Seit einigen Tagen steht im Forum von Manjaro ein Manifest, das einen tiefgreifenden Neustart von Manjaro als Community‑Projekt fordert. Damit einher geht die Loslösung von der bisherigen Firmenstruktur, inklusive neuem Vereinsmodell, klaren Entscheidungsprozessen und der Option auf Streik oder Fork, falls es keine Einigung mit Manjaro GmbH & Co. KG gibt. Im Vorfeld des Manifests wurde nach Aussage eines Beteiligten auf Reddit bereits zweimal ohne Erfolg versucht, einen Dialog zur Erneuerung der Diskussion einzuleiten.
Seit Jahren stagnierend
Die Autoren sehen Manjaro seit rund einem Jahrzehnt in der Stagnation, was zu Vertrauensverlust, Wegfall fast aller Beitragenden sowie zu einer schlechten Reputation durch wiederholte, ungelöste Probleme führte. Kritikpunkte sind die derzeitige Zentralisierung auf eine Person, fehlende Zugriffsrechte für das Team auf die Infrastruktur, der Fokus der Leitung auf Business statt auf das Projekt, keine transparente Mittelverwendung sowie der Wegfall der einzigen vollzeitbezahlten Entwicklerstelle.
Neubeginn
Ziel der Verfasser des Manifests ist es, Manjaro wieder als respektiertes Community‑Projekt mit aktiven Beitragenden und Mehrwert für die FOSS‑Szene aufzustellen. Dazu soll sich Manjaro von der Manjaro GmbH & Co. KG lösen und als gemeinnütziger eingetragener Verein weitergeführt werden. Mittels flacher Strukturen sollen alle interessierten Beitragenden gleichberechtigt sein.
Der Verein soll alles übernehmen, was primär dem Projekt dient, unter anderem die GitHub- und GitLab,-Instanzen, relevante Repos, manjaro.org, Forum, CDN, Cloud‑Accounts sowie die Community‑Finanzen bei OpenCollective. Die GmbH soll dem e.V. eine umfassende Markenlizenz bis Ende 2029 erteilen, behält aber eigene Nutzungsrechte, solange keine Verwechslungsgefahr oder Namenskonflikte auftreten. Die Firma soll zukünftig faktisch als Downstream des Community‑Projekts agieren; primärer Fokus des e.V. bleibt die Community und die Distribution.
Derzeitiger Stand
Kommt es zu keiner Einigung mit der GmbH, wird über einen Fork und/oder das vollständige Verlassen des aktuellen Projekts nachgedacht. In einer Anmerkung wird erklärt, dass aufgrund des Ausbleibens einer Antwort von Projektgründer und CEO Philip Müller (philm) bereits Stage 1 aktiv ist:
- Interne Veröffentlichung, schrittweise Ausweitung bis zur öffentlichen Ankündigung und ggf. Umstellung des Forums auf Read‑only.
- Alle Admins, Moderatoren und Community‑Assistenten gelten als im Streik, was bedeutet, dass keine Freischaltung neuer User und keine Moderation stattfindet.
Entwickler wie Roman Gilg, der auch als CTO der Firma agiert, unterstützen den Aufruf zur Rückkehr zu einem echten Community-Projekt. Phillip Müller signalisiert grundsätzlich keine Einwände gegen einen Verein, will sich aber selbst nicht an der Gründung beteiligen und betont, dass Asset‑Übertragungen nur in enger Abstimmung und ohne Gefährdung des Geschäftsbetriebs erfolgen können.
Für mich stellt sich dabei die Frage nach der Relevanz von Manajaro in einer Zeit, in der Arch-Derivate wie EndeavourOS und CachyOS die Szene dominieren.

Hey zusammen,
ich hab mir die Kommentare hier genau durchgelesen, und ich muss sagen, die Zukunft von Manjaro sieht nicht gerade rosig aus. Die Kritikpunkte sind so klar und fundiert, dass man schon fast Mitleid mit den Machern bekommt. Ich meine, wir sprechen hier von einer Distribution, die mal als die user friendliest Arch Derviative galt, und jetzt?
Da hat avmultibox voll ins Schwarze getroffen, als er auf die Probleme mit den Paketabhängigkeiten hinwies. Wenn man bedenkt, wie viele Stunden Entwickler damit verbringen, diese Abhängigkeiten zu pflegen, nur um dann festzustellen, dass die halbe Community trotzdem Probleme hat, ist das einfach nur frustrierend. Und diese Verzögerung beim Paket Upgrade? Das ist ja wie eine Zeitreise ins Mittelalter, wo man noch Monate auf das nächste Paket Upgrade warten musste.
Scytale hat auch voll ins Schwarze getroffen mit der Instabilität. Manjaro ist angeblich stabiler als Arch, aber ehrlich? Das ist so, als ob jemand behauptet, ein Bleirohr sei leichter als eine Feder. Die Community hat echt den Arsch offen, wenn sie sich mit solchen Halbwahrheiten abspeisen lässt. Und dann noch diese peinlichen DDos Angriffe auf das AUR? Das ist ja, als ob man sein eigenes Haus abbrennt, nur um den Nachbarn zu ärgern.
Und dann ist da noch die Frage der Relevanz. Lerothas bringt es auf den Punkt: Wenn Arch mittlerweile stabiler läuft, was zum Henker macht Manjaro dann noch hier? Solus und EndeavourOS bieten ähnliche Konzepte, sind aber anscheinend effizienter und transparenter. Manjaro scheint einfach nicht mehr Schritt halten zu können.
ArUmNIaX hat mal positive Dinge über Manjaro gesagt, aber das war wohl, bevor die ganzen Probleme aufkamen. Jetzt wechselt er zu EndeavourOS, weil es dort einfach besser läuft. Das spricht Bände über die derzeitige Lage bei Manjaro. Und HALx, der die Stabilität von Manjaro lobt, scheint die Ausnahme zu sein. Die meisten Nutzer berichten von Instabilitäten und Problemen.
Ich sehe hier echt schwarz für Manjaro. Die Kritik ist so deutlich und die Probleme so manifest, dass man schon fast denken könnte, die Distribution sei eine Ein Mann Show. Wenn Manjaro nicht bald was Neues, Frisches und Innovatives liefert, dann ist das Spiel wirklich vorbei. Und ehrlich gesagt, ich habe meine Zweifel, ob sie das noch schaffen. Vielleicht ist es an der Zeit, Manjaro eine wohlverdiente Ruhestätte zu geben und sich auf neuere, agilere Distros zu konzentrieren.
Glücklicherweise löst sich ja die Situation (der Interessenkonflikt) bei Manjaro selbst gerade in Luft auf und das Ganze ist im wesentlichen (nur) darauf zurückzuführen, dass die Entwicklercommunity ihren Wunsch “etwas” unbeholfen kommuniziert hat.
Persönlich schätze ich das “rolling stable” Modell von Manjaro und bin damit seit gut 7 Jahren ohne Probleme auf mehreren Geräten unterwegs. Daran wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nichts ändern.
Die Einschätzung von @avmultibox fand ich hilfreich. Wenn ich richtige mitgelesen habe, sind (und waren) die Entwickler allerdings keine Angestellten der GmbH. Damit wird dann hoffentlich einiges klarer.
Mit Interesse bzw. auch Bestürzung lese ich als “kleiner” Maintainer meiner Distribution AVMultimedia von den Schwierigkeiten bei Manjaro. Ich schreibe hier, weil mir die Kommentare und die Artikel zu Manjaro etwas einseitig vorkommen.
Zunächst sei gesagt, ich arbeite mit Manjaro nicht, bzw. habe auch nie damit gearbeitet. Aber, 2002 war ich auf der Suche nach einer Distribution für die neu zu entwickelnde ArchivistaBox. Ich habe dort die Macher/innen von ArchLinux getroffen und ich habe Gespräche mit jenen von FAI (Fully Automated Installer) geführt. Ich wollte eine Linux-Distribution, die sich einfach und schnell installieren und (wichtig!) warten lässt.
Beide Projekte beschieden mir, sie wären dafür nicht die richtige Distribution. Darauf bin ich bei https://t2linux.com/ gelandet. Ab ca. 2010 habe ich mich entschieden, die ArchivistaBox selber zu entwicklen, zunächst mit Debian und seit ca. 2015 mit Devuan. “Bekanntschaft” machte ich mit Manjara im Linuxday.at im Jahre 2019. Mein Vortrag zu AVMultimedia war spärlich besucht, alle Welt “pilgerte” zu Manjaro.
Heute sehe ich, dass es offenbar “Probleme” bei Manjaro gibt. Wie gross diese sind, ist aus der Ferne (sprich den publizierten Beiträgen) schwer abzuschätzen. Ich möchte aber doch kurz anführen, warum mich diese Probleme nicht so wahnsinnig überraschen. Nach wie vor besteht das Konzept von Linux-Distributionen darin, die Software über Pakete auszuliefern. Nun ist es aber so, dass diese Pakte oft nur über sehr kurze Zeit im Umlauf sind. Sei es, weil neue Versionen erscheinen, sei es weil es Bugs sind, sei es, weil neue Hardware unterstützt werden soll…
Das Warten eines Betriebssystems über Pakete allerdings hat seine Tücken. Die Abhängigkeiten von Paket X zu Y sind mittlerweile derart hoch und gross, dass gelinde gesagt eine Zeile in einem Paket reicht, um das ganze System ins Nirgendwo zu befördern. Pakete bieten faktisch keinen guten Schutz, um über die Runden zu kommen. Wer jetzt einwendet, so schlecht laufen die Distros ja nicht, dem sei gesagt, ja warum gibt es dann Docker, Flatpak oder AppImage?
Aus diesem Grunde habe ich mich für die ArchivistaBox entschieden, keine DEB-Pakete zu “backen”, sondern das gesamte System aus einem “Guss” zu erstellen. Seit ca. 2012 läuft das System im RAM. Es ist nahezu unmöglich, das System durch fehlerhafte Pakete bzw. Konfigurationen zu “zerschiessen”. Im dümmsten Fall (wenn ich z.B. rm -Rf /* eingebe), System neu starten und gut ist. Es war und ist mir nach wie vor wichtig, dass die ArchivistaBox extrem schnell bootet (ca. 10 Sekunden). In dieser Zeit wird das komplette System über Sparse und Overlay eingerichtet. Warum erzähle ich dies hier alles?
Einmal, weil ich auch 2026 noch feststellen muss, dass dieser Ansatz in der Linux-Community sträflich negiert wird. Etwas überspitzt formuliert sind alle stolz, dass sie ein komplexes Linux “beherrschen”, da darf es einfach nicht einfach sein.
Weiter aber, und das ist mir hier wichtiger. Ich bin noch heute davon überzeugt, dass die klassischen Paket-Konzepte wie sie bei Manjaro zum Einsatz kommen, früher oder später bzw. je länger je mehr nicht mehr funktionieren. Zu kurz wird Lebensdauer eines Paketes. Faktisch ist es gar nicht mehr möglich, Pakete genügend oder überhaupt zu testen. Ehe der Test durch ist bzw. wäre, stehen fünf neue Versionen des Paketes bereit, und das ganze Spiel beginnt von vorne.
Dazu kommt, dass die Linux-Szene zunehmend von Big-Tech “beherrscht” wird. Wo blieb der Aufschrei, als es darum ging, Secure-Boot zu verhindern? Ferner habe ich in den vergangenen Jahren auch gelernt, wer nicht ganz im Mainstream “schwebt”, erlebt bald, dass er eher belächelt denn als Alternative geschätzt wird. Dieser ursprüngliche Geist von früher, dass Vielfalt und Abstraktion ein Plus ist, dies fehlt mir heute.
Überdies wird “uns” Kleinen schnell vorgeworfen, dass es Kommerz ist. Geht es aber darum, ob bei gnu-linux.ch ein Apple-Artikel publiziert wird, dann findet dies faktisch niemand ein Problem. Die Ellen sind unterschiedlich lang, das ist nichts Neues, es ist aber so.
Die obigen Zeilen seien dafür gedacht, einfach einmal die andere Seite zu zeigen. Gerade für kleinere Player ist es (zuweilen) nicht wahnsinnig “lustig”. War es früher noch vergleichsweise einfach, eine Linux-Distribution auf einem “normalen” Computer zu installieren, ist das heute (UEFI sei [Un]Dank!!!) eine wahrliche Plage, im Bios Secure-Boot zu deaktivieren. Natürlich könnte ich Secure Boot à la Microsoft einführen. Aber ehrlich, was läuft jetzt wie am 26.6.2026 ab? Warum um Himmels willen wurde das je von der Community akzeptiert, dass ein Zertifikat beim Booten irgendwann dazu führt, dass ich den Rechner nicht mehr starten kann?
Ah, es gehe um Sicherheit. Ehrlich jetzt, wo mittlerweile 99% der Angriffe über Malware im Netz erfolgen? Der wahre Gewinner von Sachen wie Secure Boot, das sind Tech-Player, nicht ein Mehr an Sicherheit. Oder anders herum gesagt, welche Webseite kann noch ohne HTTPS-Zertifikat besucht werden bzw. lässt sich auch nur nutzen, ehe ich nicht x-fach Ja zur “Datenabsauge” gesagt habe. Wenn also jemand der Manjaro Machern vorgeworfen hat, sie hätten bei den Zertifikaten “versagt”, so würde ich all jenen antworten, das Problem lag vielfach bei letsencrypt, nicht bei jenen, welche es einsetzten.
Das noch grössere Problem ist, dass HTTPS überhaupt so dominant ist und dass die Zertifikate noch 45 Tage gültig sind. Ginge es nach dem Willen von Apple, wären es noch ein paar Tage. Wo bleibt hier der Aufschrei der Community? Nebenbei gesagt, für Google galt der ganze “Zertifikatsschrott” nicht. Als irgendein Super-Sponsor bei letsencrypt konnte nämlich verhindert werden, dass bei Android diese Regeln nicht so gelten wie auf dem Rest des Planeten, und dies ausgerechnet bei Android.
Wo bleibt hier die Community? Wo wird hier mit Nachdruck dafür eingestanden, dass dem nicht so ist bzw. nicht mehr so sein wird? Ich bringe diese zwei Beispiele (HTTPS- bzw. Secure Boot) als Stellvertreter ganz bewusst um aufzuzeigen, wie sehr das Leben für die Kleinen fast jeden Tag “maltraitiert” wird. Und ja, ich finde die Community dürfte ein paar Manifeste dazu verfassen, ehe der 74568 Streit über die Ausrichtung eines Projektes losgetreten wird.
Dem Manjaro-“Gründer” Philip Müller wird aktuell Inkompetenz vorgeworfen. Alle sind beim CTO Roman Gilg. Ich kenne beide nicht, aber ich kenne die Sorgen (hey, es gibt auch Freude!) bei kleinen Firmen (siehe dazu oben). Ich habe das ominöse Manifest nicht komplett gelesen, aber wenn ich es richtig verstehe, soll die Manjaro GmbH alles dem Verein “spenden”, und sich auf rein kommerzielle Geschäftsfelder zurückziehen. Tönt doch gut. Nun, wenn das Geschäftsfeld eben die Distribution Manjaro ist, finde ich das schon ein ziemlicher Affront.
Wovon sonst soll den die Manjaro GmbH leben, wenn ich mal fragen darf? Von einer Alternative zur Steam-Box, die seit Jahren nie auf den Markt kommt, weil der chinesische Partner Orange die Produktion gar nicht anwirft? Vom Support, der bei Open Source Distributionen faktisch niemand zu zahlen bereit ist? Von einem Mitarbeiter, der CTO ist, aber sich faktisch gegen die Firma stellt?
Ich finde doch, dass ein Angestellter und (soweit ich das verstanden habe) 50%-Miteigentümer der Firma sich nie und schon gar nicht so krass gegen die Interessen der Manjaro GmbH stellen dürfte. Ich sage es hier ganz offen, ich würde Herrn Mülller wohl raten, den Herrn Gilg (wenn nötig per richterlichen Beschluss) vor die Pforte zu setzen. Angestellte, noch mehr Geschäftsführer, haben eine Treuepflicht gegenüber dem Unternehmen. Wenn es ihre persönliche Haltung nicht zulässt, für die Firma einzustehen, dann sollen sie diese verlassen. Oder anders herum gesagt, was würde denn passieren, wenn ein Google-Mitarbeiter von Google fordern würde, das Android OS müsse in einen Verein überführt werden bzw. wenn er ein Manifest unterzeichnet, bei dem er kundtut, diesen Schritt aktiv als Mitarbeiter der Firma zu unterstützen.
Als Nicht-Mehr-Mitarbeiter können (und dürfen) sie dann gerne (nach einer Karenzzeit!) ein ähnliches Business-Modell aufziehen. So wie ich es hier aber lese, finde ich das Vorgehen absolut unhaltbar. Das ist meine rein persönliche Haltung. Und diese erlaube ich mir als Privatperson, nicht als Geschäftsführer der Firma Archivista GmbH.
Und ja, es mag sein, dass ich mich damit einmal mehr nicht wahnsinnig beliebt mache. Aber ich finde einfach, dass dieses Thema schon differenzierter und auch nicht nur rein vom technischen Standpunkt aus diskutiert werden sollte.
Ich nehme an, dass die Firma Archivista GmbH ihre Mitarbeiter für getane Arbeit entlohnt und dass es klare Strukturen gibt.
Bei Manjaro scheint es mir eher so, dass die Community arbeitet, während die GmbH dann über die Einnahmen verfügt. Eine ungute Mischung, die der Klärung bedarf.
Ich nehme aber auch an, dass der CTO bei Manjaro ebenfalls ein Gehalt erhält. In dieser Funktion sollte er sich um die technischen Dinge kümmern statt der Firma, die ihn beschäftigt bzw. dessen Co-Geschäftsführer er ist, in dieser Form anzugreifen bzw. faktisch zu zerstören.
Wahrscheinlich hast Du schon recht, die Strukturen bei Manjaro sind “unschlau”. Soweit ich es rausgefunden habe, halten 2 Kommanditäre (Müller + Gild) je gute 300 Euro Kapital, und dann gibt es die Verwaltungs Manjaro, diese hat 25000 Euro Kapital eingebracht. Faktisch führt dies dazu, dass bei einem Streit der Kommanditäre (was hier vorliegen dürfte) die Firma “lahmgelegt” wird. Aber für mich ist es halt auch so, dass der CTO so nie und nimmer auftreten dürfte. Wenn er findet, er kann den Job mit den vorhandenen Mitteln nicht erbringen, dann sollte er sich zurückziehen statt die Firma zu zerstören.
Ferner sehe ich die Problematik schon, dass die Community nicht entlöhnt ist. Die Community hat aber über Jahre Manjaro auch nutzen können, wie es ohne die Manjaro GmbH nicht möglich gewesen wäre. Mich stört etwas, wenn im Manifest steht, seit 10 Jahren bestehe Stillstand. Also, wie gesagt, 2019 war am linuxday.at bei Manjaro der Saal voll… Jedoch, Gewinn bzw. Einnahmen können dann verteilt werden, wo diese anfallen. Ich denke hier eher (das ist jetzt spekulativ), dass da gar keine Einnahmen bzw. Gewinne (mehr) anfallen.
Ich habe ja mal das AVMultiphone (mit PInePhone) herausgebracht. Finanziert hat dies meine Firma. Das fand die Community dann auch toll, und es gab auch wertvolle Rückmeldungen bzw. Beiträge. Aber am Ende der Geschichte war es so, ich musste als Geschäftsführer den Stecker ziehen. Es liess sich weder finanzieren noch durch die Community nur schon pflegen. Der Abschreiber war für die Firma Archivista GmbH “verdammt” gross.
Ich vermute nun mal, dass bei Manjaro das PinePhone-Experiment noch grössere Löcher gerissen haben dürfte. Und trotzdem las ich später, dass Martijn Braam (der die Kamera-Software sehr erfolgreich entwickelte) beim PinePhone ausstieg, weil er den Eindruck hatte, dass Manjaro zu dominant war. Richtig war/ist, dass die 10 USD pro Verkauf am Ende an Manjaro gingen und es wurde z.B. beim PinePhone Pro für “Dritte” (wie ich es mit dem AVMultiPhone) gewesen wäre, erschwert, ein alternatives OS aufzuspielen.
Meines Erachtens war das aber nicht das Hauptproblem, sondern es wäre selbst dann gescheitert, wenn es ein Open Source OS dazu gegeben hätte, das perfekt gelaufen wäre. Das Problem war auch nicht, dass “mein” AVMultiPhone (oder andere) nicht zuverlässig lief. Das Problem war, dass der Mobile-Stack (Hardware-Chip) nicht machte, was er hätte machen müssen.
Ich möchte dies kurz illustrieren. Das Telefon braucht Strom, zu 99% brauchst Du es aber nicht, weil Du wartest ja auf einen Anruf. Also versetzt Du das Teil in den Tiefschlaf. Ich sende dem Linux-Teil den Tiefschlaf-Befehl, der Mobile-Chip geht mit in den Tiefschlaf, soll aber noch immer einen Anruf entgegennehmen können. Das aber genau hat der (nicht quelloffene) Mobile-Chip nie zuverlässig gemacht. Am Ende stehst Du da, und stellst fest, Du hast ein Open Source OS mit einem geschlossen Mobile-Chip, der im Prinzip Dir dennoch um die Nasen tanzt, ohne dass Du etwas ausrichten kannst. Wie gesagt, meine “Zeche” war hoch, bei Manjaro dürfte sie noch viel höher gewesen sein.
Das hat aber nichts mit technischer (In)-Kompetenz zu tun, es wird am Ende aber wohl so (vorliegend hat es jetzt einfach mal Manjaro getroffen) wahrgenommen. Und schnell ist am Ende der Vorwurf da, es würde nur das Geld kassiert und die anderen müssten rackern.
Mein Beitrag soll dazu anregen, darüber nachzudenken, dass Dinge meistens vielschichtiger und komplexer sind, als dies auf den ersten Blick wahrgenommen wird. In diesem Sinne finde ich diesen “Aufschrei” etwas seltsam bzw. eher unangebracht. Der Community steht es frei, sich abzuwenden bzw. einen Fork zu etablieren. Die Community hat aber kein Recht, die Marke Manjaro und die Ressourcen quasi frei Haus einzufordern, vom CTO ganz zu schweigen.
Vielen Dank für deine Einblicke und die Anregungen zum nachdenken.
Die Geschichte mit dem PinePhone:
Ich habe das Gefühl, dass Pine an der Stelle kräftig versagt hat.
Die Unterstützung der Hardware hätte zentral koordiniert und auch finanziell besser gestützt werden müssen. Den Deal mit Manjaro empfand ich gegenüber all den vielen anderen, die sich engagiert hatten als sehr ungerecht und auch als unangebracht. An genau dieser Stelle endete dann wohl auch die Bereitschaft vieler, das Projekt weiter zu unterstützen. Dir auf jeden Fall ganz vielen herzlichen Dank für dein großes Engagement.
Was Manjaro angeht, so habe ich von Anfang an Schwierigkeiten mit der Einordnung gehabt.
Entweder versteht sich ein Projekt als Community, dann braucht es dafür auch demokratische Strukturen oder es wird geführt von einem wohlwollenden Diktator, der die Zügel fest in der Hand hält.
Beides gleichzeitig kann nicht funktionieren.
Um so schwieriger wird es dann, wenn auch noch Geld mit ins Spiel kommt.
Woran verdient die GmbH das Geld?
Sind das ausschließlich Leistungen die von der GmbH erbracht werden oder sind es die freiwilligen Dienstleistungen der Community die hier versilbert werden sollen? Worin besteht die Aufgabenteilung zwischen GmbH und Community?
Die Meuterei und die offene Erpressung die jetzt stattfindet, ist nur eine Folge dieser unklaren Strukturen.
Auf gnulinux.ch ist ein umfangreicherer Artikel dazu veröffentlicht worden.
Für die, die mehr dazu wissen möchten: gnulinux.ch/die-manjaro-krise-2026
Meine 2 Cents:
Manjaro ist vom Konzept her nutzlos. Es ist technisch gesehen nicht stabiler als Arch Linux, tlw. sogar instabiler durch eigene Bugs und dem lange zurück Halten von Paketen.
Dazu das mehrmalige DDos’n des AUR und vergessen der SSL Zertifikaterneuerung der Hauptwebsite haben für mich die Kompetenzen des gesamten Projekts schon lange in Frage gestellt. Ich erinnere mich an die Nutzung von Beta-Code gegen den Willen des Entwicklers, und da sind bestimmt noch ein paar andere Dinge passiert.
Ich würde raten: Konzept überdenken und forken, oder einfach sterben lassen.
Die Frage nach der Relevanz stellt sich mir auch. Die ursprüngliche Idee mit einem zeitverzögerten, geprüften Arch Linux ist ja nicht schlecht, aber scheinbar klappt es nicht. Und soweit ich lese, läuft Arch mittlerweile stabiler und zuverlässiger als Manjaro. 🤷♂️
Ich benutze Solus, was eine ähnliche Idee hat wie Manjaro, aber funktioniert und transparent über Updates informiert. Fühle mich da sehr wohl.
Langer Manjao Nutzer hier der es sogar bei seiner damaligen Firma eingeführt hatte.
Lief dort sehr sehr lange, extrem stabil und zuverlässig. Wir brauchten damals ein OS was die gute HW-Unterstützung aus Arch liefert aber nicht bleeding edge eines RR-OS ist. Auf Grund von typischen BWL Gedanken. Ein Update darf nicht unverhältnismäßig zum kaputten System führen 😉
Mittlerweile distanziere ich mich intensiv von Manjaro. Weil es eben unzuverlässig wurde. Nicht direkt technisch, aber diese Hintergrund-Elemente ließen das Vertrauen leiden.
Ich bin rüber zu EndeavourOS, Cachy habe ich mir bewusst nicht angetan, da alle Optimierungen dort auch in Endeavour möglich sind. In Meinen Augen eher ein ProofOfConcept OS um herauszufinden wie man Arch nach X hin optimieren kann. Somit fließt dessen Arbeit so oder so zurück 🙂
ABER, sollte die Community von Manjaro es schaffen, ist es eine Empfehlung. Denn die Kombi aus Stabil(er) und dennoch zeitnahen Updates ist sehr einzigartig. 🙂
Hmm, „Extrem stabil und zuverlässig“ bei Firmeneinsatz? Klingt nach Glücksfall oder cherry-picking: Manjaro hatte immer wieder Sync-Probleme zwischen Branches (stable/testing/unstable), Pamac-Bugs und AUR-Konflikte bis heute und was die HW-Unterstützung angeht: Ubuntu liegt hier klar Vorne und zwar bei weiterm. Der Vorteil bei Arch-basierte Distros ist temporär und wackelig. Kurzum ingesamt unglaubwürdig und beim nächsten Mal lieber zu Fedora greifen 🙂
Dem gegenüber stehen lange Jahre Stabilität und keiner deiner genannten Szenarien. Ebenso wurden die Workstation-GPU mit Treiber korrekt versorgt inkl. vorkonfigurierter env. Unter Ubuntu ständig nur Crashes und Multi-Monitoring war ein Graus. Um bei deinem Wording zu bleiben, hört sich für mich nach Arch-Bashing und Ubuntu-Fanboy an. ^^
Also ich habe selbst im Testing Zweig seit Jahren kaum Probleme mit manjaro. Ja AUR Konflikte kann es schon geben das würde ich aber nicht an manjaro festmachen sondern eher an ungepflegten AUR-Paketen und veralteten Abhängigkeiten. Und Ubuntu ist für mich ein Sonderfall die gehen merkwürdige Wege und das ist so die letzte Distribution die ich mir antun würde z.B. Firefox und Snap was für ein Bullshit. Für aktuelle Hardware ist eine Arch Distro schon eine gute Wahl und wackelig? Bei mir nicht. Wenn ich umsteigen müsste würde ich wohl auf cachy wechseln.
Natürlich sind AUR-Konflikte ein Manjaro-spezifisches Problem, da eigene Repos verwendet werden und stable 4 Wochen hinterherhinkt. Das ist dokumentiert und bekannt, ich bin auch kein Ubuntu-Fanboy, sondern gebe nur Fakten wieder.
Da haben wir wohl den Übeltäter, du scheinst von dir auf andere zu schließen und offenbar meinst du das ich AUR in einer Enterprise-Prod-Umgebung nutz(t)e…. nunja, das wäre mehr als fahrlässig oder? 😀
Kein AUR, nur etwas besser “abgehangen”. Funktionierte lange super. Betonung auf die Vergangenheit. 😉
Klar, Manjaro ist eine großartige Distribution, aber warum kann sie sich nicht einmal neu erfinden? Ich meine, warum nicht einfach mal eine eigene Oberfläche herausbringen, so wie Linux Mint es macht? Es wäre doch cool, eine Manjaro-Designsprache zu haben, die sich wirklich abhebt und einzigartig ist.
Stellt euch vor, Manjaro hätte eine eigene Desktop-Environment-Option, die auf modernsten Prinzipien basiert, aber mit einem Touch von Nostalgie. Etwas, das an die guten alten Tage von KDE 3 erinnert, aber mit den Vorteilen der heutigen Technologie..
Manjaro hat so viel Potenzial, um als eine der führenden Distros anerkannt zu werden. Eine eigene Oberfläche könnte diesen Schritt machen, die Benutzerbindung stärken und Manjaro auf dem Markt einzigartig machen. Es geht nicht nur darum, das Beste von Arch zu kopieren, sondern eigene kreative Ideen zu entwickeln, die Manjaro unverkennbar machen.
Also, liebes Manjaro-Team, traut euch! Zeigt uns, was möglich ist, wenn ihr eure eigene Identität schafft und dabei auch noch innovativ seid. Wir stehen bereit, diese Reise mit euch zu gehen.
Meuterei bei Manjaro.
Ich wünsche viel Erfolg und bin gespannt wohin die Reise geht.
Setzt William Bligh ins Rettungsboot und baut auf euren eigenen Kurs.
Mir kam Manjaro schon länger als eine seltsame Mischung zwischen Gewinninteressen und Community vor und ich finde es gut, wenn man sich jetzt für klare Verhältnisse entscheidet.
Upsi! Ich dachte, dass es nur bei Debian solche Diskussionen gibt😆.
Am Ende kochen alle nur mit Wasser.
Da ich Manjaro nicht nutze und nicht wirklich kenne, kann ich mir kein Urteil darüber erlauben
wie relevant Manjaro also in Zeiten von EndeavourOS und CachyOS ist. Das müssen andere beurteilen.
@Christopher
Nicht jede Diskussion hat das gleiche Thema. 🙂
Da geht es schon um andere Dinge bei Manjaro und bei Debian.
Danke für den Hinweis.
Wie schon gesagt: Ich habe keine Erfahrungen mit Manjaro.
Mir ging es eher um die Analogie😉, aber ja, andere Diskussionen.
Schon interessant welchen Verlauf dieser Thread genommen hat.
Ich bin auch gespannt zu sehen, wo die Reise für Manjaro hin geht.
“Für mich stellt sich dabei die Frage nach der Relevanz von Manajaro” ?
Unabhängig von den anderen Vorgängen stellt sich mir die Frage nicht ich habe manjaro auf vielen Notebooks / Desktops installiert das läuft einfach macht mir selten Ärger und weniger Arbeit als z.B. MX Linux. Auch das so hochgelobte Cachy ist an einigen Stellen frickelig und wenn ich das bei den typischen Windows Usern installiere fehlt z.B. eine Installationsoberfläche wie Pamac die gehen nicht auf die Befehlszeile. Davon ab ist manjaro bei Distrowatch immer noch unter den TOP 10 da fallen mir bezüglich der Relevanz bei über 400 Distributionen noch ganz andere Kandidaten ein.
Moin,
pamac fliegt dir aber sofort um die Ohren wenn Arch etwas an pacman ändert. Für mich ist aber der verzögerte update Prozess für eine Arch Distribution nicht nachvollziehbar. Deshalb wie bei Debian vs. Ubuntu ist mir das Original einfach lieber.
Gruß
Also das pamac crasht ist bei mir in den letzten Jahren nicht passiert und Ja ich benutze meistens auch pacman für Updates ist aber auch so das Pamac ja auch gleich Unterstützung für Flatpacks bietet was für die unbedarften User halt gut ist. Pamac ist auch zum suchen gut für speziellere Pakete incl. der zugehörigen links die es evtl. auch nur im AUR gibt was ich aber nur sparsam nutze ein AUR Paket sorgt gern mal für Ärger beim nächsten Update. Der verzögerte Update Zyklus kann manchmal auch gut sein tut mich nicht so stören im testing Repo ist die Verzögerung nicht allzu groß.
Manjaro benötigt den verzögerten Paketfluss, damit Zeit bleibt zu prüfen ob die eigenen Manjaro Tools dann auch noch mit den neuen Paketen funktionieren.
Ich finde es schade, dass dies von Manjaro nicht anständig kommuniziert wird. Es wird einfach frech behauptet Manjaro liefe dadurch stabiler als das Original. Dabei hat Manjaro gar kein eigenes Maintainment.
Manjaro ist durch die Praxis des Zurück Haltens technisch instabiler, weil die gesamte AUR gegen neuere Pakete gebaute werden als Manjaro anbietet.
Aber das stört mich auch, dass sie so tun, als ob Manjaro eine Stabilisierung von Arch Paketen durchführen, dabei machen die gar nichts.
@HALx
Für die Leute die bei Arch Linux erst mal an die Konsole gewöhnt werden müssen, habe ich ein Skript geschrieben:
https://codeberg.org/tuxnix/ureminder
Es erinnert an Updates, sorgt sich um den Paketcache und aktuelle Mirrors und sagt was zu tun ist. Falls automatische updates gebraucht werden, dann geht auch das.
Tools wie Pamac halte ich für entfremdend. Ureminder ist transparenter und zugleich sehr komfortabel.
Feines Script ist gut gemacht löst sicherlich das Updateproblem. Ist denke ich aber kein Ersatz für eine GUI Softwareverwaltung die muss für die Mausschubser-Fraktion einfach sein die wollen keine Befehlszeilen sehen da ist jeder der die Konsole aufmacht ein Nerd/Computerfreak. Ich habe nun auch schon älteren Generationen 70+ einen Linux Rechner vor die Nase gesetzt und mit der Pamac Oberfläche kommen die schon gut zurecht weil das Suchen und installieren von Software halt einfach ist. Ich nutze zum suchen auch gern Pamac um z.B. einmal schnell die akt. Version eines Paketes zu überprüfen also GUI muss nicht immer schlecht sein.
Moin,
schon mal bauh (https://github.com/vinifmor/bauh) angeschaut? im Multiversum gibt es immer mehrere Lösungen/Wege ohne das man das Mausschubser Universum zerstört.
Gruß
Ja finde ich auch recht gelungen. Für manjaro nehme ich das nicht weil Pamac so weit gut funktioniert und bauh nur aus dem AUR zu installieren ist. Allerdings letztes Release Jan. 2024? Gefällt mir nicht wirkt wie eingeschlafen oder einfach tot.