Jolla Phone

Neues Jolla-Phone im Crowdfunding

Das finnische Unternehmen Jolla hat sich in den vergangenen Jahren hauptsächlich um die Weiterentwicklung des mobilen Betriebssystems Sailfish OS gekümmert. Doch die Geschichte von Jolla begann vor 13 Jahren nach einer Crowdfunding-Kampagne mit dem Smartphone Jolla 1. Das Smartphone lief auf Sailfish OS, einem Nachfolger von MeeGo, und bot Kompatibilität mit Android-Apps über Alien Dalvik.

Jolla Phone

Seitdem hat Jolla eine wechselvolle Geschichte durchlaufen, die die Vertrauensbasis bei den Kunden auf eine harte Probe stellte. Deshalb hat sich Jolla letztlich mehr auf das einfachere Geschäft mit Software konzentriert. Das änderte sich 2024 mit dem Community-Phone Jolla C2, dem jetzt das schlicht Jolla Phone genannte Smartphone folgen soll.

Crowdfunding erfolgreich

Das Jolla Phone wird per Crowdfunding finanziert. Interessierte Kunden zahlen jetzt rückerstattbare 99 € Anzahlung auf ein Gerät, das im Crowdfunding 499 € und im freien Verkauf je nach Land 599 – 699 € kosten soll. Das Ziel der Kampagne ist mit derzeit knapp 2.500 Vorbestellungen bereits erreicht, denn Jolla hatte erklärt, das Gerät werde nur gebaut, wenn bis zum 4. Januar 2026 mindestens 2.000 Vorbestellungen zusammenkommen. Die Auslieferung ist bis Ende Q2/2026 geplant.

Aus der Mittelklasse

Für das auf der Basis von Sailfish OS 5 geplante Smartphone wurden in den vergangenen Monaten Teile der Spezifikation zusammen mit der Community erarbeitet. Das Jolla Phone soll demnach ein AMOLED-Display mit 6.36 ” mit Abmessungen von 158 × 74 × 9 mm aufweisen und in Full-HD auflösen, mit 12 GB RAM und einem per microSDXC auf 2 TB erweiterbaren Speicher von 256 GB ausgestattet sein und Android-Apps durch Jolla AppSupport unterstützen. Es soll einen konfigurierbaren physischen Datenschutzschalter zur Abschaltung von unter anderem Mikrofon, Bluetooth oder Android-Apps erhalten und einen austauschbaren Akku aufweisen. Das Rück-Cover soll in verschiedenen Farben erhältlich sein. Der Formfaktor soll sich an das Design des Jolla 1 anlehnen.

Mediatek 5G SoC

Als Prozessor kommt ein Mediatek 5G SoC zum Einsatz. Der Mobilfunk unterstützt 4G und 5G mit zwei Nano-SIM-Karten und globaler Roaming-Modemkonfiguration. Die Eckdaten für WLAN lauten Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4. Der austauschbare Akku leistet 5.500 mAh. Als Kameras kommen ein Modell mit 50-Megapixel, unterstützt von einer 13-MP-Weitwinkelkamera zum Einsatz.

Laut Jolla unterliegt das Jolla Phone den europäischen Datenschutzbestimmungen, der Fokus liegt auf Privatsphäre und Nachhaltigkeit. In diesem Sinne soll das Gerät mindestens fünf Jahre Software-Support erhalten.

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4 Kommentare

  1. Klingt nach einem attraktiven Gerät. Mal sehen, ob es auch mal über den Jolla Shop beziehbar sein wird. Der Hinweis auf die europ. Datenschutzbestimmungen ist etwas merkwürdig, da Jolla ja keine Online Services Anbietet. Lediglich für die Lizenz muss man sich registrieren.

    Auch das Betriebssystem spielt noch weit vorne mit, wenn es eine nicht auf das AOSP basierendes System sein soll. Der Android Support ist nach wie vor unerreicht, auch wenn Furilabs mit Andromeda aufgeschlossen hat.

    Bei der Sicherheit gibt es Licht und Schatten.
    – Verschlüsselung ab Werk möglich und einfach zu handhaben
    – Q’t Version hängt immer noch bei 5.6 mit 2019 ausgelaufenem Langzeitsupport*
    – Halium/libhybris bedingt fehlende Kernelupdates

    *Welche Verletzlichkeiten das mit sich bringt, kann man hier einsehen: https://wiki.qt.io/List_of_known_vulnerabilities_in_Qt_products

    Es gibt zwar ein Community Projekt, aber das führt zu einer parallelen Bereitstellung neuerer Version ohne Umbau des Betriebssystems. Die Verletzlichkeiten werden so nicht behoben, immerhin können so Apps auf die modernere Basis aufbauen und gewinnen so für sich gesehen u.a. an Sicherheit.
    https://forum.sailfishos.org/t/developer-announcement-qt-5-15-available-for-app-developer-testing/15105

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