Linux Mint: LMDE 5 Beta steht vor der Tür

Linux Mint Chefentwickler Clement Lefebvre berichtet in den monatlichen News im Mint Blog von der bevorstehenden Beta-Phase der »Linux Mint Debian Edition« LMDE 5. Zunächst stellt er aber das Verhältnis zwischen Linux Mint und LMDE klar.

Mint vs. LMDE

Einerseits zeige die Arbeit an LMDE auf, warum Ubuntu für Linux Mint die bessere Lösung sei, andererseits sei LMDE der Beleg dafür, wie leicht man den Unterbau ändern könne und wie nahe am jetzigem Linux Mint man damit bleiben könne. Ein interessanter Teil der Entwicklung von LMDE sei das Testen der hauseigenen, für Mint entwickelten Software gegen die Debian-Basis. Im Vergleich mit Linux Mint habe die Entwicklung von LMDE aber keine Priorität, so Lefebvre.

LMDE 5 weitgehend fertiggestellt

Auf das auf Debian 10 »Buster« basierte LMDE 4 »Debbie« soll nun bald LMDE 5 »Elsie« auf der Basis von Debian 11 »Bullseye« folgen. Die Arbeiten an LMDE 5 haben früh im Januar begonnen. LMDE 4 war bereits auf dem gleichen Stand wie die Stacks von Mint, Xapp und Cinnamon, die in 20.2 vorgestellt wurden. Die Patches, die auf Ubuntu angewendet werden, wurden auf LMDE 5 portiert und auf den Stand von 20.3 gebracht.

Das Ergebnis sei leicht enttäuschend, wie Lefebvre scherzhaft anmerkt, da es sich einfach wie Linux Mint 20.3 anfühle. Unter der Oberfläche biete es jedoch eine Debian 11-Basis, deren Software aktueller ist als die von Ubuntu 20.04 und die den Entwicklern eine Vorschau auf einige der Herausforderungen gibt, denen sie für Linux Mint 21 gegenüberstehen werden. Was die Veröffentlichung von LMDE 5 angeht, so steht die Paketbasis, das Abbild startet und lässt sich installieren. Kritische Fehler sind nicht in Sicht, allerdings muss eine Liste kleinerer Fehler abgearbeitet werden.

Beta noch im Februar

Die Beta zu LMDE 5 soll definitiv im Februar erscheinen. Man will sich aber noch mögliche Verbesserungen für den Installer, die Aktualisierung und die neue GNOME Screenshot App anschauen. Was Linux Mint angeht, so ist mit dem kürzlich erschienenen Mint 20.3 der Zyklus beendet, die nächste Version trägt die Versionsnummer 21, wird auf Ubuntu 22.04 basieren und vermutlich im Sommer erscheinen.

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

9 Kommentare

  1. LMDE 5 auf Basis von Debian ist also besser als Linux Mint auf Basis von Ubuntu? Wie überraschend. Ich würde sogar die These aufstellen, dass Debian schon immer besser als Ubuntu gewesen ist, und letzteres immer nur einen wesentlichen Vorteil hatte, nämlich das erheblich höhere Budget hinsichtlich weltweiter Vermarktung. Doch es stellt sich aufgrund der Umstände noch eine grundlegende Frage. Wenn LMDE 5 nun offenkundig Ubuntu ausgestochen hat, und auch noch seitens der Entwickler, worin liegt dann noch der Mehrwert von Linux Mint gegenüber Debian selbst? Meiner Auffassung nach mangelt es hier an einer prinzipiellen Daseinsberechtigung. Etwaige visuelle Anpassungen sind kaum ein großer Aufwand, und Dinge wie proprietäre Treiber und dergleichen ab Werk gibt es auch unter Debian bei Bedarf. Doch als wesentlich schizophrener empfinde ich, dass man bei Linux Mint immer noch an Ubuntu festhält, obwohl sie sich immer anstrengender gegen dessen Eigenheiten zur Wehr setzen müssen.

    2
    1. – Debian ist alt, man nimmt Ubuntu, damit man aktuellere Software bekommt
      – Debian ist komplizierter als Ubuntu

      Diese Assoziationen habe ich als Linux-Anfänger anhand von “was man so mitbekommt”, eigene Ahnung habe ich nicht. Sind diese Aussagen denn falsch?

      2
        1. Wenn ich das richtig verstehe, stimmt auch der erste Punkt nicht immer. Gerade in diesem Artikel steht: „Unter der Oberfläche biete es jedoch eine Debian 11-Basis, deren Software aktueller ist als die von Ubuntu 20.04“
          Ich verstehe das so, dass zu manchen Zeiten Debian-basiert aktueller ist (wie jetzt gerade) und zu manchen Ubuntu(LTS)-basiert (ab dem Release im Sommer wieder).

          0
    2. Ich würde Linux Mint auch nie wieder anfassen, bin mit Debian 11 lxqt super zufrieden. Ein für mich unzerstörbares System , was so leicht zu pflegen ist wie meine Zimmerpflanze. Zudem habe ich die backports zu schätzen gelernt, wenn man mal aktuelles Libreoffice braucht.
      Debian or die und ich bin grade mal 1 Jahr bei GNU/Linux.

      Geht alles wenn man nur sich bisschen Mühe gibt.

      0
      1. Debian war vom System immer besser und mittlerweile ist Debian auch für Anfänger brauchbar.

        2005 waren die Debilianer arroganter als die Archspinner. Da wurde sich aufgeregt wie es sein kann, dass Ubuntu Wizards für Grafikkartenkonfiguration und Laufwerkseinbindung baut und so. Überhaupt, dass Wiki kaut den Leuten alles vor, für Debian ein Frevel. Ein Neuling soll erstmal durch den Dreck kriechen wie die Veteranen auch. Es war kein System für den Desktop.

        Ubuntu hat das Feld was das betrifft so richtig von hinten aufgerollt.

        2
    3. [[Obwohl sie sich immer anstrengender gegen dessen Eigenheiten zur Wehr setzen müssen]] Die trifft wahrscheinlich auch auf Cinnamon zu, denn schließlich gehen GNOME/Shell worauf Cinnamon aufbaut, auch immer mehr auseinander. Somit wird es für die Mint Entwickler auch immer aufwändiger Cinnamon zu aktualisieren und zu pflegen.

      3

Kommentar hinterlassen