Ubuntu 22.04 LTS

Nachlese zu Ubuntu 22.04 LTS »Jammy Jellyfish«

Am vergangenen Donnerstag erschien Ubuntu 22.04 LTS »Jammy Jellyfish«. Im Nachgang ist festzustellen, dass zumindest zwei der erwarteten Features kurz vor Erscheinen aus dem Release entfernt wurden. Das erscheint mir für ein LTS-Release sehr kurzfristig.

Am meisten enttäuscht dürften Besitzer von NVIDIA-Karten sein, denen seit Monaten Unterstützung auch unter Wayland versprochen wurde. Der entsprechende Patch für die Verwendung unter Wayland mit der Nvidia-Treiberserie 510 wurde am 15. März eingefügt. In der Beta-Version war diese Unterstützung noch vorhanden.

Rolle rückwärts

Wie jedoch am Wochenende zu erfahren war, hat NVIDIA in der vergangenen Woche verlangt, Ubuntu 22.04 solle für reine NVIDIA-Systeme wieder zu X.org wechseln. Canonical kam diesem Wunsch am Tag der Veröffentlichung von Ubuntu 22.04 nach und stellte den Display-Manager GDM wieder entsprechend um. Dabei wird die Sitzung für reine NVIDIA-Systeme auf X.org umgeschaltet, während Hybrid-Systeme standardmäßig bei Wayland bleiben.

Kein 3D für Gäste

Die zweite kurzfristige Änderung betrifft die Abschaltung der 3D-Beschleunigung für Gast-VMs mit GNOME-Boxen und Virt-Manager. Diese 3D-Beschleunigung war am 13. April mit einem Patch freigeschaltet worden. Wie sich herausstellte, war die Unterstützung nicht stabil, da Ubuntu 22.04 LTS- und Debian-Gäste zu schwarzen Bildschirmen unter GNOME Boxes und Virt-Manager führten. Somit wurde die Unterstützung für die 3D-Beschleunigung am 19. April wieder entfernt.

Was sonst noch auffiel…

Beim Durchsehen meines RSS-Readers heute Morgen fiel auf, dass in den letzten Tagen massenhaft Beschreibungen veröffentlicht wurden, wie man Firefox als Snap entfernt und als DEB oder als Flatpak installiert oder Snap dabei gleich komplett mit entsorgt. Mark Shuttleworth nahm sich am Freitag Zeit, in einer Q&A Fragerunde, zu erklären, warum Ubuntu Flatpak derzeit nicht unterstützen wird. AppImage scheint auch nicht ins Bild zu passen, denn das zur Ausführung benötigte Paket libfuse2 fehlt ebenfalls.

Mark Shuttleworth zu Flatpak in Ubuntu

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10 Kommentare

  1. Ich überlege wegen der Snap-Entwicklung nicht mehr auf das aktuelle Xubuntu LTS (22.04) zu wechseln, sondern zur Linux Mint Debian Edition (LMDE) Xfce zu wechseln. Kann das jemand empfehlen oder was würde wiederum dagegen sprechen? Ist Xubuntu noch einfach von Snap zu befreien?
    Meine Anwendungen sind überschaubar: Firefox, Thunderbird, LibreOffice, Pulseeffects (DSP Equalizer), Telegram, Audacity, KdenLive (4K Pocket2 Videobearbeitung), SMPlayer, Handbrake, OpenShot, ShotCut (Handyvideos deshaken), GIMP, Sayonara Player, Hugin, XnView, KODI, ein paar Samba-Netzwerkfreigaben. Ansonsten 2 Monitore im Einsatz mit wechselnder Konfiguration und 5.1 Analog-Audioausgabe.
    Gaming habe ich größtenteils wieder auf eine Windows-Maschine outgesourced, weil Spiele-Updates in Steam ständig Probleme brachten.

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  2. Ich testete Snap-Pakete mit früheren Xubuntu LTS-Versionen und mir fielen Latenzen und Ruckler negativ auf (bei Firefox liefen Videos nur ruckelnd und mit Tearing, bei Pulseeffect war große Verzögerung zu messen und im V/A-Sync zu bemerken, ganz selten auch kurze Aussetzer). Mein bisheriges Fazit daher: Für Echtzeit-Anwendungen ist das Sandbox-Prinzip (? oder zumindest Container) wohl prinzipbedingt schlecht brauchbar. Gibt es da ähnliche Erfahrungen bei anderen Lesern?

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  3. Gerade das AppImage von Atom getestet. Läuft mit 22.04. Aktuelle AppImages sollten eigentlich komplett selbsständig sein und alles nötige zu ihrer Ausführung mitbringen. Eine gesonderte libfuse2 war – glaube ich – früher mal nötig, jetzt aber nicht mehr.

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        1. Ist das aber nicht ein Problem von Nvidia und nicht Wayland?
          Ich verstehe immer nur das die Linux Community sich selber im Weg steht …und dieses Mal ist es nicht Debian die diskutieren (smile).

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            1. OK, danke. Also ein Problem von Nvidia.
              Zum Glück bin ich mit meinen internen Intel GraKas immer gut klar gekommen, aber ich weiß das es für viele in Problem ist. Von dem Glaubenskrieg mal abgesehen.
              Wie steht es denn um die Unterstützung für interne AMD GraKas unter Wayland?

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