Im aktuellen Report für den Monat Februar im Mint-Blog denkt Clement Lefebvre laut über eine Änderung des Release-Zyklus für Linux Mint nach. Dabei bleibt vorerst offen, welcher Zyklus bei Linux Mint künftig die zwei Veröffentlichungen pro Jahr ablösen könnte. Vermutlich eher etwas in Richtung »when it‘s ready…«.
Lefebvre erläutert, warum er über eine Änderung hin zu einem langsameren Zyklus nachdenkt. Er hält einerseits häufige Veröffentlichungen für wichtig, da sie ein schnelles Feedback und Bugreports von den Usern bringen. Die Rückseite der Medaille ist aber die Tatsache, dass Release-Management eine Menge Zeit kostet, die in der Entwicklung fehlt.
Das nächste Release wird auf dem neuen LTS-Release Ubuntu 26.04 basieren, so viel ist klar. Zufällig sei man mit Mint 22.3 »Zara« auch bei den Codenamen am Ende des Alphabets angekommen, so Lefebvre. Weitere Informationen soll es in Kürze geben. Linux Mint ist eine der Distributionen, die auf die Meinung der User Wert legt. Bis jetzt gibt es in den Kommentaren nur Zustimmung zu einem längeren Release-Zyklus.

Moin,
dann müsste ausser Red Hat, SLES, ORACLE und Debian ja alles andere Spielzeug sein und produktiv nicht nutzbar?
Gruß
Richtige Releases brauchen sie eigentlich eh nur alle 2 Jahre, wenn man die UbuntuLTS-Basis wechselt. Dann könnte man den Rest dann eigentlich auch einfach unabhängig davon updaten, wenn es gerade eben passt.
Am Ende sollte Linux Mint erst mal anfangen alles auf Wayland umzustellen. Das wäre ja schon mal ein Anfang. Statt zu schauen was die Zukunft bringt sollte man mal in der Gegenwart ankommen und Mint von Grund auf ins Jahr 2026 bringen….
Früher war Mint mal die Distro unter den Linux Distros, aber die Zeit ist leider vorbei. Sie sollten beginnen den Ubuntu Zopf endgültig abzuschneiden, Cinnamon loslassen und sich auf LMDE mit Debian Testing konzentrieren. Für mich sind die Zeiten von Point releases einfach nicht mehr Zeit gemäß und wie auch im Artikel beschrieben zu aufwendig und ressourcen falsch genutzt.
Ja das ist der Grund warum ich nun auch schon seit 12 Jahren bei Rolling Releases (Arch) bin.
Ubuntu mit seinen Sonderlocken🙄 und damit auch Mint, und Point Release hat da einfach meine Ansprüchen nicht mehr genügt.😏
Bin mit Arch basierten Systemen ( im Moment CachyOS ) sehr zufrieden.
Kann damit alles machen was ich will, und macht Mir am wenigsten Arbeit / Probleme.😎
Du bist aber auch eine ganz andere Zielgruppe. Arch Linux, Testing, CachyOS ist nix für normale Anwender.
Du hast natürlich recht, Ich bin nicht mehr die Zielgruppe.😉
Allerdings habe ich bei Anwender der Zielgruppe auch festgestellt das diese mit Mint (Ubuntu) auch nicht mehr wirklich zufrieden sind.
Diese habe ich dann entweder geholfen auf LMDE oder wenn KDE gewünscht auf Q4OS umzusteigen.
Besonders Q4 kommt bei diesen sehr gut an.
Moin,
warum ist CachyOS nichts für “Normale” user?
Arch in Versionen Endeavour, Reborn, Garuda oder Cachy sind imho sehr einfach zu installieren und zu warten, wenn man in den Jeweiligen Repositorys bleibt.
Aber das ist nur meine Meinung
Ja, Endeavour, Garuda oder CachyOS lassen sich heute deutlich einfacher installieren als ein „klassisches“ Arch früher. Aber Rolling Release bleibt Rolling Release. Das bedeutet:
– häufige, tiefgreifende Updates
– gelegentliche manuelle Eingriffe
– mehr Eigenverantwortung beim Troubleshooting
Für technikaffine Nutzer ist das kein Problem. Aber Mint richtet sich eben bewusst an Leute, die genau das nicht wollen. Die wollen ein System, das sie installieren und dann möglichst unauffällig nutzen können, gerade im produktiven Umfeld oder bei weniger versierten Anwendern.
LMDE als alleinige Basis klingt auf dem Papier spannend, aber Debian Testing als Fundament würde genau die Stabilitäts-Philosophie aufweichen, die Mint stark gemacht hat. Point Releases sind nicht „unmodern“, sie sind ein bewusstes Modell mit klarer Planbarkeit.
Und was Wayland betrifft: Der Umstieg ist kein Schalter, den man einfach umlegt. Gerade bei einer Distribution, die Stabilität priorisiert, muss so etwas sehr kontrolliert passieren.
Am Ende ist es weniger eine Frage von „besser oder schlechter“, sondern von Use Case.
Habe bei meinen Tests von Rolling Releases bisher früher oder später immer erlebt, dass irgendwann das System bei Updates zerschossen wurde. Das mag noch lange gutgehen wenn man täglich am System sitzt. Aber spätestens wenn der “Werkstattrechner” z.b. nur ab und zu gebootet wird ist (war bei mir) Ärger schon eher zu erwarten.
Moin moin.
Ja deswegen schaue ich mir gerade ein anderes Konzept an mit Aurora Linux. Finde das Fedora, Opensuse und Co. die zurzeit auch an sogenannte atomare (immunable) Systeme arbeiten gerade den Weg in der Linuxwelt neu stellen. Für Casual User ist es wichtig Rechner anschalten und keine Probleme erwarten. Wird ein Update/Upgrade aus geführt wurde es vorher getestet. Passiert es aber trotzdem das was beim Update/Upgrade schief geht dann kann man zum vorherigen System zurückkehren. Zu dem wenn was beim Test schon schieflläuft dann wird auch kein Update/Upgrade durchgeführt. Bei dieser Art von System ist es etwas anders als wie beim klassischen Linux-Distri. Hier sind System (Root) und Datei-System von einander getrennt und Software kommt via Flatpak, wo die klassische Distri System und Datei-System mit einander verbunden ist und Software via Software Center oder Paketmanager reinkommt.
Würde sagen das die Zukunft von Linux neu aufgeteilt wird in pures Rolling Release (wie zB. Arch) für erfahrene Nutzer bzw. zur Entwicklung der Systeme und in atomare Systeme für Casual User (wie zB. Fedora Silverblue oder HeliumOS). Opensuse versucht sich mit Kalpa, welches auf Tumbleweed basiert, ja auch an einem atomaren Rolling Release. Aber noch ist es in der Alpha wobei ich denke das sie nie weiter kommen werden. Ein Rolling in ein atomares OS zu ändern ist eine andere Hausnummer. Entwickelt man von Anfang an ein atomares OS welches Rolling ist würde es wahrscheinlich gehen. Evt. ist eine Kombi aus Slowroll und atomares OS eine bessere Wahl. Gut das würde jetzt etwas ausschweifen das Thema. Kommen wir wieder zurück zum eigentlichen. Point Releases sind für Produktivrechner extrem wichtig wegen Stabilität ect. ein Rolling ist da Kontraproduktiv. Was ich finde und ich denke, die von Mint denken so ähnlich, das sie die Points umstrukturieren werden. Heist längerer Zyklus dafür aber immer mit der aktuellsten Software und Kernel. Clement Lefebvre hat sich mit LMDE ja somit eine Hintertür offen gelassen. Früher oder später werden sie von Ubuntu Abstand gewinnen müssen. Und Debian würde da ehr in ihre Philosophie passen. Aber auch sie werden irgendwann wahrscheinlich zu einem atomaren OS werden. Wir werden sehen was passiert.
Die Zielgruppe von Mint sind Linux-Anfänger (Windows-Umsteiger) und User, die sich nicht im Detail mit dem Betriebssystem befassen wollen, sondern den PC einfach einschalten und damit arbeiten wollen. Und genau das bietet Mint sehr zuverlässig. Wer etwas anderes will, soll eine andere Distro verwenden.
Bei Mint kommt hinzu, dass der Draht zwischen den Entwicklern und den Usern dankenswerterweise ziemlich kurz ist, so wurde etwa nach dem Upgrade von 22.2 auf 22.3 die Änderung beim Wechseldatenträger-Applet innerhalb von 10 Tagen zurückgenommen, weil die User damit unzufrieden waren. In meinen Augen ist das vorbildlich.
Was ich mich allerdings auch frage: Warum die Entwickler um Lefebvre nicht ganz auf Debian (Stable) umstellen und nur noch LMDE anbieten, allerdings wie bei der Ubuntu-Version nicht bloß mit Cinnamon, sondern auch mit Xfce und Mate. Ich denke, die Konzentration auf Debian würde den Entwicklern die Arbeit erleichtern.
Genau das in deinem letzten Satz frage ich mich auch schon lange. Ich hätte am liebsten ein LMDE mit MATE-Desktop. Mir ist klar das dies machbar ist, aber ich hätte es gerne “direkt ab Fabrik”. Ich denke auch das der Weg von Ubuntu sich langsam aber sicher vom Weg den Mint gehen will trennt. Und darum frage ich mich ob sie möglicherweise sogar sowas andeuten wollten. Schauen wir was da kommt. 😎
Ich bin froh, dass es ein Mint auf Basis von Ubuntu gibt, weil Debian hängt halt leider viel zu sehr hinterher, um mit moderner Hardware effizient verwendet werden zu können. Mitte des Jahres werden wir mit Mint 23 Dank Ubuntu 26.04 einen top aktuellen Kernel erhalten, der ALLES schneller oder zumindest stabiler machen wird, was man halt so mit einem Desktop-Computer tut. Während dessen wird Debian da immer noch über ein Jahr bei Kernel 6.12.x hängen bleiben, welcher weder meinen WLAN-Chip, noch meine Grafikkarte ordentlich unterstützt. Ich bin damit okay, das Linux neue Hardware nicht gleich ab Tag 1 unterstützt. Aber die 9000er Radeons wurde vor fast einem ganzen Jahr released und werden von Debian (Stable) bis heute nicht gescheit unterstützt, sodass man da auf so Gefrickel a la PicaOS angewiesen ist, wenn man Debian ohne Ubuntu als Basis will. Die Release-Politik von Debian (Stable) mag auf Servern vielleicht Sinn machen, warum auch immer, aber auf Desktops, die für mehr als nur einfache Office-Anwendungen genutzt werden sollen, ist das schlicht Unsinn.
Debian Stable hat Backports. Wenn das nicht reicht, nimm halt siduction. So stabil wie Mint ist das allemal.
> Für mich sind die Zeiten von Point releases einfach nicht mehr Zeit
> gemäß und wie auch im Artikel beschrieben zu aufwendig und
> ressourcen falsch genutzt.
Der Aufwand besteht darin, die ausgelieferte Software in ihrer Gesamtheit auf Kompatibilität zu prüfen. Wenn man sich den Aufwand auf Distributionsseite wie bei Rolling Releases spart, dann verschwindet dadurch nicht der Aufwand sonder er wandert zu jedem einzelnen Nutzer und zwar bei jedem einzelnen Upgrade.
Das mag für unwichtige Systeme ganz nett sein, aber auf Produktivsysteme habe ich z.B. keine Lust mich vor jedem Upgrade erst zu informieren, ob es überhaupt gerade Weise ist diesen durchzuführen und durch warten ggf. wichtige Sicherheitsupdates zu verzögern. Und wenn dann das “allgemeine Gefühl” auf Upgrade steht, es mir trotzdem wichtige Dinge des Systems zerschießt, weil eben gerade niemand im Forum war der zufälligerweise die selbe Kombination an Softwarefunktionen verwendet.