstens einen einfachen Migrationspfad für meine täglich benutzten X11-Tools findet.

    Ich finde Mint gerade wegen der Snap- und Wayland-Verweigerung (nicht “Ignoranz”) gut.

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  2. Auch unabhängig von der Umstellung zu Wayland kann man sagen, dass Cinnamon vor gewichtigen Problemen steht. Es basiert noch vollkommen auf GTK3. Bei Gnome steht bereits der Wechsel zu GTK5 vor der Tür. Alles auf die neuere Technik zu portieren, wird eine Mammutsaufgabe werden.

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    1. Bei der Menge an Spenden, die Mint erhält, könnten die sich bestimmt eine größere Entwicklungsabteilung leisten und näher am Status quo sein. Ich glaube, Clement Lefebvre fährt absichtlich einen so langsamen Kurs. Aus dem letzten Monatsbericht ist ja zwischen den Zeilen klar herauszulesen, was er etwa von Wayland hält. Was GTK3 angeht, es funktioniert halt noch.

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    1. Der aktuelle Muffin basiert auf Gnome Mutter 3.36.x von Ubuntu 20.04. Der kommende Muffin wird also auf Mutter 42.x/Ubuntu 22.04 basieren. Sollte Ubuntu 26.04 LTS also HDR unterstützen, kann man also davon ausgehen, dass es Mitte 2028 von Cinnamon unterstützt wird.

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