Nitrux 1.5.1 setzt auf universelle Paketformate

Nitrux 1.5.1

Ich habe immer einige Distributionen im Fokus, deren Entwicklung ich mit Interesse verfolge. Das sind meist Distributionen, die Dinge anders angehen als herkömmliche Distributionen. Nitrux ist eine davon und hat gerade Version 1.5.1 veröffentlicht.

Bewährte Bausteine

Nitrux setzt auf die Bausteine Debian, Qt, KDE Plasma und den Calamares-Installer. In der aktuellen Version 1.5.1 sind dies Plasma 5.22.4, KDE Frameworks 5.84.0, KDE Gear 21.04.3 und Calamares 3.2.40. Der Kernel steht bei 5.13.7, aber auch der LTS-Kernel 5.4.137 und die Linux Libre Kernel 5.10.55 LTS und 5.12.19 sind verfügbar. Anstatt Systemd kommt seit Nitrux 1.3.2 OpenRC zum Zug.

NX Desktop-Aufsatz

Wer Nitrux als Live-Medium startet und nur weiß, dass Plasma als Desktop verwendet wird, wird zunächst stutzen, denn dem Plasma Desktop wird mit NX Desktop ein Satz von Anpassungen übergestülpt, um den Arbeitsablauf zu optimieren. Der Paketbestand setzt sich aus Anwendungen von KDE und aus Apps aus dem KDE nahestehenden und bei Nitrux angesiedelten Maui-Projekt zusammen, das gerade seiner ersten stabilen Veröffentlichung entgegensieht.

Maui-Apps

Grundlage ist hier MauiKit 2, eine Sammlung von Frameworks, mit denen sich konvergente Anwendungen schnell erstellen lassen. Es besteht aus einer Kernkomponente mit einer Reihe von konvergenten UI-Steuerelementen, die auf QQC2 und Kirigami aufbauen, sowie einer Gruppe von funktionsreicheren Steuerelementen wie dem FileBrowser, einem ImageViewer und einem TextEditor.

Zusätzlich unterstützt Nitrux 1.5.1 von Hause aus Flatpak und AppImage, wobei einige der installierten Pakete auf letzterem Format beruhen. Die Abbilder für Nitrux 1.5.1 liegen als Vollversion mit 3.8 GByte oder als Minimal-Version mit 1,4 GByte auf OSDN. Wer Nitrux virtualisiert testen möchte, findet jeweils eine Virtual Appliance für VirtualBox an gleicher Stelle.

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

14 Kommentare

  1. Ich hab heute Morgen noch schnell Nitrux 1.7.irgendwas installiert.

    Was mir gefallen hat:

    • Die Installation war einfach und schnell.
    • Debian Sid ohne systemd ist schon mal ein Pluspunkt.
    • Nitrux holt sich die aktuelle KDE-Software von KDE Neon (Wobei Norbert Preining sehr fleißig ist. Die normalen Debian-Pakete von KDE sind auch sehr aktuell.).
    • Grafisch haben sie sich Mühe gegeben.
    • Der Browser funktioniert!!!

    Was mir nicht gefallen hat:

    • Mit den Maui-Apps kann ich nichts anfangen. Clip hat bei mir keine Softsubs angezeigt und Vvave wollte keine Oggs abspielen. Am SMplayer führt so oder so kein Weg vorbei. Station und Index sind mir auch zu mager. Dann lieber Konsole und Dolphin.
    • Appimages … Viele sind veraltet. Ungoogled Chromium 71? Nein, danke! Da bleib ich lieber bei den aktuelleren Versionen von Debian.
    0
  2. Das klingt ja mal interessant. Eigentlich warte ich auf SerpentOS von Ikey Doherty, dem Solus-Entwickler, aber in der Zwischenzeit werde ich diese Distro mal ausprobieren. Genauso wie Devuan verzichtet es auf systemd, aber Nitrux verwendet aktuellere Pakete (Plasma 5.22!) und dieses MauiKit, mit dem ich mich noch nicht auseinandergesetzt habe. Klingt vielversprechend!

    0
    1. Ich sehe Debian eher als ziemlich eingefahren. Natürlich werden neue Konzepte wie etwa Wayland oder PipeWire irgendwann in Debian umgesetzt. das dauert jedoch meist länger als bei anderen Distributionen. Was Nitrux angeht, so kommen die neuen Impulse hier eher aus der Desktop-Richtung, wie etwa bei den konvergenten Maui-Apps.

      1
      1. “…Was Nitrux angeht, so kommen die neuen Impulse hier eher aus der Desktop-Richtung, wie etwa bei den konvergenten Maui-Apps…”
        Weswegen ich oben geschrieben habe “kosmetische Oberflächenerweiterungen”.

        “…Profitiert Debian nicht von solchen Projekten, die unkonventionelle Wege austesten, die Debian (eventuell noch) nicht gehen möchte?…”
        Debian profitiert von Debian und andere profitieren von Debian.

        0

Kommentar hinterlassen